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Haudrauf Harting polarisiert - Diskussion

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Haudrauf Harting polarisiert - Diskussion

26.09.2012, 12:53 Uhr | dpa

Haudrauf Harting polarisiert - Diskussion. Robert Harting hatte den DOSB attackiert.

Robert Harting hatte den DOSB attackiert. (Quelle: dpa)

Kreta (dpa) - Am Tag nach der Abrechnung mit dem DOSB war Robert Harting ganz leise. Ein kurzer morgendlicher Auftritt beim Fotoshooting und dann war er plötzlich wieder weg.

Das Stand-Up-Paddeln der Nominierten für die Wahl zum "Champions des Jahres" - wo sehr viel Balance gefordert ist - ließ er als einziger Athlet aus. Doch so richtig zur Ruhe kommt der gebürtige Cottbuser nicht. Und da ist er selbst Schuld, denn der 2,01 Meter große Modellathlet ist mit seinen schonungslosen Kritiken sehr gefragt. Medientermine bezeichnet er daher als "positiven Stress". Der 27-Jährige, der erstmals seit 2000 wieder einen Olympiasieg für die deutsche Leichtathletik holte, ist mittlerweile ein Sprachrohr vieler Athleten geworden. Der Hantel stemmende Olympiasieger Matthias Steiner meinte zuletzt bei der Verleihung der "Goldenen Henne" sogar: "Wer braucht einen Usain Bolt, wenn wir ihn haben?"

Aber Harting polarisiert auch, rüttelt wach und ab und zu überdreht er auch mal - nicht nur als Diskuswerfer. "Er macht natürlich schon mächtig Druck bei bestimmten Sachen. Aber er muss verantworten, was er sagt. Es gibt keine Absprachen, dass er jetzt für uns der Lautsprecher ist. Wir sind alle mündige Athleten und es soll jeder das sagen, was er meint. Und das macht er teilweise schon ganz gut", sagte der Olympia-Zweite im Stabhochsprung, Björn Otto, auf Kreta.

Harting hatte am Vortag den Deutschen Olympischen Sportbund heftig attackiert. "Die wissen da oben nicht, was die Bedürfnisse hier unten sind", schimpfte der Berliner und setzte die Spitzensportförderung in Relation zu den Kosten für das Berliner Schloss. "Es sind ja 200 Millionen. Wenn man überlegt, das Berliner Stadtschloss kostet 550 Millionen. Wir haben ja nicht einmal ein halbes Haus zur Verfügung für den ganzen deutschen Spitzensport", sagte Harting. "Ihr müsst Euch vorstellen, ihr geht vom Wohnzimmer in die Küche und sie ist nicht mehr da."

Auch Jonas Reckermann, nach seinem Gold-Coup mit Julius Brink im Beach-Volleyball ein gern gesehener und ergiebiger Interviewpartner, machte sich so seine Gedanken. "Ich weiß nicht, ob man bei Robert von einer Vorreiterrolle sprechen kann, auf jeden Fall ist es gut, wenn wir mündige Athleten haben. Solange es konstruktiv ist, ist es sicher auch gewollt", sagte der 2,00 Meter große Blockspezialist und forderte eine breitere Diskussion um Inhalte. "Ich glaube, da sind alle gefordert, auch aus anderen Sportarten, weil jeder einen anderen Blickwinkel hat. Da muss jeder mal etwas sagen. Aber es ist auch klar, dass Leute wie Robert, die sehr populär, bekannt und erfolgreich sind, mehr Gehör bekommen."

Der angehende Lehrer für Sport und Geografie macht sich für eine weitergehende Diskussion stark. "Man muss beides machen, mal ein Statement setzen, eine Aussage tätigen und dabei immer im Rahmen und konstruktiv bleiben. Man kann den Mund auch mal etwas voller nehmen und ein Ausrufezeichen setzen, doch dann muss man sich zusammensetzen. Es geht nur miteinander." Die harsche Kritik Hartings am Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) teilt er nicht ganz: "Selbst der DOSB ist nicht abgeneigt, über diese Sache zu sprechen, wie man die Dinge optimieren kann. Doch man sollte die Polemik rauslassen und über Inhalte sprechen. Ich will nicht sagen, dass Robert da zu viel gesagt hat, doch jetzt muss die Diskussion folgen."

Diese überlässt Kraftprotz Harting, der als Hobby auch der abstrakten Malerei nachgeht, wohl eher anderen. Er will sich doch lieber auf seinen Sport konzentrieren. Denn seine sportlichen Ziele hat er nicht aus den Augen verloren. "Der Diskus und ich sagen, nächstes Jahr hole ich den Weltrekord mit 38 Siegen in Serie, fünf brauche ich noch", meinte der Welt- und Europameister, der den Rekord des litauischen Ausnahmeathleten Virgilijus Alekna jagt. Doch jetzt will er endlich zwei Monate relaxen und sich für sein Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation mehr Zeit nehmen.

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