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Bach: "Keine Zahl, die aus der Luft gegriffen ist"

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Bach: "Keine Zahl, die aus der Luft gegriffen ist"

19.12.2012, 09:53 Uhr | dpa

Bach: "Keine Zahl, die aus der Luft gegriffen ist". Thomas Bach ist der Präsident des DOSB.

Thomas Bach ist der Präsident des DOSB. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hält seine Forderung nach Aufstockung der staatlichen Mittel für den Spitzensport für realistisch und notwendig.

"Der Mehrbedarf ist einzelnen Projekten zugeordnet. Es ist keine Zahl, die aus der Luft gegriffen ist", verteidigte Präsident Thomas Bach in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa die Forderung nach 25 Millionen Euro mehr Förderung bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

"Natürlich wäre mehr besser. Bei allem Eintreten für den Sport sind wir aber auch verantwortungsvolle Staatsbürger und sehen die fiskalpolitischen Realitäten", sagte Bach. "Wenn wir ein Wunschkonzert veranstalten könnten, hätten wir mehr Melodien auf der Liste."

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hatte dagegen die Aussicht auf eine Erhöhung der Bundesmittel als gering bezeichnet, mehr Effizienz beim DOSB angemahnt und ein Nachdenken über die Breite der Sportartenförderung angeregt. "Die Zielvereinbarungsgespräche für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro werden in Übereinstimmung mit dem BMI mit allen olympischen Verbänden geführt", entgegnete Bach, "es gibt also keine Ausgrenzung von Sportarten."

An den umstrittenen Zielvereinbarungen mit seinen Verbänden will der DOSB festhalten. "Mit den Wintersportverbänden sind die Zielvereinbarungen abgeschlossen. Bei ihnen werden sie ja auch gut und erfolgreich umgesetzt", erklärte der 58-jährige Jurist. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London war der DOSB in die Kritik geraten, weil diese Vereinbarungen erst durch einen Gerichtsbeschluss der Öffentlichkeit bekannt wurden.

"Hinterher ist man immer klüger", meinte Bach. "Andererseits haben die Reaktionen in London ja auch gezeigt, dass es vielleicht doch seine Berechtigung hatte, es nicht zu kommunizieren." Die Diskussion sei "zum Teil ja absurd" gewesen. Aus der Kritik an der in den Zielvereinbarungen enthaltenen, unrealistisch anmutenden Medaillenzahl, die für London addiert wurde, will der DOSB seine Lehren ziehen. "Wir werden das in geeigneter Form in Absprache mit unseren Verbänden veröffentlichen. Medaillenpotenziale kann man nicht so einfach addieren", sagte Bach.

Um Stimmen geht es für ihn im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) 2013, falls er sich für eine Kandidatur um das Präsidentenamt entschließen könnte. Bisher hat der Olympiasieger im Fechten nur kund getan, über eine Bewerbung um die Nachfolge von Jacques Rogge nachzudenken. "Ich bin überrascht über die Reaktion auf die Aussage, ich würde darüber nachdenken", sagte Bach. "Natürlich denkt man darüber nach, wenn man von IOC-Kollegen gefragt wird. Deshalb war da nicht viel Neues dran." Es seien aber keine einfachen Überlegungen: "Da zählt vieles dazu. Es würde die Umstellung meines gesamten Lebens bedeuten. Das will wohl überlegt sein."

Ein gutes Vorhaben ist für den Tauberbischofsheimer die von der UEFA beschlossene Austragung der Fußball-EM 2020 in vielen europäischen Ländern. "Es ist eine intelligente Idee in Zeiten der Euro-Krise. Ob sich das langfristig durchsetzt, wird man sehen", sagte Bach. Eine Übertragung des Konzepts auf Olympische Spiele sehe er zurzeit nicht. "Der Erfolg der Olympischen Spiele basiert auf den Erfolgsfaktoren des griechischen Dramas: Der Einheit von Ort, Zeit und Handlung", meinte er.

Gerade die olympische Atmosphäre sei vom Dorf geprägt, wo der olympische Geist lebe, und von der Vielfalt des Sports. "Und wenn man die Olympischen Spiele nur noch am Fernsehen zu einer Einheit zusammenführen würde, würde das olympische Dorf wegfallen, was das Schlimmste für die Athleten wäre", meinte Bach. "Die Vielfalt wäre nur noch virtuell und würde zum Abflachen der Atmosphäre und Verlust der Emotionalität führen."

Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi erwartet der IOC-Vizepräsident den härtesten Konkurrenzkampf, den es je gab. "Es ist wie im Sommer. Auch in Sotschi wird es härter werden als in Vancouver, und es wird nicht zu vergleichen sein mit Turin 2006", prophezeite Bach. "Das ist eine andere Welt inzwischen." Mit dem ausklingenden Jahr 2012 ist er jedoch vollauf zufrieden. "Ich bin begeistert von diesem Sportjahr", resümierte Bach.

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