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Paul Biedermann: Kurzbahn-WM kann Schwimm-Jahr 2012 nicht mehr retten

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Kurzbahn-WM kann Biedermanns Jahr nicht mehr retten

11.12.2012, 11:41 Uhr | dpa

Paul Biedermann: Kurzbahn-WM kann Schwimm-Jahr 2012 nicht mehr retten. Britta Steffen und ihr Freund Paul Biedermann amüsieren sich beim Training in Istanbul.

Britta Steffen und ihr Freund Paul Biedermann amüsieren sich beim Training in Istanbul. (Quelle: dpa)

Istanbul (dpa) - Für Paul Biedermann kann auch die Kurzbahn-WM das Schwimm-Jahr 2012 nicht mehr retten. Zu groß war die Enttäuschung über die medaillenlosen Olympischen Spiele von London.

"Um das Jahr positiv abschließen zu können, müsste ich ja zweimal Weltrekord schwimmen und zweimal Weltmeister werden. Diese Kurzbahn-WM kann die Olympischen Spiele nicht überdecken", sagte Biedermann vor dem Jahresabschluss in Istanbul von Mittwoch bis Sonntag. Gemeinsam mit Freundin Britta Steffen ist der 26-Jährige wieder einmal die größte Medaillenhoffnung im zwölfköpfigen Team des Deutschen Schwimm-Verbandes.

Gut gelaunt betrat das Paar die imposante Sinem Erdem Arena zum abendlichen Training im Wettkampfbecken und scherzte ausgiebig am Beckenrand. So frotzelte Biedermann über seine günstige Kurzhaarfrisur ("8,50 Euro!"), Steffen hingegen machte sich in einem etwas ernsterem Moment ähnliche Gedanken über den Stellenwert dieser Kurzbahn-WM wie zuvor Freund Paul. "Neue Gesichter brennen darauf, sich hier stark zu präsentieren. Aber mit einer Langbahn-WM oder erst recht Olympia ist das hier nicht zu vergleichen", sagte sie angesichts einer Rekordbeteiligung von 958 Schwimmern aus 162 Ländern.

Die Weltcup-Seriensiegerin hatte zuvor mit anderen Mitgliedern des Teams bei einem Empfang des deutschen Generalkonsuls in dessen imposanter Residenz etwas von den schönen Seiten Istanbuls gesehen.

US-Star Ryan Lochte dürfte Biedermanns größter Gegner sein. Der zweimalige London-Olympiasieger gewann vor zwei Jahren in Dubai die 200 Meter Freistil, Biedermann holte damals den Sieg über die doppelte Distanz. Zudem kann sich der DSV auch etwas mit dem Männer-Quartett über 4 x 200 Meter ausrechnen. "Wir haben eine sehr gute Staffel, ich denke, dass das gut laufen wird", erklärt Biedermann, der zum Auftakt über 200 Meter am Mittwoch auf das erhoffte Wiedersehen mit seinem Lieblingsgegner Yannick Agnel verzichten muss. Frankreichs Olympiasieger knackte zwar Biedermanns Kurzbahn-Weltrekord über 400 Meter, lässt aber Istanbul wie angekündigt aus.

Biedermann-Trainer Frank Embacher weiß um die Stärke seines Schülers im Kampf Mann gegen Mann und die wiederkehrenden Aussetzer in Vorläufen. "Das Schwerste wird sein, in die Endläufe hereinzukommen. Mir bleibt bei ihm das Herz eher in den Vorläufen stehen", meint Embacher im Rückblick auf die WM vor zwei Jahren, als es Biedermann als Achter nur ganz knapp ins Finale über 400 Meter Freistil schaffte, dort aber Weltmeister wurde.

Der Stützpunktleiter in Halle/Saale hält alle Konkurrenten "für erreichbar" und sagt: "Bei Olympia haben wir uns vielleicht etwas zu weit aus dem Fenster gehangen, nun bin ich etwas ruhiger und will keinen unter Druck setzen. Wir sollten aber damit rechnen, mit Medaillen zurückzukommen." Defensiver geht DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow die Sache an: "Wir haben keine klare Medaillenvorgabe, die Aspiranten sollen sich gut schlagen."

Nachdem eine nach der Olympia-Enttäuschung eingesetzte Expertenkommission ihre Beratungen abgeschlossen hat und im Januar Vorschläge für eine neue DSV-Struktur vorlegen soll, wird in Istanbul am Freitagmorgen der neue Bundestrainer vorgestellt. Der Essener Stützpunkttrainer Henning Lambertz soll es werden, auch wenn das offiziell noch keiner so recht sagen mag. Man müsse nun abwarten, ehe die Tinte unter Verträgen trocken sei, ließ Buschkow durchblicken.

Britta Steffen reist mit der Empfehlung ihrer Siegesserie im Weltcup an den Bosporus. Die 29-Jährige gewann alle acht Rennen über 100 Meter und sechs Wettbewerbe über 50 Meter Freistil. Sie muss gegen die Weltjahresbeste Aliaxandra Herassimenia (Weißrussland), Jessica Hardy (USA) und die Britin Francesca Halsall bestehen.

Frauen (6): - Jenny Mensing (Wiesbaden): 100 und 200 Meter Rücken, Lagenstaffel - Theresa Michalak (Halle/Saale): 100 und 200 Meter Lagen - Caroline Ruhnau (Essen): 200 Meter Brust, Lagenstaffel - Paulina Schmiedel (Essen): 100 Meter Schmetterling, Lagenstaffel - Daniela Schreiber (Halle/Saale): 50 und 100 Meter Freistil - Britta Steffen (Neukölln): 50 und 100 Meter Freistil, Lagenstaffel

Männer (6): - Paul Biedermann (Halle/Saale): 200 und 400 Meter Freistil, 4 x 200 Meter Freistil - Dimitri Colupaev (Mainz): 200 Meter Freistil und 4 x 200 Meter Freistil - Christian Diener (Cottbus): 50, 100 und 200 Meter Rücken - Christoph Fildebrandt (Wuppertal/Uerdingen/Dormagen): 100 Meter Freistil, 4 x 200 Meter Freistil - Marco Koch (Darmstadt): 100 und 200 Meter Brust - Yannick Lebherz (Potsdam): 100 Meter Freistil, 200 Meter Rücken, 4 x 200 Meter Freistil

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