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Joseph Blatter und Theo Zwanziger im FIFA-Machtkampf ausgebremst

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Reform oder Reförmchen für FIFA - Machtkampf läuft

25.01.2013, 15:25 Uhr | dpa

Joseph Blatter und Theo Zwanziger im FIFA-Machtkampf ausgebremst. Michel Platini werden Ambitionen auf den FIFA-Thron nachgesagt.

Michel Platini werden Ambitionen auf den FIFA-Thron nachgesagt. (Quelle: dpa)

Nyon (dpa) - Die hehren Pläne von Joseph Blatter und Theo Zwanziger für mehr Transparenz bei der skandalumwitterten FIFA drohen durch die Machtinteressen anderer Funktionäre torpediert zu werden.

Erster Gegenwind kommt ausgerechnet aus Europa, das eigentlich als Bastion für neue Moral und Anstand im Welt-Fußball gelten sollte. Mit den Beschlüssen der 53 nationalen Fußball-Präsidenten Europas in Nyon ist schon vier Monate vor dem entscheidenden FIFA-Kongress am 31. Mai auf Mauritius manches Reformziel verwässert.

FIFA-Chefunterhändler Zwanziger zeigte sich dennoch zufrieden. "Die Ergebnisse sind sehr vernünftig. Man kann nicht immer davon ausgehen, dass die eigenen Vorschläge in Gänze übernommen werden. Es ist ein demokratischer Prozess", sagte der ehemalige DFB-Präsident der Nachrichtenagentur dpa. Das UEFA-Papier widerspricht den FIFA-Ideen nicht im Kern, ist aber auch keine Blaupause. Die Botschaft von Europas Fußball-Bossen lautet, dass sie ihren Machtbereich nicht durch neue, straffe Regeln des Weltverbandes kontrolliert wissen wollen.

Eine geplante Integritätsprüfung für FIFA-Funktionäre soll demnach nicht wie von Anti-Korruptionsexperten gefordert durch unabhängige Gremien erfolgen, sondern in Eigenregie durch die jeweiligen Kontinentalverbände. Dabei waren es auch die Defizite moralischer Selbstkontrolle, die zu den FIFA-Skandalen der jüngeren Vergangenheit führten. Der Minimalkonsens der UEFA: "Wer wegen Korruption, Wettbetrugs, Dopings oder Gewalt einmal verurteilt wurde, darf kein FIFA-Amt mehr bekleiden" - immerhin.

Deutlich werden die UEFA-Einschnitte in die Reformpläne bei den Fragen der Zugehörigkeit zum FIFA-Exekutivkomitee und der Amtszeit des FIFA-Präsidenten. Die UEFA will weiter ihre Mitglieder im Exko des Weltverbandes selbst bestimmen können. Und: Für diese soll es keine Begrenzung der Amtszeiten geben. Die vier britischen Verbände sollen den für sie reservierten FIFA-Vizeposten behalten, die Gesamtzahl der FIFA-Vizepräsidenten soll nicht reduziert werden. "Das sind auch machtpolitische Fragen zwischen den Konföderationen. Die Europäer wollen natürlich keine Posten abgeben", sagte Zwanziger.

UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino begründete die Entscheidungen recht nüchtern: "Es gab Vorschläge der FIFA - und basierend auf diesen Vorschlägen haben unsere Verbände nun ihre Meinung kundgetan. Es war ein sehr interessantes Treffen." Angenommen wurde der Vorschlag, dass der FIFA-Kongress und nicht das Exko künftig die WM-Gastgeber bestimmt. Aber: "Das hat einiger Anstrengungen bedurft", berichtete Zwanziger.

Auch mit dem Alterslimit von 72 Jahren für die Mitglieder im Exekutivkomitee folgt die UEFA dem Vorschlag der von Zwanziger geleiteten Statuten-Task-Force. Doch kombiniert mit der Reduzierung der Amtszeiten des FIFA-Präsidenten hat die Idee ein Geschmäckle. Statt wie von Zwanzigers Arbeitsgruppe ausgearbeitet maximal zweimal vier Jahre, soll der nächste Weltfußball-Boss nach UEFA-Willen insgesamt zwölf Jahre regieren dürfen (1x8 plus 1x4 Jahre). UEFA-Präsident Michel Platini werden Ambitionen auf den FIFA-Thron nachgesagt. Bei der nächsten Wahl 2015 ist er 60 Jahre alt. Nach zwölf Jahren als FIFA-Präsident wäre er 72. Eine Punktlandung.

Von der FIFA gab es am Freitag kein offizielles Statement zu den UEFA-Beschlüssen. Dass die Dinge nicht nach Plan laufen, war in den vergangenen Tagen schon durchgesickert. Und auch Blatter hatte die Konfrontation nicht gescheut. Just in dem Moment, als die UEFA in Nyon tagte, ließ er über "fifa.com" die Forderung verbreiten, dass auch Kontinental- und Nationalverbände künftig eine Ethikkommission einführen müssen. Dies immerhin hat die FIFA im Vorjahr geschafft, und laut Zwanziger ist es ohnehin die wichtigere Errungenschaft als die nun wohl aufgeweichten Statutenänderungen.

Ohne die UEFA ist auf Mauritius keine FIFA-Regel zu ändern. Mit seinen 53 Stimmen kann der mächtigste Fußball-Kontinent jede notwendige Dreiviertelmehrheit unter den 209 FIFA-Ländern verhindern. Das weiß auch Blatter. Für andere - der Korruptionsvergehen eher verdächtigen - Kontinentalverbände dienen die UEFA-Beschlüsse sicher als Schutzschilde für selbst gewünschte Reformbeschränkungen. Und vielleicht ist sogar Blatter selbst ganz froh über den Widerstand. Sollte der letzte große Reformschritt tatsächlich nur zu einem moralischen Mini-Hüpfer werden, müsste diesmal nicht er als Buhmann herhalten.

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