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Deutscher will Transeuropalauf gewinnen

16.08.2012, 11:20 Uhr | dpa

Deutscher will Transeuropalauf gewinnen. Robert Wimmer nimmt wieder am Transeuropalauf teil.

Robert Wimmer nimmt wieder am Transeuropalauf teil. (Quelle: dpa)

Skagen (dpa) - Vor neun Jahren schaffte es Robert Wimmer nach 480 Stunden, 29 Minuten und 51 Sekunden purem Laufen schon mal in die "Tagesschau".

Der TV-Ausschnitt war nicht lang, aber er zeigte Wimmers letzte quälende Schritte kurz vor Ende des Transeuropalaufs - und seinen erlösenden Siegesjubel direkt danach am Kreml in Moskau. Damals gab der laufbesessene Nürnberger seine Premiere bei dem längsten Wettlauf der Welt. Am Sonntag steht der 47-Jährige bei einer neuen Auflage des aberwitzigen Etappen-Ultralaufs am Start. Von Dänemark geht's bis nach Gibraltar, 64 Tage und Etappen, nur schlafen und laufen - Wimmer ist Favorit.

"Ich mache etwas ganz Besonderes, was nur wenige können, was nur wenige wollen. Das ist eines der letzten Abenteuer unserer Zivilisation", sagt er. 4175,9 Kilometer sind es vom dänischen Skagen hoch im Norden nach La Línea de la Concepción nahe am Mittelmeer, im Schnitt legen die Athleten täglich 65 Kilometer zurück. Fast ein Peanuts-Rennen für Wimmer - im Vergleich zu den beiden Transeuropaläufen, die bisher ausgetragen wurden. 2003 ging es über 5036 Kilometer von Lissabon nach Moskau, Wimmer gewann. 2009 wurde er über 4500 Kilometer von Bari zum Nordkap Vierter.

Wimmer, gelernter Augenoptiker, ist ein Laufverrückter. Er stellte diverse Weltrekorde in skurrilen Disziplinen auf. Vergangenes Jahr etwa den über 100 Kilometer auf dem Laufband. Die alte Bestmarke eines Briten unterbot er mal eben um mehr als elf Minuten. Auch jetzt ist der Familienvater ziemlich optimistisch. "Von den Vorleistungen her habe ich die meisten Vorschusslorbeeren", urteilt er. 44 Männer und neun Frauen aus zehn Ländern haben sich für die Mutprobe mit Start am Wochenende angemeldet - neben einem Japaner ist Wimmer aber der einzige, der schon zum dritten Mal dabei ist.

Warum er sich das antut? Weil er sich für das Außergewöhnliche geschaffen fühlt. Und weil der Vater einst mithalf. Zu Jugendzeiten ernährte sich Wimmer schlecht, rauchte, trank Alkohol, ging in die Disco, "was man eben so macht". Irgendwann empfahl der Papa: "Schau mal in den Spiegel, fang mal an zu laufen." Tat Wimmer auch, lief erst bei Kirchweihen und Volksfesten, steigerte sich stetig.

Beim knapp zweimonatigen Lauf quer durch Dänemark, Deutschland, Frankreich und Spanien bis ans Mittelmeer entscheidet nicht nur die reine Ausdauer über Erfolge und Niederlagen, über große Leistungen und große Enttäuschungen. "Zu einem Drittel ist das Läuferische wichtig, zu einem Drittel das Mentale, zu einem Drittel die Abenteuerlust." Wimmer ist überzeugt, alles vereinen zu können.

Dabei ist das Leben der 53 Transeuropaläufer in den kommenden zwei Monaten alles andere als luxuriös. "Die Tour de France ist schon besser organisiert", scherzt Wimmer. Bei den Läufen sind keine Horden von Begleitwagen, Medienvertretern oder Fans dabei, alles ist locker drei Nummern spartanischer. Jeder darf 30 Kilogramm und kein Sandkorn mehr mitschleppen, in der Nacht fungieren Turnhallen als Unterkünfte, irgendwo in Frankreich im kommenden Monat dann auch mal eine leergeräumte Autowerkstatt. Wimmer meint: "Auch was Neues für mich."

Große Veranstaltungsagenturen sind nicht für die Organisation zu begeistern, ein Privatmann aus Baden-Württemberg übernimmt dies. Er hat Streckenpläne erstellt und mit Behörden gesprochen, damit die Läufer nicht von der Polizei gestoppt werden, wenn sie plötzlich auf den Seitenstreifen von Autobahnen unterwegs sind. "Der emotionalste Augenblick für mich war, als ich 2003 in Kreml-Nähe auf der sechsspurigen Einfallstraße mit den Lastern um die Wette gelaufen bin", sagt Wimmer. Da hatte er das Ziel schon vor Augen.

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