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HSV im Teamcheck: Zum Jubiläum droht ein historisches Fiasko

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Dem HSV droht zum Jubiläum ein historisches Fiasko

08.08.2012, 09:13 Uhr | t-online.de

HSV im Teamcheck: Zum Jubiläum droht ein historisches Fiasko . Heiko Westermann und sein HSV wollen nicht nochmal eine Horror-Saison wie die letzte erleben. (Quelle: imago)

Heiko Westermann und sein HSV wollen nicht nochmal eine Horror-Saison wie die letzte erleben. (Quelle: imago)

Von Jan Vogel

Das war knapp! Doch der Super-GAU, der Abstieg aus der Bundesliga, wurde gerade eben noch abgewendet: Der Hamburger SV spielt auch in der 50. Saison in Deutschlands höchster Spielklasse. Gleichzeitig feiert der Dino in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen. Bleibt zu hoffen, dass zwischen den Feierlichkeiten noch Zeit für das Wesentliche bleibt - denn sonst könnte die Jubiläums-Saison ein fatales Ende nehmen. In Teil vier der Teamcheck-Serie stellt t-online.de den Hamburger SV vor.

"Es wird entscheidend sein, wie wir in die Saison kommen", wich Marcell Jansen beim LIGA total! Cup der Frage nach dem erklärten Saisonziel aus. "Das kurzfristige Ziel muss sein, aus dem letzten Jahr zu lernen und in den ersten Spielen eine positive Bilanz zu erzielen." Erst dann könne man sehen, wo man steht, und ein "Gesamtziel formulieren". Das klingt zunächst so, als sei alles möglich beim HSV. Doch ganz so ist es nicht.

1. Personelle Situation

"Sicherlich würde uns die ein oder andere Verstärkung auch noch gut tun", schob Jansen hinterher. In der Tat ist es fraglich, ob die Hamburger ihre zahlreichen Abgänge kompensieren können. Mit Paolo Guerrero (zu Corinthians Sao Paulo) verließ zwar ein streitbarer Charakter das Team, doch auf seine Abschlussqualitäten, wie auch auf die von Kollege Mladen Petric (FC Fulham), war im Sturm immer Verlass. Ähnliches gilt für den Dauerbrenner David Jarolim, der den Klub nach neun Jahren verließ und noch vereinslos ist. Der talentierte Gökhan Töre wechselte zu Rubin Kazan, Slobodan Rajkovic wurde nach einer Trainingsprügelei suspendiert.

Für die Offensive hat der HSV den Letten Artjoms Rudnevs verpflichtet. Dem 24-Jährige von Lech Posen fehlt es jedoch an Bundesliga-Erfahrung, genauso wie Außenstürmer Maximilian Beister, der von Fortuna Düsseldorf zurückkehrte. Der designierte neue Spielmacher Milan Badelj wird aller Voraussicht nach erst nach Saisonbeginn zum Team stoßen, da er mit seinem derzeitigen Verein Dinamo Zagreb noch in der Qualifikation zur Champions League spielt. Angesichts der Wichtigkeit des Auftakts erscheint dies zumindest als fragwürdige Entscheidung der HSV-Verantwortlichen.

Für die Innenverteidigung wird ebenfalls noch ein Spieler geholt - die Wahl fällt hier wahrscheinlich auf den routinierten Österreicher Paul Scharner. Der neue Torwart René Adler zeigte bereits, dass er eine echte Verstärkung im Kampf um den Klassenerhalt werden kann.

2. Stärken und Schwächen

Adler dürfte ein sichererer Rückhalt werden, sein größtes Problem liegt in der Abwehrreihe vor ihm: Kapitän Heiko Westermann wurde nach Jarolims Abgang ins defensive Mittelfeld beordert, die ehemaligen Chelsea-Spieler Jeffrey Bruma und Michael Mancienne ließen in der Vorbereitung Defensivqualitäten wie Abstimmung und Stellungsspiel vermissen. Die Außen Dennis Aogo und Dennis Diekmeier haben ihre Vorzüge eher im Offensivspiel. Die Viererkette des HSV war bereits im letzten Jahr bereits äußerst anfällig - und sie ist es immer noch. Große Probleme offenbarten die Hamburger zudem im Spielaufbau aus der eigenen Hälfte, deutlich wurde dies unter anderem beim LIGA total! Cup in der heimischen Arena.

Auf den offensiven Außenbahnen sind die Hamburger hingegen ordentlich besetzt. Auf Rückkehrer Beister ruhen ebenso große Hoffnungen wie auf Youngster Heung-Min Son. Zudem sollen die erfahreneren Jansen und Ivo Illicevic eine wichtige Rolle in der Offensive spielen.

3. Der Trainer

Thorsten Fink, gekommen im November 2011 als Nachfolger des glücklosen Michael Oenning, geht in seine erste volle Saison als Bundesligatrainer. Der 44-Jährige ist fest entschlossen, den Hamburger SV zusammen wieder aufpäppeln zu können. "Dieses Bild in der Öffentlichkeit ist mir viel zu schlecht, sagte er dem "Kicker". "Der HSV ist ein toller Verein und wir werden hier etwas aufbauen. Ohne jedoch die Realität aus den Augen zu verlieren." Dabei setzt er auf einen offensiven Spielstil und bezog zu Teambuilding-Zwecken mit seiner Mannschaft ein Überlebens-Camp in Schweden. Doch harmoniesüchtig ist Fink keineswegs - er legt ausgesprochen großen Wert auf mündige, selbstbewusste Spieler.

4. Die Prognose

Die 50. Bundesliga-Saison wird für den Hamburger SV eine der schwersten. Kurz vor Beginn ist die Mannschaft immer noch nicht komplett, mehrere Leistungsträger haben den Verein verlassen. Fink verwarf bereits Gedankenspiele, die sich mit dem Erreichen des Europapokals befassten. Das spielerische Potenzial seines Kaders ist im Vergleich zur Konkurrenz höchstens durchschnittlich.

Am 2. Spieltag geht es direkt gegen den formstarken Erzrivalen Werder Bremen, am 4. Spieltag gegen Double-Sieger Borussia Dortmund. Die Abwehr muss sich schnellstmöglich finden, vorne darf die Eingewöhnungszeit von Rudnevs und Beister nicht zu lang dauern, sonst droht dem Dino schon nach wenigen Spieltagen wieder der Tabellenkeller. Mehr noch: Es ist durchaus möglich, dass es für den Hamburger SV am Ende nicht so glimpflich ausgeht wie in der letzten Saison und das große Jubiläum zum historischen Fiasko wird.

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