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Paralympics: Oscar Pistorius gewinnt 400-Meter-Rennen mit Weltrekord

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Pistorius gewinnt 400-Meter-Rennen mit Weltrekord

09.09.2012, 15:38 Uhr | sid

Paralympics: Oscar Pistorius gewinnt 400-Meter-Rennen mit Weltrekord . Oscar Pistorius beendete die Paralympics mit einem Paukenschlag. (Quelle: imago)

Oscar Pistorius beendete die Paralympics mit einem Paukenschlag. (Quelle: imago)

Am Ende hatte Superstar Oscar Pistorius die große Bühne zurückerobert. Unter Blitzlichtgewitter und donnerndem Applaus rannte der Stelzenläufer im Olympiastadion wie entfesselt doch noch zu seinem heiß ersehnten Einzelgold bei den Paralympics in London. "Das war so wichtig für mich. Das war eines der größten Highlights meines Leben", sagte ein erleichterter Pistorius, nachdem er seine Konkurrenten über 400 Meter zu Statisten degradiert hatte.

Als der 25-Jährige mit weit ausgebreiteten Armen in der paralympischen Rekordzeit von 46,68 Sekunden über die Ziellinie lief, hatte der zweitplatzierte Blake Leeper aus den USA (50,14 Sekunden) noch fast 30 Meter vor sich.

Wechselbad der Gefühle

Die grandiose Leistung vom nun sechsmaligen Paralympics-Champion Pistorius rang auch Organisations-Chef Sebastian Coe Respekt ab. "Heute Abend war er absolut majestätisch", sagte der zweimalige Olympiasieger über 1.500 Meter.

Bevor es zur Krönung auf seiner Paradestrecke kam, war Pistorius durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen, obwohl er im Olympiastadion einen Start nach Maß hingelegt hatte. Mit der Weltrekordzeit von 21,30 Sekunden war der beidseitig Unterschenkelamputierte in das Finale über 200 Meter gestürmt. Dort ließ er sich aber kurz vor Schluss vom Brasilianer Alan Oliveira abfangen und beschuldigte seinen Konkurrenten hinterher, zu lange Prothesen zu gebrauchen.

Charme-Offensive des Superstars

Doch aus dem Löwen wurde schnell ein Lamm. "Ich denke, es war geschmacklos, das zu dieser Zeit zu sagen. Jeder macht mal Fehler. Ich war sehr frustriert", sagte Pistorius entschuldigend.

Nach seinem vierten Platz über die 100 Meter gipfelte die Charme-Offensive einen Tag nach dem Sieg mit der 4x100-Meter-Staffel Südafrikas in der Behauptung, er habe sich für seinen Zimmergenossen Arnu Fourie, der beim Sieg des 19 Jahre alten Briten Jonnie Peacock statt seiner die Bronzemedaille gewann, "mehr gefreut als Arnu selbst. Und mehr, als wenn ich die Medaille bekommen hätte."

Olympia-Aus im Halbfinale

Auf Schmusekurs begab sich Pistorius, der bei den Olympischen Spielen über die Stadionrunde im Halbfinale gescheitert war, auch nach seinem Triumphzug im letzten paralympischen Wettbewerb im Olympiastadion.

Überschwänglich bedankte er sich bei den Zuschauern für die Unterstützung. Die Medienvertreter lobte er dafür, die weite Anreise und den vorübergehenden Abschied von der Familie in Kauf genommen zu haben.

Überschwängliches Lob für britische Metropole

"Es ist ein großer Segen, hier sein zu dürfen", sagte Pistorius: "Das waren mit die phänomenalsten Spiele überhaupt. Und damit meine ich nicht bloß die Paralympics, sondern auch die Olympischen Spiele."

Seine sportliche Bilanz fiel dank des krönenden Abschlusses, bei dem der Deutsche David Behre (51,65) auf den fünften Rang gelaufen war, ebenfalls positiv aus. "Ich wollte zwar dreimal Gold und eine Medaille über 100 m, aber mit zweimal Gold und einmal Silber, dazu noch einem Welt- und einem paralympischen Rekord, bin ich auch glücklich", sagte der Triumphator und trottete breit grinsend von dannen.

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