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Klein und Wolfram ohne Turm-Medaille

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Wolfram 8., Klein 10. vom Turm - Boudia Olympiasieger

12.08.2012, 01:14 Uhr | dpa

Klein und Wolfram ohne Turm-Medaille. Sascha Klein wurde im Finale nur Zehnter.

Sascha Klein wurde im Finale nur Zehnter. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Ein glückloser Sascha Klein und ein verletzter Martin Wolfram haben den deutschen Wasserspringern nicht das ersehnte olympische Edelmetall von London gebracht.

Olympia-Debütant Wolfram kämpfte sich als Achter mit 506,65 Zählern durch den Wettkampf und musste danach mit einer ausgekugelten Schulter in die Klinik gebracht werden. Der WM-Dritte Klein musste sich an einem schlechten Tag mit dem zehnten Platz und 496,30 Punkten begnügen. In der wohl spannendsten Olympia-Entscheidung vom Turm holte sich der WM-Zweite David Boudia (USA) den Sieg.

Der von Sprung-Legende Greg Louganis betreute Amerikaner kam auf 568,65 Punkte und verwies Chinas Weltmeister Qiu Bo (566,95) knapp auf den Silberrang. Bronze ging an den Briten Thomas Daley (556,95). 17 000 Zuschauer, unter ihnen Englands Fußball-Ikone David Beckham, feierten den heimischen Heroen frenetisch. Deutschland blieb wie zuletzt 1988 ohne Wassersprung-Medaille.

"Das passt zu den Olympischen Spielen. Wir haben nicht das Quäntchen Glück gehabt" sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und berichtete von der ausgekugelten Schulter des 20-jährigen Wolfram. "Er war schon unter Lachgas gesetzt und hat geschmunzelt", sagte Buschkow und lobte den jungen Dresdner. "Er hat unheimlich gekämpft."

Wolfram hatte stark losgelegt. Nach 77,40 Punkten im Vorkampf und 91,80 im Halbfinale erhielt er im Finale für den Handstand-Doppelsalto rückwärts mit zweieinhalb Schrauben diesmal 97,20 Punkte und setzte sich gemeinsam mit Boudia an die Spitze. Der Amerikaner blieb aber im Gegensatz zum 20-Jährigen vorne.

Für Aufsehen sorgte im ersten Durchgang Lokalmatador Daley. Weil sich der Brite durch ein Blitzlicht gestört fühlte, durfte er noch einmal ran. Statt 75,60 Zählern für den zweieinhalbfachen Salto rückwärts mit zweieinhalb Schrauben gab es in der Wiederholung 91,80. Eine fragwürdige Entscheidung. "Ich freue ich mich an der Stelle, dass heute der richtige Sportler auf dem obersten Podest gestanden hat", sagte Buschkow und mochte nicht ins Detail gehen.

Der in dieser Saison wegen Verletzung gehandicapte Klein startete weniger furios als Wolfram. Als Neuntem der ersten beiden Durchgänge missglückte ihm in der dritten Runde der Handstand-Dreifachsalto rückwärts. Nur 66,50 Punkte bedeuteten das Aus aller Medaillenhoffnung, er fiel auf Rang zwölf zurück. "In so einem Wettkampf muss alles stimmen, damit man vorne dabei ist. Ich werde weiter machen und nächstes Jahr gibt es wieder eine WM und da werde ich von neuem angreifen", sagte Klein, nach der Verletzung Wolframs mit zwei Taschen bepackt.

Auch Wolfram lag zur Halbzeit als Siebter schlechter als zuvor im Rennen und verabschiedete aus dem Kampf um die Podestplätze. Er fasste sich wiederholt mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Schulter, fuhr aber immerhin das zweitbeste Punkte-Ergebnis der Karriere ein.

Schon im Halbfinale hatte sich Klein "ein bisschen schwer gefühlt". Und auch im Endkampf konnte er nicht wie gehofft auftrumpfen, dort war er schlechter als in den Vorkämpfen. Anders als bei der WM in Shanghai vor einem Jahr, als er hinter Qiu Bo und Boudia Dritter wurde, musste er diesmal anderen zum Medaillengewinn gratulieren. Damit bleibt der vierte Platz von Patrick Hausding im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett das beste deutsche Wassersprung-Ergebnis in London.

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