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Olympia 2012: Robert Harting stellt selbst Usain Bolt in den Schatten

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Robert Harting durchbricht den "Silberfluch"

08.08.2012, 10:14 Uhr | t-online.de

Olympia 2012: Robert Harting stellt selbst Usain Bolt in den Schatten. Robert Harting jubelt nach seinem Olympiasieg. (Quelle: dpa)

Robert Harting jubelt nach seinem Olympiasieg. (Quelle: dpa)

Aus London berichtet Julian Moering

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Robert Harting klagt über Störfaktoren

Deshalb hätte es fast nicht mit Gold geklappt. Video

Dagegen wirkt selbst die Show von Usain Bolt wie ein müdes Kaffeekränzchen: Erst hallte ein Urschrei durchs Olympiastadion und dann riss sich der Diskus-Olympiasieger Robert Harting in gewohnter Hulk-Manier das Trikot vom imposanten Oberkörper. Danach ging so richtig die Post ab. Alle Entscheidungen und Ergebnisse finden Sie im t-online.de-Live-Ticker

Immer wieder nahm der Zwei-Meter-Hüne ein Bad in der Menge, berührte pathetisch die olympische Fackel und absolvierte am Ende seiner Ehrenrunde unter tosendem Beifall der 80.000 Zuschauer einen 100-Meter-Hürdenlauf über die kurz zuvor aufgestellten Hindernisse. Leider hat niemand die Zeit gestoppt.

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"Ich bin superglücklich"

Kurz zuvor hatte Harting die zwei Kilo schwere Scheibe auf 68,27 Meter geschleudert, neun Zentimeter weiter als der Iraner Ehsan Hadadi, und damit das so heiß ersehnte sechste Gold für Deutschland in London gewonnen. "Ich bin superglücklich, dass es so ausgegangen ist", sagte der 27-Jährige, der das Triple aus EM-, WM- und Olympiasieg perfekt gemacht hat. Im Medaillenspiegel liegt das deutsche Team nun auf Rang acht.

Allerdings musste Harting auch eine Schrecksekunde verkraften: Der Olympiasieger wurde während seiner Feier bestohlen. "Alle Akkreditierungen und Ausrüstung wurden mir geklaut. Ich hatte sie abgelegt, als ich mich den Gästen gewidmet habe. Danach bin ich nicht mehr ins olympische Dorf gekommen. Ich habe nur eine Stunde in der S-Bahn auf dem Stuhl geschlafen", sagte Harting. Inzwischen hat er eine neue Akkreditierung erhalten.

Kritik an den Kampfrichtern

Seit August 2010 ist Harting mittlerweile ungeschlagen, doch der Olympiasieg war alles andere als ein Selbstläufer. Vor allem die Umstände machten dem selbstbewussten Sportler zu schaffen. "Ich konnte mich überhaupt nicht konzentrieren. Beim ersten Wurf stand der Start des 800-Meter-Laufs an, beim zweiten war es extrem laut im Stadion und beim dritten lag angeblich das Handtuch zu nah am Ring, so dass ich die Scheibe nochmal ablegen musste", haderte Harting mit dem Offiziellen. "Da sind die Hälfte der Würfe hin, und das in einem olympischen Finale. Der Kampfrichter hat es unnötig spannend gemacht."

Der fünfte war dann der Wurf zu Gold. "Ich habe nicht gedacht, dass diese Weite zum Sieg reicht", gab Harting nach dem Wettkampf zu. Seine Bestweite liegt bei 70,66 Meter, das sind 2,39 Meter mehr als bei seinem Olympiasieg. Teamkollege Martin Wierig, der im Finale mit 65,85 Metern einen hervorragenden sechsten Platz belegte, hatte dafür eine passende Erklärung parat. "Die Winde hier im Stadion sind unberechenbar, die kommen mal von vorne, dann wieder von hinten. Viel weiter kann man hier nicht werfen."

Große Erleichterung bei Harting

Wind hin, Wind her - Harting wird es herzlich egal sein. Die Goldmedaille nimmt ihm keiner mehr und die Erleichterung über diesen Erfolg war ihm noch lange nach dem Wettkampf anzumerken. "Es war so ein hartes Jahr, da ist es einfach schön, sich so zu belohnen", sagte er mit einem breiten Grinsen im Gesicht, bevor er zu Sieger-Pressekonferenz entschwand.

Dabei sah es zuvor aus, als laste der "Silberfluch" auf dem deutschen Team. Vier zweite Plätze gab es am elften Wettkampftag. Und jedes Mal fehlte nicht viel zu Gold. Die deutsche Dressur-Equipe und Bahnradfahrer Maximilian Levy hatten knapp das Nachsehen, auch Marcel Nguyen am Barren und Fabian Hambüchen am Reck turnten eine einwandfreie Übung, doch immer war ein Anderer den entscheidenden Tick besser.

Das muss man neidlos anerkennen, ärgern darf man sich aber trotzdem. Doch nur kurz, denn unter dem Strich war es ein extrem erfolgreicher Tag für Deutschland, der mehr Anlass zur Freude als zum Ärgern gibt. Und Harting sorgte ja doch noch für einen goldenen Abschluss.

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