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Timo Boll macht Bronze perfekt - Kanufahrer Brendel holt Gold

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Timo Boll macht Bronze perfekt

08.08.2012, 16:55 Uhr | t-online.de

Timo Boll macht Bronze perfekt - Kanufahrer Brendel holt Gold. Timo Boll jubelt nach seinem entscheidenden Sieg. (Quelle: Reuters)

Timo Boll jubelt nach seinem entscheidenden Sieg. (Quelle: Reuters)

Deutschlands Tischtennis-Herren haben zum Abschluss des olympischen Turniers in London die Bronzemedaille gewonnen. Das Europameister-Trio mit Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Bastian Steger bezwang im Spiel um Platz drei die Auswahl aus Hongkong 3:1. Zuvor hatten die deutschen Kanuten am zwölften Wettkampftag bereits für vier Medaillen gesorgt, darunter Gold für Sebastian Brendel im Einer-Canadier. Alle Entscheidungen und Ergebnisse finden Sie im t-online.de-Live-Ticker

Roßkopfs Schachzug geht auf

Der WM-Dritte Boll stellte gleich im ersten Einzel mit einem Drei-Satz-Sieg gegen Leung Chu-Yuan die Weichen in die gewünschte Richtung. Etwas mehr Mühe hatte der Olympia-Dritte Ovtcharov. Sein Gegner Tang Peng, wie alle Hongkong-Spieler in China geboren, musste sich nach vier Durchgängen ebenfalls geschlagen geben. Damit war praktisch die Entscheidung im Bronze-Match gefallen.

Das neu formierte Doppel Ovtcharov/Steger hatte zwar das Nachsehen, doch auf diese Situation war Bundestrainer Jörg Roßkopf vorbereitet. Sein Schachzug, den wiedererstarkten Boll erstmals für zwei Einzel zu nominieren, ging auf. Der Weltranglisten-Siebte setzte mit 3:1 gegen Jiang Tiany den Schlusspunkt und konnte sich mit der Bronze-Plakette für sein frühes Aus im Einzel trösten.

"Diese Gefühlswelten braucht man nicht"

"Ich musste ein hohes Niveau spielen", sagte Boll nach seinem entscheidenden Punktgewinn, "wir waren uns alle nicht mehr sicher, ob ich das Ding wirklich gewinnen würde. Diese Gefühlswelten braucht man eigentlich nicht, aber wenn es dann klappt, ist es klasse." Alle seien nun müde und erschöpft, aber: "Jetzt gehen wir feiern."

"Bronze ist super. Eine Niederlage und Platz vier wären eine große Enttäuschung gewesen", ergänzte der frisch gekürte Olympia-Dritte Ovtcharov. Sechs Tage nach Platz drei im Einzel erhielt er sein zweites Edelmetall in London. "Ich habe jetzt zwei Bronzemedaillen aus London und Silber aus Peking. Das hat im Tischtennis noch niemand in Deutschland geschafft", freute er sich.

Boll nimmt Familienplanung in Angriff

Für Boll beginnt nach London ein weiterer spannender Lebensabschnitt. Zwar will sich der Linkshänder auch für die nächsten Spiele 2016 in Rio de Janeiro noch einmal qualifizieren, doch mit Ehefrau Rodelia wird auch die Familienplanung in Angriff genommen. "Wenn man erst mal über 30 ist, tickt die Uhr irgendwann", sagte Boll und deutete an, seinen Turnierkalender reduzieren zu wollen.

Ehning scheitert im Finale

Derweil verpassten die erfolgsverwöhnten Springreiter eine Medaille. Marcus Ehning hatte die deutschen Hoffnungen im Greenwich Park zunächst am Leben erhalten, doch im Finale leistete sich der Mannschafts-Olympiasieger von Peking auf Plot Blue neun Fehlerpunkte und wurde schließlich Zwölfter. Meredith Michaels-Beerbaum hatte sich mit Bella Donna schon vorzeitig aus dem Medaillenrennen verabschiedet. Mit acht Fehlerpunkten und Platz 23 verpasste die Einzel-Vierte von Peking das Finale der besten 20. Die Goldmedaille ging an Steve Guerdat aus der Schweiz.

Kanuten bärenstark

Bereits am Morgen hatten die Kanuten eine Triumphfahrt hingelegt und die Medaillenbilanz des deutschen Teams kräftig aufpoliert. Sebastian Brendel holte Gold, der Vierer-Kajak der Frauen gewann Silber und Bronze ging jeweils an Max Hoff sowie Martin Hollstein/Andreas Ihle. Während der 24 Jahre alte Brendel im Einer-Canadier sein erstes olympisches Gold auf dem Dorney Lake holte, verpasste die zehn Jahre ältere Katrin Wagner-Augustin die Krönung ihrer Karriere mit dem fünften Olympiasieg.

Im Vierer mussten sich Wagner-Augustin, Carolin Leonhardt, Franziska Weber und Tina Dietze nur Weltmeister Ungarn nach 500 Meter nur Ungarn geschlagen geben.

"Das ist der Wahnsinn"

Brendel brüllte bei der Zieldurchfahrt seine Freude heraus, winkte ins Publikum und schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf. "Das ist der Wahnsinn. Ich bin gut reingekommen und habe bei 250 Metern gemerkt, dass ich etwas mache. Ich konnte richtig locker über die Strecke gehen. Ich genieße den Triumph. Ich habe so viel geopfert", sagte der Potsdamer, dem bei der Siegerehrung die Tränen in den Augen standen.

Vor dem Rennen hatte ihm seine Freundin aus der Heimat noch eine Siegesbotschaft von Tochter Hanna geschickt. "Das hat mich sehr motiviert", sagte Brendel, dem bei der WM im vergangenen Jahr noch das Paddel gebrochen war. "Daran habe ich aber nicht mehr gedacht. Ich habe vorher mit dem Hersteller telefoniert", fügte der neue Olympiasieger schmunzelnd an.

Mit seinem Sieg über die 1000-m-Distanz vor der Spanier David Cal Figueroa und dem drittplatzierten Kanadier Mark Oldershaw tritt er in die Fußstapfen des dreimaligen Canadier-Olympiasiegers Andreas Dittmer. "Das ist eine Genugtuung, für die harte Arbeit belohnt worden zu sein. Am Ende habe ich nur noch an die Fans zu Hause gedacht, wie sie gerade ausrasten", sagte Brendel.

Hoff nach starkem Endspurt belohnt

Überglücklich über seine erste olympische Medaille war auch Max Hoff. Der Ex-Weltmeister musste sich nach einem starken Schlussspurt über 1000 Meter im Einer-Kajak nur dem WM-Dritten Eirik Veras Larsen (Norwegen) und Weltmeister Adam van Koeverden (Kanada) geschlagen geben.

Olympia - Videos 
Vierer-Kajak der Damen gewinnt Silber

Das deutsche Quartett muss sich nur Ungarn beugen. Video

"Mit der Leistung bin ich nicht ganz zufrieden, aber mit der Medaille auf jeden Fall. Das ist der Lohn für die Arbeit. Die anderen beiden sind grandios gefahren", sagte Hoff. Es war die erste deutsche Olympia-Medaille in dieser Disziplin seit dem Bronze-Gewinn von Andre Wohllebe 1988 in Seoul.

Hollstein und Ihle sichern sich Bronze

Vier Jahre nach ihrem Triumph von Peking haben Martin Hollstein und Andreas Ihle im olympischen Finale im Zweier-Kajak Bronze gewonnen. Die Mitfavoriten lagen auf der 1000-m-Distanz lange zurück, sicherten sich auf der zweiten Hälfte aber noch Platz drei. Der Sieg ging an die Ungarn Rudolf Dombi und Roland Kokeny. Silber holten sich Fernando Pimenta und Emanuel Silva, die damit die erste olympische Kanu-Medaille für Portugal gewannen.

"Das war in der Saison das härteste Rennen überhaupt. Wir haben die Bronzemedaille gewonnen und sind stolz darauf", sagte Hollstein. "Wir waren am Ende", ergänzte Ihle, der anschließend seiner Freundin Tina Dietze im Vierer-Kajak die Daumen drückte.

"Silber ist das neue Gold"

Weder dies noch der Beistand von Kugelstoßrecke David Storl hatten für Gold gereicht. Storl-Freundin Carolin Leonhardt, Franziska Weber, Katrin Wagner-Augustin und Tina Dietze wurden Zweite. Damit riss die olympische Siegesserie des Großbootes: Seit 1996 hatten nur Deutsche auf dem obersten Podest gestanden. Die Silbermedaille war eine kleine Enttäuschung für das Quartett.

"Wir hätten gern Gold gewonnen. Aber in einer Stunde können wir uns auch über Silber freuen", sagte Weber, die mit Partnerin Dietze noch im Zweier um Medaillen fährt. "Die deutsche Mannschaft gewinnt hier lauter Silber. Silber ist das neue Gold und wir haben uns da angeschlossen", meinte Wagner-Augustin. Beim Posieren mit der Silbermedaille vor der Brust hatten sich die Gesichter schon wieder aufgehellt.

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