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Sebastian Vettel setzt in der Formel 1 auf neue Taktik

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Für Titel: Taktikwechsel bei Vettel-Team

06.11.2012, 14:18 Uhr | t-online.de

Sebastian Vettel setzt in der Formel 1 auf neue Taktik. Red-Bull-Teamchef Christian Horner (li.) und Sebastian Vettel. (Quelle: imago)

Red-Bull-Teamchef Christian Horner (li.) und Sebastian Vettel. (Quelle: imago)

Im spannenden Finish der aktuellen Formel-1-Saison zieht das Team von Weltmeister Sebastian Vettel im Kampf gegen Ferrari und Fernando Alonso offenbar alle Register. Eine Abweichung von der bisherigen Strategie soll dem Deutschen in den letzten beiden Rennen in Austin (USA) und Sao Paulo (Brasilien) zum dritten Mal in Serie die Krone der Königsklasse sichern.

Bisher war Vettels Bolide vor allem in den Kurven schnell, auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit. Nun soll auf Kosten des Speeds die Kurvenlage vernachlässigt werden. Dies hätte bereits die sensationelle Aufholjagd des Doppel-Weltmeisters in Abu Dhabi ermöglicht, berichtet "motorsport-total.com".

Änderung der Philosophie

Das bedeutet einen Paradigmenwechsel für den Rennstall. "Bisher sieht Red Bulls Philosophie folgendermaßen aus: Sie fahren kurze Getriebeübersetzungen, um eine gute Beschleunigung zu erreichen, und erzielen mit viel Abtrieb maximale Kurvengeschwindigkeiten, um im Qualifying die bestmögliche Rundenzeit zu fahren", schrieb Formel-1-Experte Gary Anderson in seinem Blog für die BBC.

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"Strategie hat Risiken'"

In den Rennen war Vettel dann aus der ersten Startreihe heraus meist in der Lage, in der Anfangsphase einen Vorsprung von über einer Sekunde auf seine Verfolger herauszufahren. Durch diesen Abstand durften sie auch nach Freigabe des DRS das System nicht aktivieren, so dass der 25-jährige Deutsche trotz einer geringeren Höchstgeschwindigkeit oftmals seinen Vorsprung ohne nennenswerte Attacken verteidigen und ausbauen konnte. "Aber diese Strategie hat ihre Risiken", schrieb Anderson. "Wenn Red Bull sich nicht für die erste Reihe qualifizieren kann oder das Team einen Fehler macht, wird es schwierig."

Webber als abschreckendes Beispiel

"Überholen ist dann nur schwer möglich", schrieb der ehemalige Jordan-Konstrukteur weiter. Das hätte man in Abu Dhabi gesehen, wo Mark Webber noch nach der alten Strategie unterwegs war. "Nachdem er am Start Positionen verloren hatte, verlief sein Rennen voller Zwischenfälle", so Anderson.

Im Gegensatz dazu hatte Vettel, der mit der neuen Ausrichtung aus der Boxengasse startete, freie Fahrt. "Er ist durchs Feld gefahren, weil sein Auto schnell war", schrieb Anderson: "Die Abstimmung hat ihm diese gute Fahrt ermöglicht, wenn man von den beiden Fehlern, bei denen er seinen Frontflügel beschädigt hat, einmal absieht." Er plädiert dafür, dass Red Bull die Strategie im Finish beibehält: "Das Team muss sich nach hinten absichern. Wenn sie aus irgendeinem Grund nicht auf die Pole-Position fahren, müssen sie sicherstellen, dass sie ein gutes Rennen fahren können. Und Vettel hat gezeigt, dass er auch mit einer anderen Abstimmung sehr schnell fahren kann."

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