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Eklat beim Hammerwurf: Heidler-Wurf nicht gemessen

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Heidler muss um Hammer-Bronze bangen - China-Protest

11.08.2012, 00:02 Uhr | dpa

Eklat beim Hammerwurf: Heidler-Wurf nicht gemessen. Lange nach Wettkampfende wird die Bronze-Weite von Betty Heidler bestätigt.

Lange nach Wettkampfende wird die Bronze-Weite von Betty Heidler bestätigt. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Nach einem unfassbaren Computerfehler muss Hammerwerferin Betty Heidler um ihre erste Olympia-Medaille bangen. Ihre Bronze-Weite von 77,13 Metern im fünften Versuch wurde der Weltrekordlerin in London erst nach langen Diskussionen und einer Nachmessung anerkannt.

Statt Achte war sie am Ende Dritte. Die Frankfurterin jubelte, musste dann aber wieder zittern. Der chinesische Verband legte Protest ein: Siegerehrung und Pressekonferenz wurden abgesagt.

"Ich hab' echt Nerven gelassen. Ich sitze jetzt zwischen allen Stühle", sagte Heidler. Deutschlands Chef de Mission, Michael Vesper, sprach von einem "Skandal" und betonte: "Wir sind froh, dass sich am Ende die objektive Tatsache durchgesetzt hat und sie diese verdiente Bronzemedaille gewonnen hat."

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Sie habe "relativ zeitig" gewusst, "dass der Wurf sehr weit und im System war. Da war für mich erst einmal alles in Ordnung. Oh Gott, jetzt weiß ich, dass es offiziell ist und freue mich ganz doll", sagte Heidler zunächst im ARD-Interview und wollte die unglaublichen Umstände schnell abhaken: "Das spielt jetzt alles keine Rolle mehr. Ich bin glücklich." Sauer auf die Kampfrichter war sie nicht: "Die waren alle total nett und taten mir auch ganz doll leid."

Vesper war nicht so nachsichtig: "Ich muss schon sagen, es ist ein Skandal, dass wirklich alle es gesehen haben und trotzdem die falsche Zahl auf der Anzeigetafel erschienen ist. Als Betty Heidler gesagt hat, dass sie weiter geworfen hat, ging der Wettkampf weiter und die Sache wurde nicht erst geklärt. Es ist völlig unverständlich", sagte er im ARD-Studio.

Die 28-jährige Heidler schnappte sich nach der Bestätigung ihres besten Versuchs eine deutsche Fahne und baute sich stolz neben der Anzeigetafel auf. Ein Jahr nach ihrem WM-Sieg in Daegu/Südkorea triumphierte die Russin Tatjana Lysenko mit starken 78,18 Metern. Silber ging an die Polin Anita Wlodarczyk (77,60). Heidlers Frankfurter Clubkollegin Kathrin Klaas wurde mit der persönlichen Bestweite von 76,05 Metern Fünfte. Durch das Vorrücken von Heidler flog die Chinesin Zhang Wenxiu mit ihren 76,34 Metern aus den Medaillenrängen.

Bis das Drama um ihren fünften Versuch begann, war Betty Heidler mit 73,90 Metern deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben. Dann konnte die Weltmeisterin von 2007 aber doch kontern. Weit flog der Hammer, für jeden im Olympiastadion klar sichtbar landete er deutlich jenseits der 76 Meter. Nach Heidlers Angaben war die Weite von 77,13 Metern zwar von den Kampfrichtern gemessen, aber nicht in den Ergebniscomputer übertragen worden. Dort leuchteten dann plötzlich nur 72,39 Meter auf. Da die nächste Werferin im Ring stand, wurde alles furchtbar hektisch.

Diskussionen begannen, Heidler durfte den Versuch wiederholen, aber er misslang. Wütend dreinblickend saß die Weltmeisterin von 2007 nach Ende des Wettkampfes zunächst auf dem Boden und schaute zu, wie ihre Rivalinnen eine Ehrenrunde liefen. Später konnte aber auch sie noch jubelnd den Hammerwurfsektor verlassen - trotz Bronze wird dieser Wettkampf aber noch einige Diskussionen nach sich ziehen. Auch die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf war in London bereits beim Gewinn ihrer Silbermedaille im abschließenden 800-Meter-Lauf zunächst irrtümlich disqualifiziert worden.

Mit 79,42 Metern hatte Heidler am 21. Mai 2011 in Halle (Saale) ihren weiterhin gültigen Weltrekord aufgestellt. Lysenko haute gleich im ersten Durchgang einen Hammer raus - 77,56. So weit hat bei Olympia noch nie eine Athletin geworfen. Sie steigerte sich sogar noch auf 78,18 Meter.

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