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DFB-Sportgericht: Mehr Strafen gegen Randalierer

15.10.2012, 11:29 Uhr | dpa

DFB-Sportgericht: Mehr Strafen gegen Randalierer. Straftäter in den Stadien sollen mehr zur Verantwortung gezogen werden.

Straftäter in den Stadien sollen mehr zur Verantwortung gezogen werden. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund will die Vereine bei Fehlverhalten seiner Fans nicht mehr so häufig zur Kasse bitten - die Randalierer aber umso härter bestrafen. Dies geht aus einem Positionspapier der Sportgerichtsbarkeit hervor.

Einen entsprechenden Bericht des Fachmagazins "kicker" bestätigte Rainer Koch, DFB-Vizepräsident Recht, der Nachrichtenagentur dpa.

"Es hat sich herausgestellt, dass die Vereine die Geldstrafen abbuchen. Das ist nicht der Ansatz, darüber nachzudenken, wie die nächste Strafe verhindert werden soll", sagte der Jurist aus Poing. "Im Vordergrund steht die Idee, den Täter zu ermitteln. Bisher konnte er sich sehr häufig in der Masse verstecken."

In der vergangenen Saison verhandelte das DFB-Sportgericht 601 Fälle - sehr oft ging es dabei um das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik oder Böllern. Meist gab es Geldstrafen - manchmal nur in fünfstelliger Höhe für die Proficlubs. In schweren Fällen - wie beim Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf - Hertha BSC mit dem Platzsturm - wurden Zuschauerausschlüsse verhängt. Jetzt will sich das DFB-Sportgericht im Zuge der zahlreichen Sicherheitsdiskussionen - und -Maßnahmen neu orientieren.

Das Papier wurde von Koch, dem DFB-Bundesgerichts-Vorsitzenden Götz Eilers, dem Sportgerichts-Vorsitzenden Hans E. Lorenz und dem Kontrollausschuss-Chef Anton Nachreiner entworfen. Die 36 Lizenzvereine sollen sich bis zur nächsten Sitzung der Kommission Sicherheit der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 22. Oktober äußern. "Primäres Ziel ist nicht die Bestrafung von Vereinen, sondern die Ermittlung der Täter und deren Bestrafung", heißt es unter Punkt 1. Strafen gegen Clubs sollen vor allem dann verhängt werden, wenn diese "ihrer Pflicht zur Tatverhinderung und Tataufklärung nicht nachgekommen sind".

"Bei schwierigen Fällen sollen die betroffenen Vereine nach Frankfurt an einen Tisch gebeten werden", sagte Koch. "Dann soll gemeinsam überlegt werden, was passieren muss, damit sich so etwas nicht wiederholt." Wie schon erfolgreich von der UEFA praktiziert, sollen Strafen künftig ganz oder teilweise zur Bewährung ausgesetzt werden. "Das ist für die Fans die Chance mitzuhelfen, die Täter zu ermitteln", erklärte Koch. Strafmildernd könnte sich künftig die Ermittlung der Täter auswirken.

"Wichtig und wünschenswert" ist den Verantwortlichen beim DFB, dass Fans in die Diskussion über die Ausgestaltung der Stadionordnungen mit einbezogen werden. Von seiner strikt ablehnenden Haltung gegenüber dem Einsatz von Pyrotechnik weicht der Verband natürlich nicht ab. In dem Positionspapier heißt es unmissverständlich: "Gewalt, rassistische oder diskriminierende Äußerungen oder grob unsportliche Verunglimpfungen sowie der Einsatz von Pyrotechnik dürfen nicht toleriert werden."

Möglicherweise wird der DFB sogenannte Spieldelegierte einführen, wie es sie schon im internationalen Fußball gibt. Sie wären Bindungsglied zwischen den Unparteiischen, den Sicherheitsbeauftragten der Vereine und der Polizei. In der Regionalliga Bayern gibt es diese bereits, die Proficlubs sind jedoch noch etwas skeptisch, da ja bereits der vierte Offizielle eingeführt worden ist.

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