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Taekwondoka Fromm: Für Bronze einmal um die Welt

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Taekwondoka Fromm: Für Bronze einmal um die Welt

11.08.2012, 16:03 Uhr | dpa

Taekwondoka Fromm: Für Bronze einmal um die Welt. Helena Fromm scheint ihre Bronzemedaille zu lieben.

Helena Fromm scheint ihre Bronzemedaille zu lieben. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Helena Fromm ist die erste deutsche Taekwondo-Frau mit einer Olympia-Medaille. In Deutschland spielt die Randsportart aber nur eine untergeordnete Rolle. Das beginnt beim Training.

Bundestrainer Carlos Esteves scheint Helena Fromm zu erdrücken. Beinahe eine halbe Minute liegen sie sich in den Armen. Esteves' Schützling hat gerade Bronze im Taekwondo-Turnier von London erobert. "Wir haben Geschichte geschrieben. Noch nie hat eine deutsche Dame in unserem Sport eine olympische Medaille gewonnen", sagt Esteves begeistert. In der Tat gab es in dem seit zwölf Jahren olympischen Kampfsport erst einmal Edelmetall für Deutschland, und das ging an einen Mann: 2000 in Sydney holte sich der Frankfurter Faissal Ebnoutalib Silber.

Fromm, die schon WM- und EM-Medaillen eingesackt hat, fühlt sich in einer neuen Sphäre. "Olympia ist etwas völlig anderes. Es ist ein viel größeres Gefühl, man ist aufgeregter", sagt die 25-Jährige aus Arnsberg. "Ich habe es einfach genossen." Das konnte sie 2008 bei ihrer Olympia-Premiere noch nicht. "Damals war ich zu unreif."

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Die Entbehrungen in der vergangenen Zeit waren grenzwertig. "Ich habe in den letzten Monaten auf wirklich alles verzichtet. Da habe ich mich in der Trainingshalle verkrochen", seufzt die studierende Sportsoldatin. Selbst ihren 25. Geburtstag am vergangenen Sonntag in London ignorierten sie und ihr Trainer. "Ich habe ihr gesagt: Jetzt ist nicht Geburtstag, jetzt ist Olympia", verrät Esteves, der als Bundestrainer auch ihr Heimcoach in Iserlohn ist.

Esteves und Fromm suchten die Besten der Welt auf, um mit ihnen zu trainieren. Sie fuhren nach China und Südkorea, nach Kuba, Venezuela und Frankreich. "Seit Januar waren wir jeder nur eine Woche pro Monat zu Hause. Das war auch für unsere Familien eine verdammt harte Zeit. Wenn du aber gewinnen willst, musst du alles andere zurücksetzen", erklärt der 52 Jahre alte Trainer. Früher, so Esteves, habe es deswegen Diskussionen gegeben. Heute zieht Fromm mit. "Früher war sie auch wild, hat alle k.o. getreten. Heute kämpft sie bewusst."

Zu Hause sind die Trainingsbedingungen suboptimal. Die Esteves-Frauengruppe mit vier Top-Athletinnen darf nur am frühen Abend in die Schulsporthalle. "Ich muss betteln, wenn ich mal zu einer anderen Zeit rein will. Das geht dann aber nicht, weil Schulsport ist oder ein Chor singt oder eine Band spielt", erzählt Esteves, der eine spanische Mutter und einen portugiesischen Vater hat. "Wir haben einfach keine professionelle Bedingungen." Ist die Halle besetzt, wird im Freien trainiert. Regnet es, muss der Dachboden von Esteves' Haus herhalten. Fürs Grundlagentraining gehen die Athleten auf eigene Kosten in ein öffentliches Fitnessstudio.

"In Iserlohn zählt nur Eishockey. Für uns interessiert sich keiner", beschwert sich Esteves. "Wir wurden noch nicht mal zu den Spielen von der Stadt verabschiedet." Nach London ist eine 30 Fans starke Gruppe aus Verwandten und Bekannten gereist. Darunter auch Fromms polnischer Freund, der gleich sieben Landsleute zur lautstarken Unterstützung rekrutierte und in ein Wohnmobil packte. "Vielleicht wird das Interesse in Deutschland nach meiner Bronzemedaille ja größer", formuliert Fromm ihre vagen Hoffnungen.

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