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Dopingstudie: DOSB wehrt sich gegen Vorwürfe

04.11.2012, 14:14 Uhr | dpa

Dopingstudie: DOSB wehrt sich gegen Vorwürfe. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper wehrt sich gegen die Aussagen der Berliner Wissenschaftler.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper wehrt sich gegen die Aussagen der Berliner Wissenschaftler. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wehrt sich gegen die Vorwürfe eines Berliner Forscherteams im Zusammenhang mit der Studie zur Aufarbeitung der Dopingvergangenheit in Deutschland.

"Die Vorwürfe der Berliner Forscher sind nachweislich falsch", wird DOSB-Generaldirektor Michael Vesper in einer Mitteilung zitiert. "Offenbar wollen sie von ihren eigenen Versäumnissen ablenken. Sie haben sich vor Fertigstellung des Projekts einfach daraus verabschiedet, ohne die vertraglich fixierten Leistungen zu erbringen."

Dem widerspricht der Sporthistoriker Erik Eggers. "Wir haben einen über 800 Seiten langen Abschlussbericht fristgerecht eingereicht", sagte der Wissenschaftler am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. "Wir hätten gerne unsere Ergebnisse vorgetragen." Die Forscher der Berliner Humboldt Universität hatten fehlende Gelder und Eingriffe in die Wissenschaftsfreiheit durch den Auftraggeber Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) kritisiert. Das hatten die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" und die "Märkische Oderzeitung" in ihren Samstag-Ausgaben berichtet.

Somit bleibt die 2009 gestartete Studie wohl wegen des entstandenen Konflikts unvollständig. Wenn am Dienstag das BISp in Berlin die neuesten Forschungsergebnisse vorstellt, fehlen die Berliner Wissenschaftler. Nur das zweite Forscherteam aus Münster legt seine Erkenntnisse vor.

"Ich hatte den Eindruck, dass das BISp gar nicht an unseren Ergebnissen interessiert war", meint Eggers. Es seien juristische Hürden errichtet worden. So sollte auf die Veröffentlichung der Namen von wichtigen Funktionsträgern aus Politik und Sport verzichtet werden. "Die Schwierigkeiten begannen, als wir unsere Ergebnisse zum staatlich subventionierten Einsatz von Anabolika in den 70er Jahren vorlegten", erklärte Eggers.

Die Forscher hatten zudem Mehrbedarf für die mit 450 000 Euro geförderte Studie angemeldet. Laut DOSB wurden die zusätzlichen Gelder bewilligt. Ein wirklich konkretes BISp-Angebot sei aus Sicht der Wissenschaftler allerdings erst vorgelegt worden, als das Team wegen der fehlenden Finanzmittel schon nicht mehr zusammen arbeitete.

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