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Sebastian Vettel auf einer Stufe mit Schumacher und Senna

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32 Mal überholt: Sebastian Vettel fährt im Klub der ganz Großen

05.11.2012, 08:43 Uhr | t-online.de

Sebastian Vettel auf einer Stufe mit Schumacher und Senna. Und wieder einen Fahrer überholt: Sebastian Vettel bei seiner Aufholjagd in Abu Dhabi. (Quelle: dpa)

Und wieder einen Fahrer überholt: Sebastian Vettel bei seiner Aufholjagd in Abu Dhabi. (Quelle: dpa)

Von Elmar Brümmer (Abu Dhabi)

Es ist ein Meisterstück, das Sebastian Vettel in seinem 99. Formel-1-Grand-Prix gelungen ist, auch wenn er beim Großen Preis von Abu Dhabi nach drei Siegen in Folge den dritten Platz belegt. Aber was für ein dritter Platz ist das, herausgefahren nach einem Zwangs-Start aus der Boxengasse, nachdem er zwischenzeitlich wieder alles verloren hatte. Ein Meisterstück nicht nur deshalb, weil der Deutsche jetzt mit zehn Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso zum Großen Preis der USA reist, und dort unter bestimmten Umständen schon vorzeitig seinen Titelhattrick feiern kann.

Nein, es ist nicht nur diese gewaltige fahrerische Leistung oder das wichtige Ergebnis allein: Seit Abu Dhabi ist er endgültig zur Respektperson geworden, im Team und für die ganze Königsklasse. Unabhängig vom Ergebnis auf eine Stufe mit den Granden des Motorsports gehoben.

Menschlich und unmenschlich zugleich

Sebastian Vettel hat es im richtigen Moment allen gezeigt, als sich schon viele darauf eingeschossen haben, dass mit einem von Adrian Newey konstruierten und von Red Bull ohne jene finanziellen Restriktionen aufgepäppelten Rennwagen wohl jeder halbwegs talentierte Pilot gewinnen könne.

Es war menschlich und übermenschlich zugleich, wie er nach der Aberkennung seiner Qualifikationszeit jedem im Team nicht nur gepredigt hatte, dass es "erst vorbei ist, wenn es vorbei ist" - sondern, dass er auch daran geglaubt hat. Und es vorgemacht hat, in dem er schon zur Rennhälfte trotz aller Rückschläge in den Punkterängen angelangt war. Befreiende Worte, die sich in seine spontane Reaktion über Boxenfunk mischten: "Jungs, habe ich Euch nicht immer gesagt, dass wir nie den Glauben an uns selbst verlieren dürfen?"

Vettel auf den Spuren von Schumacher

Das psychische Tun darf in einem Mannschaftssport wie der Formel 1 nicht unterschätzt werden, erst das unterscheidet gute Fahrer von echten Leadern. Michael Schumacher hat es nach fünf enttäuschenden Jahren bei Ferrari vorgelebt, hat aus der Scuderia eine Schumeria gemacht, und die Truppe aus Maranello dann zur erfolgreichsten Ära der letzten Formel-1-Jahrzehnte gemacht.

Sebastian Vettel ist drauf und dran, das gleiche zu schaffen. Er ist in der Sache hart zu seinen Mitstreitern, aber er steht, wenn es um alles geht, genauso für das Team aus Milton Keynes ein, verbringt auch zwischen den Rennen viel Zeit in der Fabrik. Da gibt es keinen Dünkel, keine Hürden. Vettel ist eins mit sich – und eins mit Red Bull Racing. Sein Teamchef Christian Horner, der die peinliche Tankpanne auf seine Kappe nahm ("Wir haben daraus gelernt"), beschwor den Korpsgeist als probates Mittel gegen alle Anfeindungen und Strafen: "Es war ein schwieriger Tag. Aber wir haben es zusammen ausgebügelt, und zu den Stärken unseres Teams gehört es, dass wir zurückkommen. Ein bemerkenswertes Comeback, das Sebastian geschafft hat."

Unglaubliche 32 Überholmanöver

Apropos Comeback: 32 Positionen hat Sebastian Vettel gutgemacht während seiner famosen Aufholjagd auf dem Yas Marina Circuit, auch das hebt ihn auf eine Stufe mit Schumacher. Der hatte beim Großen Preis von Belgien 1995 vom 16. Startrang aus ein Rennen gewonnen, das weniger Kapriolen zeigte als das an diesem Sonntag. Aber Vettel hat es durch seine Leistung von Abu Dhabi überhaupt in die Liga der ganz Großen geschafft. Ayrton Senna gelang 1988 im grandiosen Finale von Suzuka der erste WM-Sieg über Alain Prost, obwohl er am Start seinen McLaren abgewürgt hatte und erst als 14. das Rennen aufnehmen konnte.

Im vergangenen Jahr beim Regen-Marathon von Montreal war Jenson Button nach 40 Runden letzter, und konnte im 70. und allerletzten Umlauf doch noch Sebastian Vettel abfangen und den Sieg einfahren. Auch Kimi Räikkönen, der in der Wüste zum ersten Mal seit seinem Comeback wieder gewinnen konnte, gehört zu den Protagonisten meisterlicher Aufholjagden. 2005 in Suzuka schaffte er es von der 17. Startposition in der allerletzten Runde noch zum Triumph. "Das Feld von hinten einmal aufzurollen, ist schon schwer genug. Es ein zweites Mal zu tun, ist etwas ganz Besonderes", bilanziert der Heppenheimer, "aber vor allem hat es sehr viel Spaß gemacht." Als bisherige offizielle Bestmarke für Aufholjagden vom Start weg gilt die des Briten John Watson, der 1983 in den USA von Platz 22 aus zum Sieg fuhr.

Was nicht ist, kann noch kommen

Noch ein kleiner aktueller Vergleich: Als Lewis Hamilton in Barcelona das gleiche Tankmissgeschick passierte, schaffte er es vom letzten Startplatz auf einen - dennoch - beachtlichen achten Rang. Aber nichts gegen die Fahrt von Vettel im Emirat. Sie wäre eines Finales, eines Titelgewinns würdig gewesen. Was noch nicht ist, kann ja noch kommen. Den Respekt, den Sebastian Vettel an der Stätte seines ersten großen Triumphs gewonnen hat, der ist ihm sicher nicht mehr zu nehmen.

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