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Teamcheck: SC Freiburg - zu Hause am Abgrund

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Meister der Effizienz

09.08.2012, 15:19 Uhr | pr, pr, t-online.de

Teamcheck: SC Freiburg - zu Hause am Abgrund. Christian Streich hat das Feuer, sein Team erneut zum Klassenerhalt zu führen. (Quelle: imago)

Christian Streich hat das Feuer, sein Team erneut zum Klassenerhalt zu führen. (Quelle: imago)

von Patrick Rutishauser
Jeder Fußballfan sollte großen Respekt vor der Leistung des SC Freiburg haben. Denn die Mannschaft mit dem kleinsten Etat der Liga (nur 13,5 Millionen Euro) hat in der vergangenen Spielzeit einmal mehr Großes geleistet. Nach der Hinrunde schienen Freiburgs Tage in der Bundesliga endgültig gezählt. Der SCF stand auf dem letzten Tabellenplatz mit gerade einmal 13 Punkten. Noch dazu verließ mit Papiss Demba Cissé der einzige Torgarant den Klub. Am Ende der Saison stand der Verein jedoch mit 40 Punkten auf dem zwölften Platz. In der Rückrunde waren die Breisgauer sogar das siebtbeste Team.

Die Wende brachte Christian Streich. Der eigenwillige Mann gab der Mannschaft als als Chef-Trainer wieder eine eigene Identität und die Badener nahmen Fahrt auf – und wie. In Teil sieben der Teamcheck-Serie nimmt t-online.de den SC Freiburg unter die Lupe.

1. Personelle Situation

Angesichts der etwa elf Millionen Euro, die der Klub für Cissé kassiert hat, hätten die Breisgauer durchaus mal tiefer in die Tasche greifen können. Gemäß der Freiburger Tradition investierten die Verantwortlichen jedoch einen Großteil des Geldes in den Nachwuchs, aus dem der Verein seit Jahren immer wieder Spieler zu Profis ausbildet. Außerdem will der Klub auch noch wirtschaftlich handeln können, sollte er in die 2. Liga absteigen.

Auch in diesem Jahr hat Trainer Streich Personal aus den eigenen Reihen in seinen Profikader geholt. Der 19-jährige Christian Günther soll auf der linken Abwehrseite helfen und der 21-jährige Franzose Mounir Bouziane ist als Ersatz im Sturm gedacht. Mit Fallou Diagné (18) und Matthias Ginter (22) sind junge, aber hochtalentierte Innenverteidiger bereits in die Mannschaft integriert. Der 22-jährige Daniel Caligiuri hat in der vergangenen Saison einen Leistungssprung gemacht und ist das beste Beispiel dafür, wie der Klub seinem Nachwuchs Vertrauen schenkt.

Ganz ohne Einkaufe geht es aber auch in Freiburg nicht. Max Kruse kam vom FC St. Pauli für 750.000 Euro und ist der prominenteste Neuzugang. Der 24-jährige Mittelfeldspieler soll das Spiel in der Offensive lenken. Außerdem wurde Vegar Hedenstad für 500.000 Euro vom norwegischen Klub Stabaek IF für hinten rechts verpflichtet. Er kann bereits A-Nationalspiele vorweisen und gilt als Rohdiamant. Für die Außenbahnen sicherte sich der SCF die Dienste von Marco Terrazzino (vom KSC) und Ezequiel Calvente (ausgeliehen mit Kaufoption von Real Betis). Stürmer Ivan Santini kam auf Leihbasis vom kroatischen Klub NK Zadar. Er hat in den Testspielen bereits seine Torjägerqualitäten bewiesen.  

Die Abgänge sind verschmerzbar. Stefan Reisinger, der sich nicht gerade als treffsicherer Stürmer erwiesen (drei Tore in 25 Spielen) hat, ging nach Düsseldorf. Andreas Hinkel hat sich nie wirklich durchgesetzt und verlässt den Verein ebenso wie Oliver Barth. Mit dem 32-jährigen Innenverteidiger lassen die Freiburger einen ihrer wenigen erfahrenen Spieler gehen.

2. Stärken und Schwächen

Die größte Stärke des Klubs ist es, aus wenig viel zu machen. Andere Klubs könnten sich von der Effizienz der Badener ein Scheibe abschneiden. Der Hamburger SV beispielsweise gab mit 35 Millionen Euro 2,5 mal so viel aus, landete aber drei Plätze hinter den Breisgauern. Derzeit hat der Klub zehn Mann aus den eigenen Reihen im Kader. Dadurch ist die Identifikation der Fans mit dem Verein sehr hoch. Seit Streich das Ruder übernommen hat, agiert das Team wieder als eingeschworenes Kollektiv, in dem der Star die Mannschaft ist. So konnte auch der Abgang von Cissé kompensiert werden. Das Team stellt sich nicht hinten rein, sondern spielt ein modernes offensiv-orientiert Kurzpassspiel. Das Fehlen eines Stars ist aber auch eine Schwäche. Wer ist der Boss auf dem Platz und wer übernimmt die Verantwortung, wenn es drauf ankommt?

Das größte Manko ist die fehlende Erfahrung. Pavel Krmas ist der einzige Spieler über 30 Jahre. Die Breisgauer bilden Spieler aus, müssen sie aber ziehen lassen, sobald diese sich in den Fokus der Öffentlichkeit spielen. Im Abstiegskampf ist eine unerfahrene Abwehr immer eine Gefahr.

3. Der Trainer

Christian Streich ist die Attraktion beim SC Freiburg. Der 47-Jährige übernahm den Trainerposten zum Jahreswechsel und wurde schnell zur Bundesliga-Berühmtheit. Streich ist ein Jugendtrainer auf der Bank eines Bundesligisten. Seit 1995 arbeitet er erfolgreich in der Jugend des SCF. Er erreicht seine jungen Spieler und erlaubt ihnen, Fehler zu machen, und gab dem Klub wieder eine eigene Identität. Mit seinem starken badischen Dialekt, dem wilden Gefuchtel an der Seitenlinie und einer absoluten Natürlichkeit ist er die Identifikationsfigur des Vereins. Streich ist also genau der Trainertyp, den der Sportclub benötigt. Die Frage ist nur, ob sich die Motivationsrakete mit der Zeit nicht abnutzt.

4. Die Prognose

Für den SC Freiburg heißt das Ziel auch dieses Mal Klassenerhalt. Erfahrung ist dabei die Schlüsselqualifikation. Auf der einen Seite sind es die Breisgauer gewohnt, gegen den Abstieg zu spielen, wissen worauf es ankommt und tragen die Nase nicht zu hoch. Gleichzeitig ist das Team jedoch noch sehr jung. Es wird nicht leicht, die Klasse zu halten. Da aber mindestens eine Hand voll potentielle Absteiger in der Liga spielen, stehen die Chancen gut, dass das Abenteuer Bundesliga auch 2013 weitergeht. Freiburg wird sich zwischen Platz 13 und 16 einsortieren.

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