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Baden-Württemberg will härtere Strafen für Doping

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Baden-Württemberg will härtere Strafen für Doping

13.11.2012, 16:26 Uhr | dpa

Baden-Württemberg will härtere Strafen für Doping. Rainer Stickelberger spricht sich für die Einführung eines neuen Straftatbestands Sportbetrug aus.

Rainer Stickelberger spricht sich für die Einführung eines neuen Straftatbestands Sportbetrug aus. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Der Doping-Fall Armstrong erschütterte die Sportwelt. Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg will, dass Profisportler nach der Einnahme unerlaubter Mittel stärker bestraft werden. Doch ziehen die anderen Bundesländer mit?

Baden-Württemberg will über den Bundesrat härtere Strafen für Doping im Profisport durchsetzen. Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) sprach sich in Stuttgart dafür aus, einen neuen Straftatbestand Sportbetrug einzuführen, um Berufssportler bestrafen zu können, die gedopt an einem Wettkampf teilnehmen. Die bisherigen Gesetze reichten nicht aus, um das Problem wirksam zu bekämpfen. "Wir wollen verhindern, dass Manipulationen in großem Stil möglich sind", sagte Stickelberger, der auch eine Kronzeugenregelung vorschlägt, um die "Mauer des Schweigens" in diesem Bereich zu durchbrechen.

Stickelberger will am 15. November in Berlin am Rande der Justizministerkonferenz bei seinen Kollegen für die Pläne werben. Die bisherigen Signale seien positiv. "Ich gehe davon aus, dass wir in anderen Bundesländern durchaus Verbündete gewinnen." Grün-Rot wolle das Thema zeitnah in den Bundesrat einbringen.

Der Regierungssprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, hatte im Oktober unter Bezug auf eine Evaluierung der bestehenden Gesetze erklärt, die Regelungen hätten sich bewährt. Es werde aber zum Beispiel empfohlen, mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften zur Verfolgung von Dopingstraftaten einzurichten. Bislang gibt es solche Stellen nur in Bayern und in Freiburg in Baden-Württemberg. 2007 waren Gesetzesregelungen in Kraft getreten, die Behörden weitere Befugnisse einräumten, um gegen Doping im Sport vorzugehen.

Derzeit ist es nach Angaben des Stuttgarter Justizministeriums aber nur strafbar, Doping-Mittel in den Verkehr zu bringen, zu verschreiben oder bei anderen anzuwenden sowie bestimmte verbotene Substanzen in nicht geringen Mengen selbst zu besitzen. Die hier möglichen Strafen will Stickelberger von drei auf fünf Jahre anheben. Zudem will er die Strafbarkeit auf den Erwerb bestimmter Dopingmittel und auf das Handeltreiben mit solchen Mitteln erweitern.

Doping-Sünder gingen bei der derzeitigen Gesetzeslage aber weitgehend straffrei aus, sagte der Minister. Bislang müssen Profisportler nur Strafmaßnahmen ihrer Sportverbände fürchten, die beispielsweise Sportler nach der Doping-Überführung sperren können.

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