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4:1 gegen Südkorea: Hockey-Damen werden Siebte

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Hockey-Asse Keller, Rinne & Co. auf - Siebter Platz

08.08.2012, 16:18 Uhr | dpa

4:1 gegen Südkorea: Hockey-Damen werden Siebte. Natascha Keller wird ihre internationale Karriere beenden.

Natascha Keller wird ihre internationale Karriere beenden. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Mannhaft kämpfte Michael Behrmann gegen die Tränen an, doch als die Stunde des Abschieds von den neben ihm sitzenden Hockey-Assen Natascha Keller und Fanny Rinne gekommen war, bekam er feuchte Augen.

"Es war eine große Ehre, Trainer dieser tollen Spielerinnen gewesen zu sein", stammelte der Coach nach dem überzeugenden 4:1 (2:1) über Südkorea ins Mikrofon. Die gute Leistung kam indes zu spät: Statt der erhofften Medaille stand wie zuletzt in Sydney 2000 nur der enttäuschende siebte Platz zu Buche.

"Für den Olympiasieg gibts 'ne Prämie, für Rang sieben höchstens 'nen feuchten Händedruck", fasste die erfahrene Spielführerin Rinne die London-Auftritte selbstkritisch zusammen. "Wir müssen zugeben, dass wir es hier im Turnier nicht gebracht haben", sagte Rinne, die bis zur Heimreise mit der MS Deutschland Olympia-Touristin sein wird.

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Der Abschied von der "Wundertüte", wie der damalige Damen- und heutige Herren-Coach Markus Weise sein auf dem Weg zum Olympiasieg 2004 erst schwaches und dann ganz starkes Team nannte, fällt schwer: Als letzte Mitglieder der legendären "Golden Girls" haben Keller (425 Einsätze), Rinne (341) und Mandy Haase (212) ihre DHB-Karriere beendet. Nimmt man noch Torfrau Kristina Reynolds (87) dazu, bricht ein Gerüst mit der Erfahrung von mehr als 1000 Länderspielen heraus. Die scheidenden Spielerinnen sollen standesgemäß verabschiedet werden, betonte DHB-Präsident Stephan Abel: "Es wird eine Art Abschiedsspiel geben." Ort und Zeitpunkt stehen noch nicht fest

Noch offen ist, ob Bundestrainer Behrmann weitermacht. Er deutete am Mittwoch grundsätzliches Interesse an, macht die Verlängerung des endenden Vertrages aber "von den Rahmenbedingungen" abhängig. Und da fraglich ist, ob der klamme Deutsche Hockey-Bund zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen kann, wartet Behrmann notgedrungen vorerst ab.

Hoffnung macht, dass bei den erst gegen Ende stark auftrumpfenden DHB-Damen einige von Behrmann bewusst geförderte Youngster auf sich aufmerksam machten. So erzielte Lisa Hahn (22 Jahre) gegen Südkorea die ersten beiden Treffer. Nach Rinnes 131. Länderspieltor traf in Marie Mävers (21) auch die Zweitjüngste im Kader. "Das zeigt, dass man nicht schwarzsehen muss für die Zukunft", glaubt Keller.

Sie konnte ihr Torkonto (209) in London nicht erhöhen, glänzte gegen Südkorea aber als dreifache Torvorbereiterin. "Schön, dass wir noch mal unseren wahren Charakter zeigen konnten. Ich wünsche der Truppe, dass die ,Kleinen' das deutsche Damen-Hockey weit oben halten können. Denn es steckt noch einiges drin in dieser Mannschaft."

Abel sieht es ähnlich. Dank des Fördersystems und des konsequenten Aufbaus von der U 16 bis zur A-Mannschaft seien "genügend Talente vorhanden, um eine Mannschaft aufzubauen, die auch 2016 in Rio ein Wörtchen mitreden kann", sagte der DHB-Chef. Zur Personalie Behrmann äußerten sich die Verantwortlichen zurückhaltend. Abel bescheinigte dem Hamburger, dessen Top-Erfolg der EM-Sieg 2007 in Manchester war, "erfolgreiche Arbeit", sagte aber nur: "Personaldinge besprechen wir zuerst mit dem Personal." Sportdirektor Heino Knuf kündigte "erst die Olympia-Analyse" an, auf die dann eine Entscheidung folgen solle.

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