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Olympia 2012: Peinliche Posse um Betty Heidler

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Londons Kampfrichter blamieren sich erneut bis auf die Knochen

11.08.2012, 10:05 Uhr | t-online.de

Olympia 2012: Peinliche Posse um Betty Heidler. Betty Heidler nimmt die Posse um ihren Hammerwurf mit Humor. (Quelle: Reuters)

Betty Heidler nimmt die Posse um ihren Hammerwurf mit Humor. (Quelle: Reuters)

Aus London berichtet Julian Moering

Es waren unfassbare Szenen, die sich da im Olympiastadion abspielten und abermals kein gutes Licht auf die in London schon viel kritisierten Kampfrichter warfen. Noch lange nach Ende des Hammerwurf-Finals diskutierte Betty Heidler mit den Offiziellen, bis sie schließlich vom vorerst achten auf den dritten Rang rutschte und somit doch noch Bronze gewann.

Der Reihe nach: Heidler hatte mit ihrem fünften Versuch eine Weite hingelegt, die laut Fernsehbilder zu diesem Zeitpunkt zur Silbermedaille gereicht hätte. Doch die Anzeigetafel blieb leer, es wurde keine Zahl angezeigt. "Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich um ein Computerproblem handelte", sagte Heidler später. Doch zu diesem Zeitpunkt wusste das noch niemand.

Nach Heidlers Wurf wurde es richtig peinlich

Hier hätte man die Situation mit Bedacht noch retten können, doch es wurde richtig peinlich. Anstatt den Wettbewerb zu unterbrechen, schickten die Offiziellen die nächste Teilnehmerin in den Ring, die auch sofort ihren Hammer schleuderte. Dabei war immer noch nicht klar, wie man nun mit dem Versuch der Deutschen umzugehen habe. Auf dem Rasen stand immer noch der Mann, der den Einschlagpunkt von Heidlers Hammer anzeigte. Erst als das Wurfgerät bereits in der Luft war, räumte dieser fluchtartig seinen Posten. Das hätte richtig schiefgehen können.

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Lurz holt die einzige deutsche Schwimm-Medaille.

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"Ich habe mir keine allzu großen Sorgen gemacht"

Heidler hatte aber immer noch keine Weite und bekam von den Kampfrichtern sogar gesagt, der Wurf sei ungültig gewesen. Die Fernsehaufnahmen beweisen das Gegenteil. Doch sie musste ihren Versuch wiederholen, dabei kam keine nennenswerte Weite heraus. Da auch der sechste Versuch keine Verbesserung brachte, legte die deutsche Mannschaft Protest ein.

Die Athletin selbst blieb inmitten dieses Olympia-Chaos erstaunlich cool, lächelte sogar freundlich in die Kameras. "Die Briten haben mir immer wieder versichert, das meine Weite im System ist. Deswegen habe ich mir keine allzu großen Sorgen gemacht", nahm es Heidler gelassen.

Mittlerweile hatte das Ganze schon komödiantische Züge angenommen, und als die Offiziellen am Ende sogar das gute alte Maßband zückten, hatten sie die Lacher endgültig auf ihrer Seite - wenn auch unfreiwillig. Manch ein Zuschauer mag sich da an seine eigenen Bundesjugendspiele erinnert haben, aber es handelte sich um ein olympisches Finale.

"So etwas Skurriles habe ich noch nie erlebt"

Erst als die Anlage bereits abgebaut wurde und die Medaillengewinnerinnen um die russische Siegerin Tatjana Lysenko (78,18 Meter) ihre Ehrenrunde schon absolviert hatten, konnte die Weite ermittelt werden. Auf 77,12 Meter hatte Heidler den Hammer geworfen, was ihr nachträglich die Bronzemedaille einbrachte. "So etwas Skurriles habe ich noch nie erlebt", gab die 28-Jährige zu.

Was für Heidler noch ein glückliches Ende nahm, muss für die zwischenzeitliche Bronze-Gewinnerin Zhang Wenxiu aus China (76,34 Meter) die Hölle gewesen sein. Sie kam gerade vom Feiern mit Fans und Betreuern, als sie ein Journalist über ihre nachträgliche Zurückstufung aufklärte. Fassungslos verschwand die Unglückliche in den Katakomben des Olympiastadions. Die Chinesen legten zwar Protest ein, doch der wurde abgewiesen.

Trauriger Höhepunkt der Fehlentscheidungen

Dieser Vorfall, der weltweit im Fernsehen übertragen wurde, ist nur der traurige Höhepunkt einer Vielzahl peinlicher und haarsträubender Fehlentscheidungen der Schieds- und Kampfrichter bei diesen olympischen Spielen. Beim Boxen wurde der Japaner Satoshi Shimizu überraschend zum Verlierer erklärt, obwohl er seinen Gegner sechs Mal auf die Bretter geschickt hatte. Zwar wurde das Urteil nach Protest revidiert, doch der Skandal war da.

Auch bei der deutschen Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf, die zuerst fälschlicherweise disqualifiziert und dann doch noch zur Silbermedaillengewinnerin gekürt wurde, hinterließen die Kampfrichter einen verheerenden Eindruck. Turnerin Janine Berger, die Hockey-Damen und das Team der Florettfechter können ebenfalls ein Lied von umstrittenen Entscheidungen singen.

Ansehen von Olympia ist in Gefahr

Diese Vorfälle werfen ein großen Schatten auf die sonst so perfekt organisierten Spiele in der englischen Hauptstadt. Hier muss das Internationale Olympische Komitee (IOC) schleunigst reagieren, sonst gerät das Ansehen der ganzen Veranstaltung in Gefahr. Schließlich kämpfen hier die besten Sportler und Sportlerinnen der Welt um Gold, Silber und Bronze. Heidler hat jedenfalls ihre Lehren aus dieser Posse gezogen: "Das nächste Mal stelle ich mich in den Ring und warte, bis das Ergebnis angezeigt wird."

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