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Alistair Brownlee holt Triathlon-Gold - Frodeno 6.

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Die Show der Brownlees: Gold und Zusammenbruch

07.08.2012, 16:46 Uhr | dpa

Alistair Brownlee holt Triathlon-Gold - Frodeno 6.. Alistair Brownlee läuft mit der "Union-Jack"-Fahne auf den Schultern ins Ziel.

Alistair Brownlee läuft mit der "Union-Jack"-Fahne auf den Schultern ins Ziel. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Beim Familienbild nach der Siegerehrung wollte Javier Gomez nicht stören. Der Spanier trat mit seiner Silbermedaille einen Schritt zur Seite, damit die britischen Fotografen die Bilder bekamen, die die Olympia-Gastgeber herbeigesehnt hatten:

Alistair Brownlee als Triathlon-Olympiasieger und sein Bruder Jonathan mit der Bronzemedaille um den Hals gemeinsam auf dem Podest vor der idyllischen Kulisse im Londoner Hyde Park. Die Menge jubelte, und selbst der ehemalige Formel-1-Weltmeister und Hobby-Triathlet Jenson Button gratulierte via Twitter.

Auch Brownlees Vorgänger Jan Frodeno reihte sich in die Schar der Gratulanten ein. "Man muss ja ehrlicherweise sagen: Die waren die letzten drei, vier Jahren so stark, dass sie schon einen Fehler machen mussten, dass wir da noch rankommen", sagte Frodeno nach seinem sechsten Platz. So glücklich der Olympiasieger von 2008 über seine Platzierung war, er musste auch erkennen, dass er nie ernsthaft die Brownlees und seinen Freund Gomez hätte gefährden können.

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"Ich habe hundert Gefühle. Ich bin glücklich, aufgeregt und überwältigt", sagte Olympia-Champion Brownlee. In einem der härtesten und schnellsten Triathlon-Rennen hatte der Weltmeister dem gewaltigen Erwartungsdruck einer ganzen Nation standgehalten - und wie: Er hatte nicht nur gesiegt, er hatte in der berühmtesten Parkanlage Londons eine Demonstration seiner Dominanz geliefert.

Auch sein größter Rivale konnte da nicht mithalten: Der zwei Jahre jüngere Jonathan steckte aber immerhin eine 15-Sekunden-Zeitstrafe weg und schaffte noch Bronze. Dabei war er nicht nur an die Grenzen, sondern darüber hinaus gegangen: Zehn Minuten nach dem Zieleinlauf brach er zusammen und musste versorgt werden. Die Siegerehrung und das Familienbild verschoben sich um eine Stunde.

Alistair und Jonathan Brownlee sind Ausnahmeerscheinungen im Ausdauerdreikampf auf der olympischen Distanz. Sie schwimmen schnell, fahren auf dem Rad vorneweg und sind läuferisch kaum zu stoppen. In der WM-Serie gewann Alistair bei 15 Starts elfmal, in diesem Jahr siegte Jonathan zweimal - weil sein Bruder sechs Monate wegen einer Achillessehnenverletzung pausierte.

Und noch eine Zahl beeindruckt: Am Dienstag lief Alistair Brownlee die zehn Kilometer in 29:07 Minuten. Hätte er auf der Zielgerade nicht eine Flagge genommen und wäre er die letzten Meter nicht gegangen, der ältere Brownlee wäre unter der 29-Minuten-Marke geblieben. Zuvor war er schon 1500 Meter geschwommen sowie (ausnahmsweise) 43 Kilometer auf dem Rad gefahren.

Solche Ergebnisse scheinen für die deutschen Triathleten derzeit weit weg zu sein. Dennoch fühlte sich Frodeno wie ein Sieger. "Das war ein Riesenfight für das, was mich die letzten Wochen und Monate begleitet hat", sagte der 30-Jährige aus Saarbrücken. "Der Grund, warum ich happy bin, ist, weil ich im Ziel zusammengebrochen bin. Ich habe alles aus mir herausgeholt. Mehr ist heute nicht mehr gegangen."

Monatelang hatte er wegen einer Wadenblessur um Olympia bangen müssen. Jetzt war er sogar bester Deutscher. "Ich muss das jetzt erst einmal sacken lassen. Das waren harte Wochen und Monate nicht nur für den Körper auch für die Birne", meinte "Frodo".

Sein Trainingskollege Steffen Justus - mit Medaillenhoffnungen gestartet - hatte sich mit Platz 16 begnügen müssen. Der 34-jährige Maik Petzold, in einem seiner letzten Rennen seiner Karriere 31., fasste sein Abschneiden und das des deutschen Trios am besten zusammen. "Wir haben eine Faustregel: Einer macht ein Superrennen, einer geht durch und einer kackt ab - und der war ich eben heute", sagte er. "Am Ende habe ich gedacht: Lass es vorbei sein, bitte."

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