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Michael Schumacher patzt während des Vertragspokers

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Schwere Fehler in der entscheidenden Phase

24.09.2012, 07:27 Uhr | t-online.de

Michael Schumacher patzt während des Vertragspokers. Sichtlich enttäuscht kehrt Michael Schumacher nach dem Unfall in die Box zurück.  (Quelle: dpa)

Sichtlich enttäuscht kehrt Michael Schumacher nach dem Unfall in die Box zurück. (Quelle: dpa)

Eine Kolumne von Elmar Brümmer

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Es mache einfach keinen Sinn, sich darüber aufzuregen, sagt Jean-Eric Vergne tapfer. Der Franzose, neu in dieser Formel-1-Saison, hat sich seine Kontaktaufnahme mit Rekordweltmeister Michael Schumacher auch anders vorgestellt als nach der ersten Safety-Car-Phase beim Großen Preis von Singapur. Da rumpelt der Silberpfeil von hinten mit voller Wucht in den ToroRosso. Ein Bremsmanöver das überoptimistisch war – falls sich Schumacher nicht komplett mit dem veränderten Reifendruck nach der langsamen Safety-Car-Phase verschätzt hat. Einen technischen Defekt kann man bisher ausschließen, das sahen auch die Rennkommissare so – sie brummen ihm für das Crash-Manöver den Verlust von zehn Startplätzen beim nächsten Rennen in Japan auf.

Auf der Flutlichtpiste an der Marina Bay stehen sich die Unfallgegner für einen Moment wie zum Duell gegenüber, dann klopft Vergne dem 21 Jahre älteren Deutschen auf die Schulter, als wolle er sagen: Ist doch alles nicht so schlimm (Einzelkritik: Vettel, Glock und Rosberg überzeugen).

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Fehler während des Vertragspokers 

Wirklich nicht? Ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Vertragsverhandlungen, in der es um Schumis Zukunft bei Mercedes oder überhaupt in der Formel 1 geht, läuft der Silberpfeil nicht besonders gut, erlaubt sich der Champ Fehler. Der Crash war sein dritter in Folge in Singapur. Seit bekannt ist, dass Lewis Hamilton mit einem Wechsel ins deutsche Werksteam kokettiert, kann sich Schumacher nicht mehr sicher sein, ob man ihn in Stuttgart-Untertürkheim weiterhin haben möchte. Die Dream-Team-Euphorie ist ohnehin schon längst dahin, Schumacher hat sein ganzes Wissen vor allem in den Umbau des Rennstalls zu einer Mannschaft mit echten Titelchancen gesteckt – gut möglich aber, dass nun andere den Erfolg ernten.

Es läuft nicht richtig rund, und das schon ein Weilchen. Der Crash mit Vergne ist der siebte Ausfall in 14 Rennen. Dass Schumacher die Schweigeminute für den Formel-1-Doktor Sid Watkins verpasst, ist kein Drama – aber es passt ins Bild. Ausgerechnet Schumi, der sich für die Sicherheit wie kein anderer Fahrer vor ihm eingesetzt hat, und ganz auf der Linie des verstorbenen Briten war. Es ist ein Mosaik aus verpassten Gelegenheiten, dass das dritte und vielleicht finale Jahr seines Comebacks prägt. Und es scheint, als ob ihm das Glück, das er im übererfolgreichen ersten Abschnitt seiner Karriere hatte, langsam ausgeht.

Mit wem geht Mercedes in die Zukunft?

Teamkollege Nico Rosberg, den die Kapriolen des Stadt-Grand-Prix auf den fünften Platz nach vorn spülten, steht weit besser da, auch wenn Schumacher in diesem Jahr in den internen Qualifikationsduellen die Oberhand hat. Schumacher oder Hamilton, keine leichte Wahl für Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Er muss an die Zukunft denken, seit Daimler beschlossen hat, bis 2020 in der Formel 1 zu bleiben. Nochmal auf die Routine Schumachers setzen, oder sich den schillernden Hamilton ins Haus holen, der die höchstmögliche Aggressivität mitbringt, aber auch eine Menge Trubel? Am Ende ist das nicht nur einen finanzielle Frage. Und falls der Brite nur pokert, dann könnte Mercedes sogar wieder auf Schumacher angewiesen sein. 

Was Michael Schumacher dringend braucht, für die Statistik wie fürs Ego, ist ein Befreiungsschlag. Als er früh in dieser Saison nach einem ähnlichen Manöver wie in Singapur schon einmal zehn Startplätze nach hinten versetzt wurde, da fuhr er in Monte Carlo aus Trotz auf die Pole-Position. Eine Aktion und Reaktion, nach der es hieß: Der alte Schumi ist wieder da. Wäre schade, wenn er jetzt weg wäre.

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