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DOSB fordert höheres Strafmaß bei Dopingvergehen

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DOSB will Dopingbekämpfung verschärfen

06.12.2012, 17:09 Uhr | dpa

DOSB fordert höheres Strafmaß bei Dopingvergehen. Thomas Bach (l) und Michael Vesper besprechen sich bei der DOSB-Präsidiumssitzung.

Thomas Bach (l) und Michael Vesper besprechen sich bei der DOSB-Präsidiumssitzung. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat nach dem Druck der vergangenen Tage reagiert und eigene Vorschläge zur Verschärfung des Anti-Doping-Kampfs vorgelegt.

Das Präsidium will einen entsprechenden Antrag bei der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag in Stuttgart einbringen, die Kritik aus dem Lager der Leichtathleten folgte aber prompt. "Es gibt eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten im staatlichen Kampf gegen Doping, die auch der von Professor Jahn erstellte Evaluierungsbericht der Bundesregierung aufgezeigt hat", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Donnerstag nach der Sitzung des Präsidiums in Stuttgart. "Wir fordern den Gesetzgeber auf, diese zeitnah umzusetzen."

Der DOSB schlägt unter anderem vor, dass auch zusätzliche "Tathandlungen" wie der Erwerb und Handel von Dopingmitteln ins Arzneimittelgesetz (AMG) eingeführt werden. Die Höchststrafe für Dopingvergehen müsse von drei auf fünf Jahre steigen. Außerdem fordert der Verband, die Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaften, der Polizei und des Zolls zu intensivieren. Nach München und Freiburg müssten in den Bundesländern nun flächendeckend Schwerpunktstaatsanwaltschaften eingeführt werden. Zudem will der DOSB, dass Dopingsubstanzen auch dann verboten werden, wenn ihre Anwendung nicht in "erheblichem Umfang" nachgewiesen wird.

Damit bleibt der DOSB jedoch hinter dem Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zurück, der eine Kronzeugenregelung und "die uneingeschränkte Strafbarkeit des Besitzes von Arzneimitteln und Wirkstoffen zu Dopingzwecken" fordert. "Wir sind weiter der Meinung, dass die Besitzstrafbarkeit von geringen Mengen kontraproduktiv ist im Anti-Doping-Kampf", erklärte Vesper.

Dagegen hatte der Kriminologe Dieter Rössner den DLV am Mittwoch unterstützt und erklärt, man brauche "eine direkte Kriminalisierung des Dopings". Erst die "Besitzstrafbarkeit ohne Einschränkung gäbe den Ermittlern die Möglichkeit, in den Spitzensport vorzudringen".

DLV-Präsident Clemens Prokop sieht den DOSB-Antrag als "ohne neuen Inhalt". Der Verband erhebe Forderungen, die die Bundesregierung ohnehin umsetzen wolle. Zudem fehlten im Antrag ein Straftatbestand für Athleten und die Kronzeugenregelung. "Die ist unverzichtbar für Staatsanwaltschaften, um in die Doping-Szene vordringen zu können", betonte Prokop. DOSB-Präsident Thomas Bach meinte zu Prokop: "Wenn ich sarkastisch antworten würde, müsste ich sagen, sein Antrag ist der gleiche, den er 2006 in Weimar gestellt hat und der damals mit 94 Prozent der Stimmen abgelehnt wurde."

Das DOSB-Präsidium bekräftigte erneut, es sei richtig, in der Dopingbekämpfung "die Arbeit zwischen Sport und Staat zu teilen". Selbst Kritiker wie Rössner würden einräumen, dass die Verbandsgerichte des Sports ein Sanktionsrecht haben, mit dem der Staat nicht mithalten könne, erklärte der DOSB weiter. Ein zweijähriges Berufsverbot für Athleten, wie sie der Sport im ersten schweren Dopingfall ausspreche, werde es vom Staat nicht geben.

Christa Thiel, die DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport, spach sich zudem dafür aus, die von der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) von 2015 an vorgesehene Verschärfung von Dopingsperren auf bis zu vier Jahre zu unterstützen.

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