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Storl verpasst Olympiasieg im Kugelstoßen ganz knapp

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Silber für Kugelstoßer Storl

04.08.2012, 00:44 Uhr | dpa

Storl verpasst Olympiasieg im Kugelstoßen ganz knapp. David Storl hat in London voll überzeugt.

David Storl hat in London voll überzeugt. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Als die letzte Eisenkugel in den englischen Rasen schlug, war der Traum vom Olympia-Gold geplatzt. Ungültig! David Storl riss dennoch beide Arme in die Höhe, er hatte mit dem Silberwurf zuvor einen tollen Job gemacht.

"Ich hatte am Ende ein paar Probleme. Solche Wettkämpfe, wo es eng zugeht, machen mir Spaß", sagte Storl. "Ich hatte das Gefühl, dass ich 22 Meter drauf hatte." Ganze drei Zentimeter fehlten dem Riesen aus Sachsen bis zum Gipfel des Olymp.

Nur Tomasz Majewski war bei den Olympischen Spielen in London besser als der 22-Jährige aus Chemnitz. Der Pole holte sich mit 21,89 Meter wie vor vier Jahren in Peking Gold, Dritter hinter Olympia-Debütant Storl wurde Ex-Weltmeister Reese Hoffa aus den USA (21,23).

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Gleich im ersten Versuch haute "Storli" einen raus: 21,84 Meter - Freiluft-Bestleistung um sechs Zentimeter gesteigert. Die Konkurrenz war geschockt. Im zweiten Durchgang packte er noch mal zwei Zentimeter drauf. Doch Majewski machte es in Runde 3 wieder spannend und konterte: 21,87. Was für ein Finale! Dann folgten drei ungültige Versuche - Storls Nerven lagen blank - so blank wie die 7,257-Kilo-Kugel.

Dennoch konnte Storl stolz sein - ihm gehört die Zukunft. Erstmals seit 24 Jahren gab's wieder olympisches Edelmetall für einen deutschen Kugelstoßer: Am 23. September 1988 stand der Berliner Ulf Timmermann in Seoul sogar ganz oben und holte Gold - nach der Wende war dann Flaute im Ring. Nun hat Deutschland mit Storl sogar wieder ein "Jahrhunderttalent", wie die Trainer schon voraussagten.

Eine niedliche kleine Stoffente hat dem 126-Kilo-Mann Glück gebracht. "Wilson" ist sein Maskottchen und baumelt am Sport-Rucksack. "Ein Geschenk von meiner Freundin", erklärte Sachsens Sportler des Jahres 2011.

Nach der Qualifikation hatte sich Storl mit dem Victory-Zeichen schon mal Mut gemacht, die Stimmung im Olympiastadion mit über 80 000 Zuschauern hatte schon am Vormittag Finalqualität. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Stadion schon in der Qualifikation ausverkauft ist. Wahnsinn!", meinte der Bundespolizist.

Nun steht der 1,99 Meter große Leichtathlet auf dem olympischen Siegerpodest - aber schon seit fünf Jahren räumt der kräftige Bursche alles ab: 2007 war er Jugend-Weltmeister, ein Jahr später Champion bei den Junioren, 2009 folgte als "Bonus" noch der EM-Titel bei den Junioren. Im Vorjahr war er bei den U 23-Europameisterschaften erneut nicht zu schlagen, ein erfolgreiches Warm-up für die WM in Südkorea. Schon mit der Fünf- und Sechs-Kilo-Kugel siegte er nach Belieben und stellte Bestleistungen in Serie auf.

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