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Paralympics: Pistorius läuft Weltrekord

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Pistorius glänzt bei erstem Start mit Weltrekord

01.09.2012, 22:07 Uhr | dpa

Paralympics: Pistorius läuft Weltrekord. Oscar Pistorius  nimmt sowohl bei den Paralympics als auch den Olympischen Spielen teil. (Quelle: imago)

Oscar Pistorius nimmt sowohl bei den Paralympics als auch den Olympischen Spielen teil. (Quelle: imago)

Oscar Pistorius ist der größte Star der Paralympics und er riss die Zuschauer gleich bei seinem ersten Auftritt von den Sitzen. Im Halbfinale über 200 Meter lief der "Blade Runner" in 21,30 Sekunden Weltrekord. Dabei blieb der 25-Jährige aus Südafrika, der bei seinem Olympia-Start im Halbfinale über 400 Meter ausgeschieden war, fast eine halbe Sekunde unter seiner bisherigen Bestzeit (21,76) und distanzierte die Konkurrenz in seinem Lauf um fast anderthalb Sekunden.

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Aber auch für die deutschen Athleten lief es gut. Die Dressurreiterinnen Britta Näpel und Angelika Trabert haben in London Silber und Bronze gewonnen. Die beiden erfahrenen Athletinnen mussten im Einzel nur der Amerikanerin Natasha Baker den Vortritt lassen. Und im voll besetzten Olympiastadion holte Leichtathlet Heinrich Popow mit Bronze die erste deutsche Medaille in den Laufdisziplinen. Sprinterin Claudia Nicoleitzik gewann nach peinlichen Fehlurteilen Bronze über 200 Meter.

Popow: "Ich habe gedacht, ich sterbe"

"Das ist hervorragend, das ist das Größte, was ich gefühlsmäßig ertragen kann", sagte die spastisch erkrankte Näpel, die vor vier Jahren schon Gold gewonnen hatte. Die individuellen Ergebnisse zählen auch für die Mannschaftsentscheidung im Greenwich Park, in der das vierköpfige deutsche Team bislang nur knapp hinter England liegt. Eine Medaille sicher haben bereits die Tischtennisspieler Holger Nikelis und Jochen Wollmert, die in ihren jeweiligen Klassen das Finale erreichten.

Im Olympiastadion, das mit 80.000 Zuschauern schon morgens voll besetzt war, lief Popow persönliche Bestzeit über 200 Meter in der Konkurrenz der Oberschenkelamputierten. "Ohne das Publikum wäre ich nicht so schnell gelaufen. Ich habe gedacht, ich sterbe, aber bei 120 Metern wurde es immer lauter und dann habe ich nichts mehr gespürt", sagte Popow, der nach dem Zieleinlauf ins Straucheln geriet und hinfiel. Gold mit Weltrekord von 24,38 Sekunden ging an den Engländer Richard Whitehead, Silber an Shaquille Vance aus den USA. Im Weitsprung hatte Popow als Vierter eine Medaille verpasst. Sein Vereinskamerad Markus Rehm war Weltrekord gesprungen.

Gleich mehrere Fehlurteile sorgen für Verwirrung

Nicoleitzik, die in Peking vor vier Jahren zwei Silbermedaillen gewonnen hatte, war über 200 Meter als Vierte ins Ziel gekommen. Danach wurde sie zunächst wegen einer Verwechslung disqualifiziert, fühlte sich dann aber schon als Dritte, als sie hörte, dass die Argentinierin, die sie blockiert hatte, stattdessen disqualifiziert wird. Die Rennleitung schloss aber zunächst in einer weiteren Verwechslung Nadia Schaus statt ihrer Landsfrau Yanina Andrea Martinez aus und führte Nicoleitzik im ersten offiziellen Endergebnis weiterhin als Vierte. Erst als der erneute Irrtum auffiel, rückte Nicoleitzik auf den Bronzerang vor.

Leer gingen die deutschen Radsportler und Schwimmer aus. Die sehbehinderte Daniela Schulte wurde im Endlauf über 50 Meter Freistil Siebte. Im 400-Meter-Freistil-Rennen der Männer schwamm Sebastian Iwanow auf den sechsten Rang, Swen Michaelis wurde Achter. Judoka Oliver Upmann verlor seinen Kampf um Bronze durch Ippon.

Die Stimmung steht der der Olympischen Spiele in nichts nach

Wojtek Czyz wurde in persönlicher Bestzeit Fünfter. "Ich habe mich gestern beim Weitsprung total ausgepowert. Meine Zeit ist eine ganz klare Enttäuschung", sagte der Silbermedaillengewinner des Vortags und will sich nun auf die 100 Meter konzentrieren: "Da werde ich angreifen."

Die Sympathien im Stadionrund flogen besonders Houssein Omar Hassan zu, der im Schritttempo über 1500 Meter mit Abstand Letzter wurde. Sieben von acht Athleten waren schon im Ziel und in den Katakomben des Olympiastadions verschwunden, da sprangen die Zuschauer hoch, klatschten und brüllten.

Der Beifall galt dem 35-Jährigen, der als erster Sportler aus Dschibuti bei Paralympics antrat. Der einarmige Sportler benötigte für die knapp drei Stadionrunden 11:23,50 Minuten, und damit fast dreimal so lange wie der Laufsieger. "Das ist der Wahnsinn hier, so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Zuschauer Gerd Schönfelder, der 16 Mal bei Winter-Paralympics Gold geholt hat, zur Stimmung in London.

Panne bei Medaillenvergabe

Richtig unglücklich fühlte sich die ukrainische Diskuswerferin Maria Pomasan, der am Vorabend fälschlicherweise Gold verliehen worden war. Erst später fiel der Fehler beim Abmessen auf. Die Chinesin Qing Wu wurde zur Siegerin erklärt, Pomasan erhielt Silber. Das Internationale Paralympische Komitee entschuldigte sich für die Panne und wiederholte die Siegerehrung.

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