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Eltern begegnen Athleten in London kaum

06.08.2012, 18:44 Uhr | dpa

Eltern begegnen Athleten in London kaum. Debbie Phelps (M) fieberte immer mit ihrem Sohn Michael mit.

Debbie Phelps (M) fieberte immer mit ihrem Sohn Michael mit. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Hunderte Male haben sie ihre Kinder zum Training gefahren, ihnen unzählige Male die Schürfwunden gepflastert, mit ihnen kleine und große Siege gefeiert und sie über Niederlagen hinweggetröstet. Jetzt sind die Kinder dort, wo sie immer hinwollten - bei Olympia.

Und die Eltern können kaum noch helfen. Der Kontakt zwischen Sportlern und ihren Familien ist bei den Spielen von London begrenzt. "Es ist nicht einfach", sagt Dieter Bayer, Vater des deutschen Weitspringers Sebastian Bayer.

Die Bilder von Debbie Phelps, die ihren Sohn Michael von den Tribünen der Schwimmstadien dieser Welt inzwischen zu 18 Goldmedaillen schrie, gehen um die Welt. Auch Andy Murrays genauso drahtige wie resolute Mutter Judy ist via Fernsehen Dauergast in den Wohnzimmern. Die Eltern von Olympioniken, die keine Weltstars sind, müssen kleinere Brötchen backen. Sie sind froh, wenn sie überhaupt eine Karte für die Wettbewerbe ihrer Kinder bekommen und müssen dafür tief in die Tasche greifen.

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"Wir haben schon vor einem Jahr die Karten gebucht", sagt etwa Doris Johannesen aus Hamburg. Ihr Sohn Eric holte als Ruderer im Deutschland-Achter olympisches Gold. "Damals wussten wir noch nicht einmal, ob er im Zweier oder Vierer oder Achter fährt." Die ehemalige deutsche Kajakmeisterin und ihr Mann Thomas haben auf einem Campingplatz in der Nähe der Regatta-Strecke in Eton ein Mobilheim gemietet. Trotz der eher spartanischen Unterkunft ist die olympische Ehre ihres Sohnes für die Hamburger ein teures Vergnügen. "Damit wir alle Auftritte Erics sehen konnten, haben wir Karten für 2500 Euro gekauft", sagt Thomas Johannesen.

Noch schlimmer traf es Dieter Bayer und seine Frau Ingrid. Sie sind möglicherweise einem Ticketbetrüger auf den Leim gegangen. 2500 Euro für das Paket mit Vorkampf und Entscheidung sind bereits weg. "Ich gehe davon aus, dass wir weder Geld noch Tickets bekommen", sagte Bayer noch vor dem Wettkampf seines Sohnes. Ein Sponsor musste einspringen und ermöglichte so, dass die Bayers ihrem Sohn doch noch im Stadion zugucken konnten. "Wir hatten uns schon eine Satelliten-Schüssel für unser Wohnmobil gekauft", sagt Ingrid Bayer, "damit wir notfalls wenigstens deutsches Fernsehen kriegen".

Der Fallen gibt es viele in einer von Olympia eingenommenen Stadt wie London. Die Eltern dürfen nicht ins olympische Dorf, die Athleten sind im Trainings- und Wettkampfstress, danach auch noch in der Medienpflicht. Einige Eltern etwa aus Entwicklungsländern werden von Geld- und manchmal auch politischen Problemen an der Reise zu den Spielen gehindert. Einer der Olympia-Hauptsponsoren hat sich der Sache angenommen und für 130 Sportler-Eltern aus aller Welt eine Rundum-Betreuung für die Spiele organisiert.

Dabei ist die positive Wirkung der Eltern auf die Leistungen ihrer Sprösslinge weitgehend unbestritten. "Er hat mir die zwei Tage schon sehr gefehlt", sagt Lili Schwarzkopf, Silbermedaillengewinnerin im Siebenkampf, über ihren Vater und Heimtrainer Reinhold. "Im Stadion, auch zwischen den Disziplinen, wäre es schon schön gewesen, wenn ich eine Schulter gehabt hätte, an die ich mich anlehnen kann."

Auch Kugelstoß-Hüne David Storl will auf die familiäre Unterstützung ungern verzichten. Es sind einige da. "Mein Opa ist da, meine Mutter... ich weiß gar nicht so genau, wer noch alles. Das hat mir sehr viel Kraft gegeben", betont er. Doch auch seinem Anhang geht es wie vielen anderen: Direkt nach der Medaille ist oft nicht einmal Zeit für eine Umarmung. Seiner Verwandtschaft ging es so ähnlich wie Ruder-Mutter Ingrid Johannesen: "Ich habe Muskelkater vom lauten schreien - aber Eric hab ich erst am späten Abend im Deutschen Haus gesehen."

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