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Paralympics 2012: Oscar Pistorius stößt Fairness-Debatte an

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Ausgerechnet Oscar Pistorius stößt Fairness-Debatte an

04.09.2012, 15:04 Uhr | dpa

Paralympics 2012: Oscar Pistorius stößt Fairness-Debatte an. Oscar Pistorius (r) gratuliert Alan Fonteles Cardoso Oliveira aus Brasilien zum Sieg.

Oscar Pistorius (r) gratuliert Alan Fonteles Cardoso Oliveira aus Brasilien zum Sieg. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Nach der überraschenden Pleite über 200 Meter hat Paralympics-Star Oscar Pistorius heftige Kritik an den Regeln der IPC geübt. Gegen Sieger Oliveira und dessen zu lange Prothesen habe er kaum eine Chance.

Vor gut vier Jahren weinte Oscar Pistorius vor Glück. Ihm war erlaubt worden, trotz Beinprothesen bei Wettkämpfen für Nicht-Behinderte zu starten. Durch seine Karbonstelzen habe der Südafrikaner keine irregulären Vorteile.

Am Sonntag kochten wieder die Emotionen über, nach Jubel war Pistorius aber nicht zumute. "Das ist absolut lächerlich", schimpfte der Star nach dem 200-Meter-Rennen bei den Paralympics, das er überraschend gegen den Brasilianer Alan Oliveira verloren hatte. Nach Ansicht von Pistorius und auch anderer Rivalen sind Oliveiras Unterschenkelprothesen zu lang. "Wir laufen hier kein faires Rennen", sagte der viermalige Paralympics-Champion.

Ausgerechnet Pistorius stößt damit eine weitere Fairness-Debatte bei den Behindertenspielen an und bringt das Internationale Paralympische Komitee IPC in Erklärungsnot. "Die Länge der Stelzen basiert auf einer Formel aus Größe und Dynamik des Athleten", sagte ein Verbandssprecher am Montag. "Alle Sportler sind vor dem Wettkampf von einem Klassifizierer vermessen und zugelassen worden."

An der Chancengleichheit zweifelt aber nicht nur Pistorius. "Da gibt es einige Dinge, die extrem fragwürdig sind - lange Unterschenkel, lange Feder", meinte der siebtplatzierte Leverkusener David Behre. Der Schweizer Christoph Bausch, der auf Rang sechs gelandet war, bezog noch eindeutiger Stellung: "Kein normaler Mensch hat solche Unterschenkel - das muss man einfach sehen."

Rund zehn Zentimeter zu lang seien die Hightech-Prothesen von Oliveira, lautete die Kritik. "Ich kann mit seiner Schrittlänge einfach nicht mithalten", meinte Pistorius, der sich am Montag für seinen Wutausbruch unmittelbar nach dem Rennen entschuldigte. "Ich wollte niemals den Moment des Triumphes eines anderen Athleten schmälern", hieß es in einem Statement. "Das war die Stunde von Alan, und ich möchte deutlich machen, welchen Respekt ich vor ihm habe."

"Techno-Doping" ist im Behindertensport vor allem durch Pistorius und dessen Leistungen ein Thema. Im Vorfeld habe der Südafrikaner mit dem IPC über die Regeln sprechen wollen. "Da stößt man auf taube Ohren", kritisierte er. Pistorius will weiter mit dem Weltverband diskutieren. Die Emotionalität hätte er sich womöglich selbst ersparen können, denn neben all dem Technik-Wirrwarr bleibt auch, dass Pistorius im Finale nicht an seine Weltrekordzeit vom Vorlauf herankam. Die Bestmarke hätte für das erwartete erste Gold gereicht.

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