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Dortmund setzt sich noch höhere Ziele

22.08.2012, 08:45 Uhr | t-online.de

Borussia Dortmund. Zurück beim BVB: Mittelfeldhoffnung Marco Reus. (Quelle: imago)

Zurück beim BVB: Mittelfeldhoffnung Marco Reus. (Quelle: imago)

Die Saison geht genauso schlecht los wie die vergangene. Wieder musste der BVB zusehen, wie ein anderes Team im Konfettiregen den ersten Titel einheimst. Nach Schalke im Vorjahr überließen die Borussen vor der Jubiläumsspielzeit dem FC Bayern den Supercup. Aber genau wie 2012 dürfte Dortmund die Prologpleite erneut herzlich egal sein und als gutes Omen für eine erfolgreiche Saison gelten.

Der Titelverteidiger hat längst größere Ziele als den Gewinn von Vorbereitungspokälchen: Im Falle des Meister-Hattricks winkt den Westfalen ein Eintrag in die Geschichtsbüchern. Bisher gelang in 49 Jahren Bundesliga nur München und Gladbach das Kunststück, drei Mal in Folge am Ende oben zu stehen. Und in der Champions League hat das Team von Trainer Jürgen Klopp noch eine dicke Rechnung offen.

1. Personelle Situation

Wie schon im Vorjahr hat der BVB auch nach dem Gewinn des Doubles die Stammelf bis auf eine Ausnahme beisammen gehalten, obwohl die Spieler der Borussia in ganz Europa hochbegehrt sind. Trotz seiner herausragenden Position dürfte Shinji Kagawa, der sich bei Manchester United den Traum von der englischen Premier League erfüllt, sogar noch leichter zu ersetzen sein als Nuri Sahin nach dem ersten Meistertitel der Generation Klopp. Denn in Marco Reus haben die Dortmunder einen Spieler verpflichtet, der ähnlich veranlagt ist und keinen so langen Anlauf braucht wie Sahin-Nachfolger Ilkay Gündogan. Kaum ein Experte bezweifelt die großen Fähigkeiten des "Spielers der Saison 2011/2012", der Borussia Mönchengladbach mit 18 Bundesligatreffern und 8 Vorlagen fast im Alleingang auf den vierten Rang schoss. Im BVB-System wird sich der 23-jährige Nationalspieler nahtlos einfügen.

Dazu hat sich der BVB auf weiteren Positionen in der Breite verbessert, um für eine anstrengende, lange Saison gerüstet zu sein. In Julian Schieber vom VfB Stuttgart steht ein hoffnungsvoller Stürmer zur Verfügung, der Robert Lewandowski Druck machen könnte. Oliver Kirch passt vom Alter her zwar nicht in Klopps Rasselbande, der 30-Jährige ist aber immerhin ein grundsolider Bundesligaspieler mit viel Erfahrung. Dazu verstärken die Youngster Leonardo Bittencourt und Mustafa Amini das Prachtstück der Borussia - das Mittelfeld. Dort meldet sich ein weiterer "halber" Neuzugang zum Dienst: Shooting-Star Mario Götze will nach einem halben Jahr Zwangspause wieder angreifen und seinen Stammplatz auf der rechten Außenbahn zurückerobern.

2. Stärken und Schwächen

In der Schaltzentrale des Dortmunder Spiels versammelt sich mittlerweile ein Block von zehn außergewöhnlichen Fußballern, selbst Nationalspielern wie Götze, Bender oder Großkreutz droht ein Platz auf der Bank. Trainer Klopp steht vor dem Luxusproblem, seine Kicker in diesem Konkurrenzkampf bei Laune zu halten, und vielleicht doch etwas mehr auf Rotation zu setzen als in den vergangenen Jahren. Umso wichtiger für den BVB, in der Champions League ein paar mehr Spiele einzusammeln als in der schwachen Saison 2011/2012, als die Dortmunder als Gruppenletzter sang- und klanglos in der Vorrunde ausschied.

In den anderen Mannschaftsteilen ist der BVB ebenfalls top besetzt, allerdings nicht unbedingt in der zweiten Reihe. Schieber muss seine Qualitäten erst noch beweisen, zur Not könnte aber auch Reus vom Mittelfeld in die Sturmspitze rücken. Die Abwehr war in der vergangenen Saison mit nur 25 Gegentreffern ein Garant für die tollen Erfolge. Innen ist die Borussia sehr froh, Felipe Santana zum Bleiben überredet zu haben. Denn ansonsten ist es mau bei den Innenverteidigern. Youngster Koray Günter hat sein großes Talent bei der U17-WM gezeigt, aber an die Bundesliga und erst recht an die Königsklasse wird sich der erst 18-Jährige erst noch gewöhnen müssen. Falls die Abwehrstars Neven Subotic und Mats Hummels mal länger ausfallen sollten, bekäme der BVB vermutlich ein Problem. Das gleiche gilt mit Abstrichen für Marcel Schmelzer, aber ganz eindeutig auch für Piszczek, der in den vergangenen beiden Jahren so unglaublich wichtig für das Spiel des Meisters war. Diese Fußstapfen dürften für Backup Kirch eine Nummer zu groß sein. Der dritte Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela ist zudem sehr verletzungsanfällig.

3. Der Trainer

Das Gesicht der Borussia - das ist seit vier Jahren Jürgen Klopp. Sehr zum Ärger des Trainers, dem der ganze Trubel um die eigene Person mittlerweile selbst zu weit geht. Daran ist der Coach natürlich auch selbst schuld, schließlich richten sich ständig alle Blicke auf den wohl emotionalsten Trainers der Bundesliga, der mit seinen Gesten und Sprüchen medienwirksam ist wie kein Zweiter und auch als Werbefigur immer wichtiger wird. Mit dem wachsenden Erfolg hat sich Klopp neben der großen Fanschar mittlerweile auch eine stattliche Zahl von Neidern und Kritikern erarbeitet, die der Klopp-Show ablehnend gegenüberstehen. Auf seine Arbeit beim BVB hat das alles aber keinen Einfluss. Dort ist und bleibt der ehrgeizige Übungsleiter der absolute Chef, sein Wort ist Gesetz. Nachdem sich Klopp über den Kreis der nationalen One-Hit-Wonder erhoben hat, will sich der Meistertrainer nun auch international Meriten sammeln und in der Königsklasse den nächsten Karriereschritt machen.

4. Die Prognose

Der BVB verfügt über ein eingespieltes Topteam, das mit Reus in der Schaltzentrale sogar noch unberechenbarer, noch stärker sein kann. Gerade im Mittelfeld bieten sich unendlich viele Möglichkeiten, die jeden Gegner in der Bundesliga vor eine schwierige Aufgabe stellen. Wenn der BVB in der Abwehr und im Sturm vom Verletzungspech verschont bleibt, sollte der Klub bis zum Schluss um die Meisterschaft mitspielen. Ob es zum dritten Liga-Titel in Folge reicht, hängt dann allein davon ab, ob die Konkurrenz Schritt halten kann. Allerdings steht die Borussia noch mehr als in der vergangenen Saison vor der Aufgabe, gegnerische Bollwerke zu knacken. Denn außer dem FC Bayern wird sich kein Team auf einen offenen Schlagabtausch mit den Meistern des Pressings und Gegenpressings einzustellen. Zudem könnte die Belastung aus der Champions League größer werden, wenn Dortmund im zweiten Anlauf in der Königsklasse überwinter sollte. Das jedenfalls ist das ganz große Ziel der Borussia, denn der Stachel der verkorksten vergangenen Saison sitzt sehr tief.

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