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Olympia 2012: Happy-End nach Lauf-Drama

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"Oh mein Gott!": Schwarzkopf kann am Ende doch noch Silber bejubeln

05.08.2012, 10:32 Uhr | dpa, sid

Lilli Schwarzkopf: "Das war wie in der Hölle"

Die deutsche Siebenkämpferin gewinnt Silber. Doch erst wird sie disqualifiziert, weil sie mit der Russin Kristina Sawizkaja verwechselt wird.

Siebenkämpferin holt Silber nach Disqualifikation.


Lauf-Drama mit Happy End für Lilli Schwarzkopf: Erst wurde die deutsche Siebenkämpferin disqualifiziert, dann mit der Silbermedaille geehrt. Die 28-Jährige hatte nach dem Wirrwarr um das angebliche Verlassen der Bahn im abschließenden 800-Meter-Lauf am Ende doch noch Grund zum Jubeln. "Hauptsache es glänzt - egal, welche Farbe", sagte die gebürtige Kasachin schließlich glücklich.

Schwarzkopf wurde unmittelbar nach dem Lauf disqualifiziert, weil sie angeblich auf die Außenlinie getreten war. Sie erkundigte sich insgesamt bei vier Offiziellen nach dem Grund dafür. "Man sagte mir, ich hätte die Linie betreten. Ich sagte dann: ´Das müssen Sie mir erst zeigen.´ Hin und her, her und hin. Dann hat man mir die siebte, achte Bahn gezeigt. Und ich: ´Da bin ich gar nicht gelaufen. Ich muss die Videoaufnahme sehen.´ Dann sind wir zum Videoraum, und ich habe gesehen, da ist der Fuß, aber es ist nicht meiner. Und es ist nicht meine Bahn", erklärt die Athletin den Vorfall.

"Die Briten haben eine neue Art von Humor"

Als die britische Jury nach Ansicht der Videoaufzeichnung den Ausschluss wieder zurücknahm, fiel Schwarzkopf ein Stein vom Herzen. "Die Briten haben eine neue Art von Humor", sagte sie und betonte: "Ich bin drin in der Wertung." Fernsehbilder belegten eindeutig, dass die Russin Kristina Sawizkaja auf die Bahnbegrenzung gelaufen war- und nicht Schwarzkopf. Daran änderte auch ein Protest der Ukraine nichts mehr.

Persönliche Bestleistung übertroffen

Neue Mehrkampf-Queen ist die Britin Jessica Ennis, die mit der Weltjahresbestleistung von 6955 Punkten die Goldmedaille holte. Die genaue Punktzahl von Schwarzkopf wurde erst knapp eine Stunde nach Wettkampfende bekanntgegeben: Mit 6649 Zählern übertraf die Deutsche ihre persönliche Bestleistung um 113 Punkte. Dritte wurde Tatjana Tschernowa (Russland).

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Schwarzkopf: "Ich war total schockiert"

Schwarzkopf hatte vor der letzten Disziplin auf dem fünften Rang gelegen und nach einem couragierten Rennen im Ziel bereits über Silber gejubelt. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses konnte sie ihre Disqualifikation nicht fassen und diskutierte lange mit den Kampfrichtern. "Ich war total schockiert", erklärte Schwarzkopf später. Letzte Zweifel über ihren Silber-Coup wurden beseitigt, als sie endlich bei der Siegerehrung auf dem Podest stand und die Medaille um ihren Hals baumelte.

Patzer beim Speerwurf

Die Silbermedaillengewinnerin lag am ersten Wettkampftag noch auf Rang acht. Im Weitsprung landete sie bei 6,30 Meter, nur fünf Zentimeter von ihrer Bestweite entfernt. Dagegen blieb die gebürtige Kasachin mit 51,73 Meter im Speerwurf mehr als dreieinhalb Meter unter ihrem Optimum.

"Ich habe mich wahnsinnig geärgert über den misslungenen letzten Speerwurf, der sollte noch ein bisschen weiter gehen", schimpfte Schwarzkopf. Dann hätte sie entspannter in den 800-Meter-Lauf gehen können. Dass sie überhaupt so weit vorne dabei war, überraschte sie selbst: "Darauf habe ich mich eigentlich gar nicht eingestellt. Oh mein Gott!"

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