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Olympia 2016: Für Rio de Janeiro tickt die Olympia-Uhr

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Für Rio tickt die Olympia-Uhr

13.08.2012, 08:25 Uhr | dpa

Olympia 2016: Für Rio de Janeiro tickt die Olympia-Uhr. Londons Bürgermeister Boris Johnson (r) wird die Spiele an seinen Rio-Kollegen Eduardo Paes abgeben.

Londons Bürgermeister Boris Johnson (r) wird die Spiele an seinen Rio-Kollegen Eduardo Paes abgeben. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - "Als Gott die Welt erschuf, bereitete er Rio de Janeiro auf die Olympischen Spiele vor" - dieser euphorische Satz stammt von Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Stadt am Zuckerhut nun im Zeichen der Ringe steht.

1453 Tagen vor den ersten Olympischen Spiele in Südamerika hinkt die Metropole jedoch gewaltig hinter dem Zeitplan her und steht bis zum Sommer 2016 noch vor gigantischen Herausforderungen. In den Bereichen Finanzierung, Hotels, Sicherheit, Verkehr und Sportstätten liegt einiges im Argen. Viele vertrauen auf die Dynamik der Fußball-WM 2014, in deren Windschatten in Rio schon Vorarbeit für Olympia 2016 geleistet wird.

Die 1:2-Pleite im olympischen Fußball-Finale gegen Mexiko tat weh und trübte das Olympia-Fieber in der Heimat. In ihrer Enttäuschung über das verpasste Gold ließen die Fans ihrem Frust in den Cafés und Kneipen von Rio de Janeiro freien Lauf und zerrissen vor laufenden Fernsehkameras ihre Nationaltrikots. 20 Medaillen hatte Sportminister Aldo Rebelo gefordert. 15 Medaillen, dreimal Gold, viermal Silber und achtmal Bronze, hat das "Team Brasil" gesammelt. Dabei wurden in der vergangenen vier Jahren immerhin 390 Millionen Dollar (etwa 320 Millionen Euro) in die Vorbereitung des brasilianischen Olympia-Teams für London 2012 investiert.

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Nach den brillanten London-Spielen liegt die Messlatte für den nächsten Ausrichter der sommerlichen Ringe-Show hoch. Für Rio sind umgerechnet zwischen neun und elf Milliarden Euro öffentlicher und privater Investitionen geplant. Ein genaues Budget liegt noch nicht einmal dem IOC vor. Neben dem Aus- und Aufbau der Sportstätten vor allem im Westteil der Sechs-Millionen-Stadt ist es die Infrastruktur, die den Planern Kopfzerbrechen bereitet. Es gibt zu wenige Hotels für die Olympia-Touristen. Die Branche will die Anzahl von derzeit rund 20 000 Zimmern bis 2016 erheblich erhöhen, aber Bürgermeister Eduardo Paes plant wohlweislich die Anmietung von bis zu sechs Kreuzfahrtschiffen für etwa 10 000 Besucher.

Die Verkehrssituation in Rio ist oft chaotisch und von lähmenden Staus geprägt. Es gibt ein U-Bahn-Netz, das aber mit nur rund 40 Kilometern viel zu klein ist. Für die WM und Olympia setzt Rio auf Busschnellspuren. Bis 2016 soll ein "Hochleistungs-Transportring" stehen. "Fast die Hälfte aller Athleten werden ihre Sportstätten in weniger als zehn Minuten erreichen und fast dreiviertel von ihnen in weniger als 25 Minuten", so sieht es die ehrgeizige Ankündigung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vor. Möglich macht es die Nähe zum Olympischen Park in Westen der Stadt, in Barra da Tijuca, dem Herzen der Spiele von 2016.

Dort wurde im Juli der Startschuss gegeben für die Bauarbeiten für den "Parque Olímpico", der auf dem Gelände des bis 1989 als Formel-1-Kurs genutzten "Autódromo de Jacarepaguá" entstehen soll. Auf über einer Million Quadratmeter Fläche werden dort die Athleten in 14 Disziplinen antreten, darunter Basketball, Judo, Tennis, Radfahren, Synchronschwimmen und Gymnastik. Ende 2015 soll der Park fertig sein.

Ein weiteres Zentrum wird das Maracanã-Stadion, wo am 5. und 21. August 2016 die Eröffnungs- beziehungsweise Abschlussfeier stattfinden. Das Maracanã, Schauplatz des WM-Finals, wird derzeit für fast eine Milliarde Reais (rd. 400 Mio. Euro) grundrenoviert.

Die IOC-Koordinatorin für Rio, die marokkanische Olympiasiegerin über 400 Meter Hürden von 1984, Nawal El Moutawakel, mischte während ihrer Visiten im Gastgeberland zuletzt zunehmend auch mahnende Worte in ihr Lob mit ein. Die Hotelsituation sei eine große Herausforderung. Zudem seien die Abgabefristen für die Projekte "extrem eng". "Es gibt noch viel Arbeit. Das betrifft sowohl den Hafen als auch den Olympia-Park", beschied sie den Brasilianern.

Derart kritische Töne sind auch bei der WM-Vorbereitung vom Fußball-Weltverband FIFA zu hören, der sich mit dem Gastgeber zwischenzeitlich ein hässliches Wortgefecht über Fristen und Zusagen lieferte. Ein Doppelschlag von WM und Olympia stellt ein Land vor besondere Herausforderungen, vor denen bislang nur Mexiko (1968/1970), Deutschland (1972/1974) und die USA (1994/1996) gestanden hatten. Für das fünftgrößte Land der Welt ist es somit gleich eine zweifache Premiere.

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