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Deutsche Florettherren bei Olympia im Halbfinale

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Kleibrink: Fühlen uns betrogen - Italien Florettsieger

05.08.2012, 15:12 Uhr | dpa

Deutsche Florettherren bei Olympia im Halbfinale. Benjamin Kleibrink jubelt über den Sieg gegen die US-Fechter.

Benjamin Kleibrink jubelt über den Sieg gegen die US-Fechter. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Benjamin Kleibrink sagte es ganz offen: "Wir fühlen uns einfach betrogen." Bronze statt mögliches Gold brachte in London nicht nur den Peking-Gewinner auf die Palme.

"Da muss ich dem Benni zustimmen", ließ Florett-Bundestrainer Ulrich Schreck wissen - und schilderte, was nach dem mit 40:41 verlorenen Halbfinal-Krimi gegen Japan passierte. "Andere Trainer und Kampfrichter sind auf mich zugekommen und haben gesagt: "Da seid ihr ja ganz schön beschissen worden"." Schreck: "Das ist ein hartes Brett bei Olympia."

Das war zuvor geschehen: Peter Joppich setzte gegen Yuki Ota zweimal vermeintlich den Siegtreffer. Nach Studium der Videoaufnahmen wurden beide nicht gegeben. Für Kleibrink ein Unding: "Die ersten zwei Punkte von Peter waren eindeutig. Ich kann es nicht verstehen." Auch Joppich war total angefressen: "Ich bin sauer, dass wir nicht im großen Finale standen." Dort unterlag Japan den Italienern 39:45. Mit dreimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze waren die Italiener vor Südkorea (2-1-3) und China (2-0-1) beste Fecht-Nation.

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Joppich und Co. waren nicht mehr dabei, als Gold und Silber vergeben wurden. Voller Frust, fassungslos und mit starrer Mimik saß der viermalige Weltmeister Joppich nach dem Japan-Drama neben der Planche. Die tröstenden Schreck-Streicheleinheiten verpufften, weil Joppichs Goldhoffnungen unvollendet blieben. Dass es später beim 45:27 gegen die USA Bronze wurde und Joppich bei seinen dritten Spielen die Medaillenpremiere erlebte, hatte für den Koblenzer "einen kleinen Beigeschmack".

Das Quartett mit Joppich, Kleibrink, dem im Bronzekampf am Fuß verletzten und durch André Weßels ersetzten Sebastian Bachmann war so nah dran am Goldgefecht gegen Italien, ehe der "plötzliche Tod" den verzweifelten Joppich ereilte. Gegen Ota musste Joppich eine Sekunde vor Zeitablauf den Ausgleich hinnehmen und wurde, so jedenfalls die einhellige Meinung im deutschen Lager, danach um den Sieg gebracht. Joppich: "Andere kamen an und sagten mir, dass wir gewonnen hätten."

Doch die Kampfrichter waren dagegen. Schreck giftete: "Das ist die Retourkutsche für Damendegen." Zweimal schon war er vor Freude über die Bande gesprungen: "Es ist schlimm, wenn du glaubst, dass du im Finale stehst." Die Jury war laut Schreck zu mutlos, bei Joppich und Ota auch einmal ohne Videobeweis zu entscheiden. Und ausgerechnet am visuellen Hilfsmittel saß ein Südkoreaner. Schreck mutmaßte Böses: "Dreimal entscheidet er gegen uns. Das stinkt." Jeder habe sehen können, dass Joppich der Sieger war.

Im Halbfinal-Degendrama der späteren Olympia-Zweiten Britta Heidemann war Südkoreas Shin A-Lam Leidtragende der umstrittenen Entscheidung zum 5:6. Und nun glaubt Schreck, dass fünf Tage später nicht unbedingt Neutralität herrschte. "Mir geht das sowas von auf die Nerven. Wenn am Videotisch dreimal gegen uns entschieden wird, stinkt mir das gewaltig." Damit mache man "das Fechten kaputt".

Dass es die Schreck-Jungs überhaupt in die Vorschlussrunde schafften, war das Verdienst von Joppich und Kleibrink, der im Einzel auf Rang 18 abgestürzt war. "Gegen Russland waren wir fast tot", meinte Sportdirektor Manfred Kaspar ob des Fakts, dass Kleibrink und Joppich im Viertelfinale am Schluss aus einem 22:30 noch das 44:40 machten.

Silber für Heidemann, Bronze im Herrenflorett: Nach zweimal Gold in Peking sei das trotzdem keine schlechte Bilanz, meinte Kaspar. "Wir haben die beiden Medaillen, die wir unbedingt brauchen. Vom Potenzial her war mehr möglich. Das waren keine Spiele für die Favoriten, und leider hat uns das auch betroffen."

Die Säbelcrew um Nicolas Limbach wollte viel und bekam nichts. Das Damendegenteam ging im Viertelfinale k.o. "Wir holen weniger Medaillen, als es von der Substanz her möglich war", sagte der zum 1. September aus dem Amt scheidende Kaspar. DOSB-Chef Thomas Bach, als Goldmedaillengewinner von 1976 mit dem Florett-Team Kenner der Szene, kommentierte: "Man kann mit dem Abschneiden nicht zufrieden sein."

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