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DOSB könnte über Doping-Diskussion stolpern

07.12.2012, 11:36 Uhr | dpa

DOSB könnte über Doping-Diskussion stolpern. Michael Vesper fürchtet die zu erwartende Debatte nicht.

Michael Vesper fürchtet die zu erwartende Debatte nicht. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Stuttgart birgt gleich zweierlei Zündstoff.

Der Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zur Strafverschärfung bei der Dopingkriminalität ist das eine Reizthema, der Tagesordnungspunkt 11 zu den Folgerungen für den Leistungssport in der XXXI. Olympiade das zweite. "Da ist wirklich Musik drin", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper zu den am Samstag zu erwartenden Dissonanzen in der Liederhalle. "Es ängstigt mich nicht, eine lebendige Debatte zu führen."

Richtig glücklich sind Vesper und DOSB-Präsident Thomas Bach über die Kontroverse über das Für und Wider eines Anti-Doping-Gesetzes nicht. Nachdem sich der Kriminologe Dieter Rössner, Tischtennis-Star Timo Boll und auch die Stiftung Deutsche Sporthilfe für ein schärferes Strafrecht bei Dopingvergehen stark gemacht haben, reagierte die Dachorganisation und formulierte in letzter Minute selbst einen Antrag. "Der DOSB ist bereit, über alles zu reden, um den Dopingkampf zu verschärfen", sagte Bach, schränkte aber ein: "Über alles, was die Arbeitsteilung von Sport und Staat nicht gefährdet."

Die in dem DOSB-Antrag enthaltenen Vorschläge zur Verschärfung des Kampfes gegen Doping sind für den DLV lediglich Dinge, die die Bundesregierung ohnehin umsetzen wollte. "Der DOSB-Antrag ist also ohne Inhalt", kritisierte DLV-Präsident Clemens Prokop. Allerdings hält der Erlanger Jura-Professor Matthias Jahn auch den DLV-Ruf nach Gesetzesverschärfung für keinen Schritt in die richtige Richtung. "Nur zu sagen, wir brauchen mehr Strafrecht, ist keine Lösung. Auch nicht für den Spitzensport", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Kernpunkte des DLV-Antrages sind die Forderung nach einer uneingeschränkten Strafbarkeit des Besitzes von Dopingmitteln, die Erhöhung der Strafen für Dopingverstöße und eine Kronzeugenregelung. "In dem DLV-Antrag sind interessante Vorschläge enthalten", sagte Vesper. "In einem Punkt liegt der DLV falsch: Eigendoping in die Sphäre staatlicher Strafverfolgung ziehen zu wollen. Das wäre ein Bärendienst, durch den die Dopingbekämpfung nicht effektiver würde."

Ein Verfahren der staatlichen Justiz könne ein Jahr und länger dauern, nach den Sportregeln werde ein positiv getesteter Athlet umgehend suspendiert. "Es ist lebensfremd, wenn man zwei parallele Verfahren hat", so Vesper. "Was ist, wenn ein Sportler zwei Jahre gesperrt wird und von einem ordentlichen Gericht nach drei Jahren freigesprochen wird? Da können Schadensersatzforderungen auf einen Verband zukommen, das kann einen Verband ruinieren."

"Es wäre fatal, wenn der deutsche Sport Angst hätte, Doping im Sport mit allen Aufklärungsmöglichkeiten zu bekämpfen und zudem nicht nur den Einzelfall, sondern auch das Umfeld beleuchten zu können", entgegnete DLV-Präsident Clemens Prokop. Auch der zweite Antrag seines Verbandes, der DOSB solle von 2013 an jährlich einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro an die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) zahlen, stößt bei der Führung des Dachverbandes mit dem Verweis auf den bereits erstellten Etat auf Ablehnung.

Im vorgelegten Haushalt für 2013 ist noch Spielraum, um die NADA stärker zu unterstützen. So werde für 2011 ein Jahresüberschuss von 401 000 Euro ausgewiesen, der den Rücklagen zugeführt werden soll. "Ob eine vor sich hin darbende NADA und eine nicht umfassende Aufklärung von Dopingvergehen die idealen Botschafter für die Null- Toleranz-Politik sind, ist fraglich", meinte Prokop.

Spannend und kontrovers könnte auch die Diskussion zur Leistungssportförderung bis zu den Olympischen Spielen 2016 werden, die weiterhin auch auf die umstrittenen Zielvereinbarungen zwischen DOSB und den Verbänden basiert. "Wir haben viele Gespräche dazu mit Sportwissenschaftlern oder Verbänden geführt - auch mit den Kritikern wie dem Deutschen Tischtennis-Bund", erklärte Vesper. Die Ergebnisse seien in den DOSB-Antrag eingeflossen. "Die Frontlinie verläuft nicht innerhalb des Sports, sondern es geht vor allem um den Stellenwert des Leistungssports in unserer Gesellschaft."

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