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Landesfunktionär: DRV wusste früher von Drygalla-Umfeld

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Causa Drygalla sorgt für Disharmonie

07.08.2012, 19:14 Uhr | dpa

Landesfunktionär: DRV wusste früher von Drygalla-Umfeld. Ruderin Nadja Drygalla hatte vorzeitig das olympische Dorf in London verlassen.

Ruderin Nadja Drygalla hatte vorzeitig das olympische Dorf in London verlassen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Gegenseitige Anschuldigungen und widersprüchliche Aussagen - die Causa Nadja Drygalla sorgt bei den deutschen Ruderern für Disharmonie.

Hans Sennewald, Vorsitzender des Landesruderverbandes Mecklenburg-Vorpommern, hat erstmals den Darstellungen des Dachverbandes widersprochen, wonach dieser erst bei den Olympischen Spielen in London Erkenntnisse über das private Umfeld der Achter-Frau erhalten habe.

"Fakt ist: Ich habe geschildert, dass Nadja zum 30. September 2011 aus der Sportfördergruppe der Landespolizei ausgeschieden war", sagte Sennewald der Nachrichtenagentur dpa über ein Gespräch mit Mario Woldt, Sportdirektor im Deutschen Ruderverband, beim Frühjahrstest in Köln.

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"Ich habe Herrn Woldt in diesem Gespräch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Innenministerium die weitere Beschäftigung Nadjas wegen ihres Freundes und seiner Umtriebe für problematisch gehalten hat, denn es war für mich wichtig, dass Herr Woldt die Hintergründe von Nadjas Ausscheiden aus der Sportfördergruppe der Landespolizei kannte", betonte Sennewald. Die DRV-Spitze hatte bisher stets bestritten, vor der olympischen Ruder-Regatta von der Beziehung der Rostockerin zum früheren NPD-Landtagskandidaten Michael Fischer gewusst zu haben.

Woldt bestätigte der dpa auf Anfrage, dass in Köln "Gespräche auch über Nadja Drygalla geführt" worden seien. "Dabei ist aber nur über sportliche und finanzielle Dinge, nicht jedoch über politische Dinge gesprochen worden", sagte der DRV-Sportdirektor. "Ich wundere mich, dass Herr Sennewald im Wissen um die mögliche Tragweite dieser Geschichte nicht den Vorstand des Deutschen Ruderverbandes informiert hat."

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Polizeidienst hatte Drygalla zum Zeitpunkt des Frühtests ein Beschäftigungsverhältnis beim Landesverband bis zum 30. Juni 2012. "Daraufhin hat Mario Woldt den Vorschlag gemacht, den Antrag auf Aufnahme in die Sportfördergruppe der Bundeswehr zu stellen. Dies ist in der Folge geschehen", sagte Sennewald. Dieser Antrag liegt derzeit nach DRV-Angaben auf Eis.

Sennewald sei "positiv überrascht" gewesen, dass Woldt in Drygallas Ausscheiden aus dem Polizeidienst kein Hindernis gesehen habe. Er habe dies noch in Köln einem Vorstandsmitglied und in den nächsten Tagen auch den übrigen Vorständen in seinem und Drygallas Verein, dem Olympischen Ruderclub Rostock, mitgeteilt. "Die Betreffenden werden dies bestätigen", sagte Club-Vize Sennewald.

Die Ereignisse der vergangenen Tage haben Drygalla bewogen, sich einen Anwalt zu nehmen. Zusammen mit dem Juristen will sie ihre Zukunft klären. "Wir werden zeitnah nach den Olympischen Spielen das Gespräch mit dem Deutschen Ruderverband suchen", sagte der Anwalt Rainer Cherkeh am Dienstag. "Dabei sollte es dann um die sportliche, aber vor allem auch um die berufliche Zukunft der Athletin gehen."

Drygalla war nach einem Gespräch mit der deutschen Teamleitung über ihre Beziehung zu dem früheren NPD-Landtagskandidaten Fischer freiwillig von den Sommerspielen in London abgereist. Am Sonntag hatte sie sich öffentlich deutlich von der rechten Szene distanziert.

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