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Formel 1: Strafe gegen Vettel mit fadem Beigeschmack

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Strafe gegen Vettel mit fadem Beigeschmack

10.09.2012, 07:04 Uhr | t-online.de

Formel 1: Strafe gegen Vettel mit fadem Beigeschmack. Sebastian Vettel hat nach dem Italien-Rennen wenig Grund zur Freude. (Quelle: imago)

Sebastian Vettel hat nach dem Italien-Rennen wenig Grund zur Freude. (Quelle: imago)

Eine Kolumne von Elmar Brümmer

Zum lässigen Winken ins Publikum, das Jenson Button noch schaffte, obwohl er auf Rang zwei liegend ausgefallen war beim Großen Preis von Italien, war Sebastian Vettel einfach nicht mehr fähig. Innerhalb einer Woche hat sich das Bild in dieser Formel-1-Achterbahnsaison wieder komplett gewandelt: War der Heppenheimer mit dem zweiten Rang noch Spa noch der große Profiteur vom Start-Chaos, so landeten die drei unschuldigen Unfallopfer in Monza alle auf dem Podium – und Vettel musste fünf Runden vor Schluss die Segel streichen.

Motor aus, alles aus? Eine überhitzte Lichtmaschine im Red Bull – und damit wurde es zappenduster, was die weitere Aufholjagd gegen den WM-Spitzenreiter Alonso angeht. Der Ferrari-Pilot hat mit Rang drei vor den begeisterten Tifosi seine Führung wieder ausgebaut, und erster Verfolger ist nun der Monza-Triumphator Lewis Hamilton.

Durchhalteparolen bei Red Bull

Noch gibt es bei den anstehenden sieben Überseerennen maximal 175 Punkte zu gewinnen. Alonso rangiert momentan mit 179 Zählern vor Hamilton (142), Punkte-Hamster Räikkönen (141) und Vettel (140). Nichts verloren, alles noch drin, lange Saison – das sind die üblichen Plattitüden, die einen trösten sollen.

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Keine davon kann Sebastian Vettel im ersten Frust wirklich beruhigen. Die Voll-Panne, die bereits samstags im Abschlusstraining schon einmal aufgetreten war, steigert das Vertrauen in seinen RB 8 nicht wirklich. Es war ein Ausfall mit Ansage. Red Bull fehlt momentan das Glück, das Auto ist zu unzuverlässig und vor allem nicht schnell genug. Eine Menge Baustellen für einen, der als dritter Fahrer in der Formel-1-Geschichte den Titelhattrick schaffen will.

Fragwürdige Entscheidung der Rennleitung

Am Kampfgeist kann es kaum liegen, wie die direkten Zweikämpfe mit dem großen Gegenspieler Fernando Alonso auf der Strecke zeigten. Rundenlang jagte der Spanier Vettel im Kampf um Platz vier, hintereinander bogen sie in die Box ab, nach dem Reifenwechsel rasten die beiden Dickköpfe Seite an Seite vor den Garagen entlang, Vettel behielt die Oberhand. Und auch in der 26. Runde gab der Heppenheimer nicht nach, als Alonso in einer Verzweiflungsaktion probierte, außen vorbeizugehen.

Der Red Bull blieb auf Kurs, der Ferrari musste mit einem Tempo jenseits der 300 auf den Grasstreifen ausweichen, Alonso konnte den Boliden knapp abfangen und beschwerte sich: "Das ist jetzt genug!" Die Rennleitung – unter anderem mit zwei Italienern besetzt – entschied spontan auf eine Durchfahrtstrafe für den Deutschen. Obwohl es die gleiche Szene im Vorjahr an der gleichen Stelle gegeben hatte, nur umgekehrt. Alonso war nicht bestraft worden.

"In dem Moment war ich sehr sauer", sagt Vettel, "denn ich habe mich nur versucht zu wehren." Aber Red Bull ist gerade nicht sehr beliebt in der Formel 1, besonders Ferrari geißelt ein angebliches Überschreiten des Budgetlimits. Alles Spekulationen, natürlich. Vettel mag die haarige Szene – wie schon 2011 – nicht kommentieren, aber eine Schuld sieht er sicher nicht. Und wenn, dann nicht bei sich.

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