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Freiwasser-Schwimmer Lurz holt Silber über 10 km

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Silber statt Gold für Lurz: "Das Bestmögliche"

10.08.2012, 16:55 Uhr | dpa

Freiwasser-Schwimmer Lurz holt Silber über 10 km. Thomas Lurz ist der einzige Medaillengewinner unter den deutschen Schwimmern.

Thomas Lurz ist der einzige Medaillengewinner unter den deutschen Schwimmern. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Die angestrebte Goldmedaille hakte Thomas Lurz "so etwa 1200 Meter" vor dem Ziel ab. Statt den enteilten Tunesier Oussama Mellouli mit aller Kraft zu jagen, schwamm der Rekord-Weltmeister über 10 Kilometer im trüben Serpentine Lake von London lieber sicher zu einem zweiten Platz.

"Ich habe eine clevere taktische Entscheidung getroffen. Ich glaube nicht, dass ich Silber gewonnen hätte, wenn ich versucht hätte, den Olympiasieger einzuholen", schilderte der zehnmalige Weltmeister. Etwas gequält wirkte sein Lächeln bei der Medaillenzeremonie neben Oussama Mellouli, einem Sieger mit Doping-Vergangenheit. Letztlich aber gab sich der Würzburger mit Rang zwei zufrieden. "Ich wollte schon Gold gewinnen, aber so wie das Rennen gelaufen ist, war es das Bestmögliche."

Als der 32-Jährige dann auf den Beginn der Pressekonferenz wartete, zückte Verbands-Generalsekretär Jürgen Fornoff den Fotoapparat. Da war sie also, die erste und einzige Medaille eines deutschen Schwimmers in London. Acht hätten es laut Zielvereinbarung sein sollen, davon zwei aus Gold.

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"Ich weiß nicht, ob wir den Schwimmverband gerettet haben, aber wenn man was gewinnen will, muss man sich für die Sportart den Hintern aufreißen, jeden Tag", sagte Trainer Stefan Lurz. "Ich bin sehr stolz auf Thomas, auch als sein Bruder. Es wird Zeit, ihn in den Arm zu nehmen und zu drücken." Andreas Waschburger aus Saarbrücken landete auf dem achten Platz.

Fair gratulierte Thomas Lurz dem Olympiasieger aus Tunesien, der im November 2006 bei einem Wettkampf in den USA positiv auf das Amphetamin Adderall getestet worden. Zwar beteuerte Mellouli damals, er habe nicht seine sportliche Leistungsfähigkeit verbessern wollen, gesperrt wurde er trotzdem für 18 Monate. Er verwies auf zehn negative Dopingtests jährlich. Der Olympia-Dritte Richard Weinberger (Kanada) wertete Mellouli als "ehrlichen Schwimmer", der "nicht betrügt".

Der Tunesier holte sich seinen zweiten Olympiasieg. 2008 hatte er über 1500 Meter Freistil triumphiert und als erster afrikanischer Schwimmer eine Medaille geholt. Vergangene Woche holte Mellouli bereits Bronze über die längste Becken-Distanz. Und dann ging es im Serpentine Lake im Hyde Park 1:49:55,1 Stunden lang in das durch die Hinterlassenschaften von Enten und Schwänen verdreckte Wasser.

"Er ist eigentlich nach Phelps und Lochte der vielseitigste Schwimmer. Er ist mir technisch schon überlegen. Wenn ich ihn schlage, dann mit meinem Kämpferherzen. Man muss schon anerkennen, dass er gewonnen hat", sagte Lurz. "Thomas ist ein netter Kerl, sehr freundlich", entgegnete Mellouli erfreut und dachte nach dem Sieg über den Rücktritt nach: "Es gibt keinen Weg, das zu toppen."

Zumal die körperlichen Anstrengungen auch für ihn die "Hölle" waren. "Die Schultern waren so schwer, die Beine so müde, die Lunge brannte. Das ganze System war am Limit", schilderte der im Freiwasser unerfahrene Tunesier die Qualen.

Am Ende fehlten Lurz daher nur 3,4 Sekunden auf Mellouli. "Ich konnte seinem Speed nicht folgen, von daher war es für mich das Optimale", erklärte Lurz. Er gedachte mit der Medaille um den Hals dem vor knapp zwei Jahren bei einem Rennen gestorbenen Amerikaner Francis Crippen. "Er war ein großer Athlet. Ich musste vor und während des Rennens an ihn denken."

Zur Hälfte des Rennens führte der 25-jährige Waschburger vor Mellouli und Lurz, bis dann der Tunesier in der vorletzten Runde wieder das Tempo machte. "Ich habe gedacht, dass er zum Schluss keine Kraft mehr hat, wenn wir ihn müde schwimmen", sagte ein zufriedener Waschburger. Erst musste er abreißen lassen, später konnten auch Lurz, Weltmeister Spyridon Gianniotis aus Griechenland und Weinberger nicht mehr folgen. Wenigstens holte sich Lurz noch Silber, auch wenn das nicht ganz der erhoffte Lohn für die Mühen der letzten Jahre war.

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