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Asphalt-Sport: Rasante Inline-Alpiner vor Heim-WM

14.08.2012, 11:07 Uhr | dpa

Asphalt-Sport: Rasante Inline-Alpiner vor Heim-WM. Sigi Zistler fährt in Chammünster beim Inline-Slalom-Training auf einer Straße den Berg hinunter.

Sigi Zistler fährt in Chammünster beim Inline-Slalom-Training auf einer Straße den Berg hinunter. (Quelle: dpa)

Cham (dpa) - Als Kind ist er Skirennen gefahren - mit eher bescheidenen Resultaten. Mit neun Jahren wechselte Sebastian Gruber aus der Oberpfalz vom Schnee auf den harten Asphalt. Mit Erfolg: Der 19-Jährige ist amtierender Weltmeister im Inline-Alpin-Slalom.

Bei der am Mittwoch beginnenden WM in seiner Heimat Cham will er den Titel verteidigen. "Im Winter hast du deine Kante am Ski, im Sommer halt die Rollen, technisch gibt es da kaum einen Unterschied", sagt der Weltmeister, der eine Ausbildung zum Sonnenschutzmechatroniker macht. Eine asphaltierte Straße hinunterzurasen verlange jedoch mehr Mut.

So erreichen die Riesenslalomfahrer auf der 400 Meter langen WM-Piste in der Innenstadt des Kreisstädtchens Cham bei einem Gefälle von bis zu 13,5 Prozent Geschwindigkeiten von etwa 70 Stundenkilometern. Schürfwunden an Armen und Beinen nach Stürzen sind normal, schwere Knieverletzungen wie beim Skifahren gibt es dagegen selten.

In Rennmontur mit Helm, Rennanzug und Stöcken gleichen die Inliner den Kollegen von der beliebten Wintersportart. Erst unterhalb der Knie beginnen die Unterschiede. Die Füße stecken in Inlineschuhen mit einer Spezialschiene, an der vier High-Tech-Rollen stecken. Die Ausrüstung passt in eine normale Sporttasche. Das Material selbst bei den Topsportlern der Szene kostet nicht mehr als 1000 Euro.

Der größte Unterschied ist jedoch der Untergrund und vor allem das Wetter. Das war für die Entstehung der Sportart vor 15 bis 20 Jahren verantwortlich. "Viele Skifahrer hatten in den Sommermonaten eine Trainingsmöglichkeit gesucht und sind auf die Rollen umgestiegen", erläutert Sigi Zistler, Organisationschef der Heim-WM und selbst leidenschaftlicher Inline-Alpiner.

Wie viele Menschen in Deutschland den Sport betreiben, lässt sich nur schwer ermitteln, da auch viele in Vereinen organisierte Skifahrer im Sommer die Rollen unterschnallen. Zistler geht jedoch von mehr als 1000 Aktiven aus.

Bei der WM gehen neben den deutschen Sportlern Teilnehmer aus Lettland, Italien, Österreich, Japan und Indien an den Start. "Wenn die Sportart so weiter wächst, habe ich große Hoffnung, dass wir 2024 oder 2028 olympisch sind", prognostiziert Zistler. Eine Voraussetzung sei, dass 20 Nationen auf zwei Kontinenten organisiert sind.

An olympische Medaillen denkt Sebastian Gruber momentan nicht. Er konzentriert sich voll auf die WM vor seiner Haustür. Mindestens dreimal die Woche trainiert der Weltmeister nach Feierabend - zumeist auf etwa drei Meter breiten asphaltierten Wegen. Sein Verein FC Chammünster stellt nicht nur Kippstangen für das Training, sondern hat auch die Genehmigung zur Straßensperrung besorgt.

Vor ihrer ersten Fahrt gehen die Alpin-Inliner die Strecke ab. "Wir müssen die Steine rausfegen. Fährst du da drüber, liegst du schnell auf dem Asphalt oder landest im Graben", sagt Gruber.

Trainer, Betreuer oder Physiotherapeuten sind nicht an der Strecke. "Wir korrigieren uns gegenseitig", erklärt Susanne Weber aus Wilting bei Cham. Die Weltranglistenerste hat sich vor drei Wochen den Knöchel gebrochen - die WM steht auf der Kippe. Trotzdem ist die 16-Jährige beim Training dabei, kontrolliert die Zeitnahme, schreibt die Zeiten auf und gibt Tipps.

Zu der sehr jungen Sportart passt, dass vor allem jugendliche Athleten an der Weltspitze stehen. "Die guten älteren Skifahrer sind vielleicht nicht mehr so erfolgshungrig", glaubt Zistler, der bei den Senioren über 40 Jahren an den Start geht. Weltmeister Sebastian Gruber hat eine andere Theorie: "Du musst sehr beweglich sein und schnelle Füße haben. Im Alter geht das wohl nicht mehr so gut."

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