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Neue Dokumente zu 1972 belegen deutsches Versagen

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Neue Dokumente zu 1972 belegen deutsches Versagen

04.09.2012, 22:30 Uhr | dpa

Neue Dokumente zu 1972 belegen deutsches Versagen. Ein vermummter arabischer Terrorist zeigt sich auf dem Balkon des israelischen Mannschaftsquartiers.

Ein vermummter arabischer Terrorist zeigt sich auf dem Balkon des israelischen Mannschaftsquartiers. (Quelle: dpa)

Jerusalem/München (dpa) - Neue Dokumente zu dem Geiseldrama bei den Olympischen Spielen 1972 in München belegen nach Ansicht eines israelischen Historikers das Versagen der deutschen Behörden.

Besonders der kritische Bericht des damaligen Mossad-Chefs zeige anschaulich "das Ausmaß des Misserfolgs", sagte Hagai Tsoref vom israelischen Nationalarchiv. "Ich war erschüttert, als ich seine Äußerungen las", sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Der Mossad-Chef Zvi Zamir hatte den deutschen Sicherheitskräften damals Inkompetenz und Gleichgültigkeit vorgeworfen, wie aus Dokumenten hervorgeht, die das Staatsarchiv in Jerusalem am Mittwoch veröffentlichte. Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen im olympischen Dorf in München elf israelische Sportler als Geiseln genommen. Dabei und bei einem gescheiterten Befreiungsversuch wurden alle Israelis, fünf Geiselnehmer und ein deutscher Polizist getötet.

Tsoref sagte, man habe das Material anlässlich des 40. Jahrestags der tragischen Ereignisse in München ins Netz gestellt. Ein großer Teil seien Geheimdokumente, die eigentlich erst 50 Jahre nach dem Ereignis hätten freigegeben werden dürfen. "Wir haben große Anstrengungen unternommen, um sie der Öffentlichkeit schon zehn Jahre früher zugänglich zu machen", sagte der 59-Jährige. "Sie hat das Recht, die Materialien einzusehen, weil es sich nicht um Privatbesitz handelt." Man habe auch eine Sondergenehmigung des Auslandsgeheimdienstes Mossad eingeholt.

Es gebe zwar noch weitere geheime Dokumente zu dem Thema, diese würden das Gesamtbild jedoch nicht verändern, sagte Tsoref. "Das Bild ist in allen Details dargestellt." Zu den neu veröffentlichten Dokumenten sagte der Historiker, sie veränderten das bisher bekannte Bild der Vorfälle in München nicht grundlegend, steuerten jedoch neue Details bei. "Jedes Dokument ist wichtig", sagte er.

Besonders interessant seien aus seiner Sicht die Bemühungen der damaligen israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir, nach den tragischen Vorfällen eine Verschlechterung der Beziehungen zu Deutschland zu verhindern. "Sie hat versucht, Deutschland in Schutz zu nehmen, und vor allem die Beziehungen zu (dem damaligen Bundeskanzler Willy) Brandt, die ihr sehr wichtig waren."

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