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Formel 1: Fragen und Antworten zum Schumacher-Aus

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Die Formel 1 nach dem Schumi-Aus: jede Menge offene Fragen

30.09.2012, 13:15 Uhr | dpa

Formel 1: Fragen und Antworten zum Schumacher-Aus. Michael Schumacher wurde ausgebootet - und was folgt jetzt? (Quelle: xpb)

Michael Schumacher wurde ausgebootet - und was folgt jetzt? (Quelle: xpb)

Die Ausbootung von Michael Schumacher bei seinem derzeitigen Arbeitgeber schlug in der Formel 1 ein wie eine Bombe. In der Königsklasse des Motorsports stellt man sich nun unzählige Fragen: Wie schlägt sich Schumachers Nachfolger Lewis Hamilton in seinem neuen Team? Was bedeutet der Personal-Coup von Mercedes für den derzeitigen WM-Kampf und Sebastian Vettel?

Eine der wichtigsten Fragen wird aber sein: Was will Schumacher selbst nun machen?

Wie konnte es zur Ausbootung von Schumacher bei Mercedes kommen?

Schumacher wollte sich nicht unter Druck setzen lassen. Teamchef Ross Brawn verkündete mehrfach, der Beschluss sei nahe. Doch Schumacher betonte: Eine Entscheidung gibt es vor Oktober nicht. Er wollte wissen, ob das Auto 2013 endlich ein Siegerauto würde, wollte wohl auch nicht nur für ein Jahr verlängern. Er wollte aber auch schriftlich haben, dass Mercedes überhaupt der Formel 1 die Treue hält. Erst in der Vorwoche bekannte sich der Autobauer zu einem langfristigen Engagement. Schumacher zögerte zu lange für Mercedes und selbst jetzt wusste er nicht, was er wollte. "Michael hat eine lange Bedenkzeit gehabt, er war sich bestimmt nicht endgültig sicher, ob es weitergehen soll, oder nicht", erklärte Motorsportchef Norbert Haug. Da kam Hamiltons Wechselwille gerade recht.

Welche Möglichkeiten hat Schumacher?

Schumacher könnte einen Anschlussvertrag bei Mercedes bekommen. Möglicherweise als Markenbotschafter oder Berater, wie seinerzeit auch nach seinem Rücktritt Ende 2006 bei Ferrari. "Wir werden alles Weitere besprechen, sobald die Zeit dazu ist", sagte Haug. Es könnte einige Monate dauern, bis Schumacher entscheidet, meinte Teamchef und Schumi-Wegbegleiter Ross Brawn. Womöglich will es der bald 44-Jährige noch mal als Fahrer wissen. Der Spaß war trotz Erfolglosigkeit bei Mercedes fast ungebremst. Der Knüller schlechthin wäre ein Comeback im Ferrari. Niki Lauda sieht Schumacher hingegen am Ende der Karriere, er bezweifelt, dass sich der siebenmalige Weltmeister dauerhaft noch einmal mit den Besten messen kann.

Warum musste Schumacher für Hamilton weichen und nicht Nico Rosberg?

Schumachers Vertrag endet nach dieser Saison. Rosberg hatte seinen Kontrakt vor im November 2011 vorzeitig um mehrere Jahre verlängert.

War Schumacher vielleicht schon zu alt für die Formel 1?

Mit seinen 43 Jahren ist Schumacher der mit Abstand älteste Fahrer im Feld. Auf seine Leistung hatte das Alter aber keinen Einfluss, da ist sich Niki Lauda sicher. "Dass er zu alt ist, dass er zu schlecht sieht - diese Frechheiten will ich nicht kommentieren, das ist alles ein absoluter Schwachsinn", sagte der Österreicher der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Im Gegenteil: Sollte Schumacher nach seinem beschlossenen Aus bei den Silberpfeilen tatsächlich seine Laufbahn beenden, würde er ein "Riesenloch in der Formel 1 verursachen".

Wird Rosberg nun die Nummer zwei hinter Hamilton?

"Sicher nicht", sagt Haug. Und auch Rosberg selbst glaubt nicht daran: "Ich habe in meinem Vertrag stehen, dass ich immer die gleichen Möglichkeiten habe wie mein Teamkollege - egal wer das ist."

Was kann Lauda als künftiger Aufsichtsratschef des Teams ausrichten?

Lauda ist in der Formel-1-Szene anerkannt. Er ist dreimaliger Weltmeister, er gehört zur alten Garde. Der Österreicher war maßgeblich an der Unterzeichnung des Concorde Agreements durch Mercedes als letztes Top-Team beteiligt. Er hatte bei den langwierigen Verhandlungen um die Anerkennung alter Erfolge am Tisch mit Bernie Ecclestone gesessen. Lauda spricht Klartext.

Wie viel Sinn macht es aus sportlicher Sicht für Hamilton, zu einem Team mit einem aktuell schlechteren Auto zu wechseln?

Auf den ersten Blick wenig. Der Weltmeister von 2008 stand im Schnitt in fast jedem zweiten Rennen mit McLaren auf dem Podest. In jeder Saison feierte Hamilton Rennsiege, insgesamt sind es bis dato 20. Den Mercedes-Piloten gelang hingegen nach der Rückkehr des Werksteams in die Formel 1 zusammen gerade mal ein Sieg. Gleichwohl bietet Mercedes als Weltkonzern andere Möglichkeiten als McLaren. Von 2014 an versprechen sich Motorenbauer Mercedes und Hamilton auch Vorteile durch die Rückkehr des Turbomotors, an dem die Schwaben schon eifrig forschen. Nun kündigte Ecclestone aber an, dass die Motorenreform verschoben werden könnte - oder gleich ganz abgesagt wird.

Was bedeutet der Wirbel für den aktuellen WM-Kampf?

Zumindest dürften die Ereignisse für eine besondere Atmosphäre sorgen. Ob Sebastian Vettel im Duell mit Spitzenreiter Fernando Alonso irgendwie davon profitieren kann, ist aber fraglich. Hamilton wird sich kaum mit schlechten Ergebnissen von McLaren verabschieden wollen. Trotzdem: Er fährt nun für ein Team, das er für seine Zukunft nicht mehr als gut genug betrachtet. Und bei Mercedes? Schumacher wird die Formel-1-Bühne auch nicht als Geschlagener verlassen wollen. Sein Team will ihm ein gebührendes Ende im Silberpfeil-Cockpit bereiten. Gewinnen beide bei den kommenden sechs Rennen, nehmen sie nicht nur Alonso Punkte ab, sondern vor allem Vettel.

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