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Formel 1: Mercedes holt Hamilton für Schumacher

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Schumi-Aus: Mercedes holt Hamilton

28.09.2012, 10:56 Uhr | dpa, t-online.de

Formel 1: Mercedes holt Hamilton für Schumacher. Mercedes trennt sich von Michael Schumacher. (Quelle: imago)

Mercedes trennt sich von Michael Schumacher. (Quelle: imago)

Das wochenlange Rätselraten um die Vertragsverlängerung von Michael Schumacher ist beendet, der Rekordchampion ist aus dem Rennen. Ende November wird der 43-Jährige seinen letzten Formel-1-Grand-Prix für das deutsche Mercedes-Werksteam bestreiten, die Stuttgarter haben sich von Schumacher getrennt. "Ich hatte drei schöne Jahre beim Mercedes, die leider sportlich nicht so gelaufen sind, wie wir uns das alle gewünscht hatten", erklärte er. (Stimmen: Weber bringt Ferrari ins Spiel)

Für Schumacher wird Lewis Hamilton das Steuer des Silberpfeils für drei Jahre übernehmen - und der Brite kassiert richtig ab. Medienberichten zufolge soll das Vertragsvolumen inklusive Bonuszahlungen bei 75,5 Millionen Euro liegen.

Ein anderer Rennstall noch kein Thema

Damit ist die drängendste Personalie im Formel-1-Zirkus geklärt. Die Nachfolge von Hamilton bei McLaren wird der erst 22-jährige Mexikaner Sergio Perez vom Schweizer Sauber-Team übernehmen. Das gab der Rennstall bekannt.

Schumacher will sich derweil mit einem Wechsel zu einem anderen Rennstall momentan nicht beschäftigen und lässt seine Zukunft offen. "Das ist heute einfach kein Thema", sagte seine Managerin Sabine Kehm.

Nur einmal auf dem Podium

Der siebenmalige Weltmeister war 2010 nach einer dreijährigen Pause in die Königsklasse des Motorsports zurückgekehrt. Von Erfolg war seine Zeit bei dem Team aber nicht geprägt. Nach 91 Siegen und 68 Pole Positions in seiner ersten Laufbahn von 1991 bis zu seinem ersten Rücktritt 2006 schlugen von 2010 bis jetzt null Siege zu Buche. Immerhin gelang ihm in diesem Jahr beim Klassiker in Monaco die Bestzeit in der Qualifikation. Aufs Podium kam "Schumi" nur einmal: Beim Großen Preis von Europa wurde er in Valencia Dritter. (Schumachers eindrucksvolle Karriere in Zahlen)

Ausgerechnet dort, wo Schumacher am 1. Oktober 2006 beim Großen Preis von China in Shanghai seinen letzten Grand-Prix-Erfolg gefeiert hatte, gelang seinem Teamkollegen Nico Rosberg in der laufenden Saison der erste Sieg für die selbst ernannte deutsche Nationalmannschaft der Formel 1. Für Schumacher blieb hingegen in dem nicht titelreifen und meist auch nicht siegreifen Mercedes viel öffentliche Kritik an seinen Leistungen.

Schumachers zögern kam Hamilton gerade recht

Vor allem zu Beginn dieser Saison musste er sich dann auch noch mit einer bemerkenswerten Pannenserie herumplagen. Der Kerpener machte jedoch auch als Crashpilot auf sich aufmerksam, wie zuletzt beim Nachtrennen in Singapur. Dort war er Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne mit 160 km/h ins Heck gefahren und ausgeschieden. Nur in der V-Frage gab sich Schumacher von Beginn an zurückhaltend. Er zögerte, und Mercedes schaute sich auf dem Markt um.

Das kam dem 27-jährigen Hamilton gerade recht. Der McLaren-Zögling, der seit seinem Formel-1-Einstieg 2007 für das britische Traditionsteam Gas gibt und 2008 Weltmeister wurde, pokerte um einen neuen Vertrag. McLaren wollte weniger zahlen, als Hamilton verdienen wollte, erhöhte dann dem Vernehmen nach noch mal auf 12 Millionen Euro. Doch ein Problem blieb aus Hamiltons Sicht und der seines Managers Simon Fuller, dessen Unternehmen unter anderem auch den Glamour-Fußballer David Beckham betreut: bei McLaren sollten private Sponsorenverträge kaum möglich sein.

Mercedes sportlich dünnes Eis für Hamilton

Und so fiel die Entscheidung zu einem erneut spektakulären Coup von Mercedes. Damit bekommt Rosberg allerdings den nächsten Weltmeister an die Seite gestellt - oder vor die Nase gesetzt. Ob Hamilton wie mit dem aktuellen McLaren auch im Mercedes um Siege oder sogar um seinen so ersehnten zweiten Titel mitfahren kann, bleibt indes fraglich.

Schriftlich hatte er aber schon mal den Dank seines Noch-Arbeitgebers, bevor den Rennzirkus in einer Woche in Japan eine skurrile Stimmung erwarten dürfte. "Es ist nur angemessen, die Gelegenheit zu nutzen, um Lewis Danke zu sagen", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh in der Pressemitteilung über die Verpflichtung von Perez. Hamilton habe "ein großes Kapitel seins Lebens und seiner Karriere mit und bei McLaren geschrieben und er wird immer ein Mitglied eines exklusiven Clubs sein: Das Weltmeister-Clubs von McLaren."

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