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Doping-Aufklärung: Uni Freiburg weist Vorwürfe zurück

30.01.2013, 16:11 Uhr | dpa

Freiburg (dpa) - Der Konflikt um die Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit an der Universität Freiburg spitzt sich zu. Letizia Paoli, Vorsitzende der Untersuchungskommission, wirft der Hochschule in einem 18-seitigen Schreiben vor, ihre Arbeit zu behindern.

Dabei sollen nach einem Bericht der "Badischen Zeitung" der Kommission unter anderem wesentliche Arbeitsunterlagen vorenthalten worden sein. Die Hochschule Freiburg hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

"Die Universität mischt sich überhaupt nicht in die Kommissionsarbeit ein. Sie bekommt alles zur Verfügung gestellt, was sie haben möchte", erklärte Uni-Sprecher Rudolf-Werner Dreier der Nachrichtenagentur dpa und betonte, die Situation etwas versachlichen zu wollen: "Niemandem ist damit gedient, in einen Konflikt einzubiegen, der keiner ist."

Auslöser der harschen Antwort der belgischen Kriminologin Paoli war der Vorwurf des Freiburger Rektors Rüdiger Siewert, dass sie noch keinen Abschlussbericht vorgelegt habe, obwohl dieser spätestens bis zum 30. September 2012 hätte abgegeben werden sollen. Zugleich räumte er ihr eine Fristverlängerung bis Ende Januar ein.

"Unsere Kommission hat unser volles Vertrauen. Was im Abschlussbericht drin stehen wird, entscheidet die Kommission", erklärte Dreier. "Doch es muss die Frage erlaubt sein, wann der Bericht fertig ist." Dass er bis Ende Januar fertig ist, erscheint unwahrscheinlich. Paoli kündigte erstmal nur an, einen etwa 100-seitigen Rechenschaftsbericht abgeben zu wollen, in dem sie das Prozedere ihrer Arbeit erläutern will.

In ihrer 18-Seiten-Replik erhebt sie den Vorwurf, dass die Kommission erst im September 2012 Zugang zu Arbeitsunterlagen und der Geschäftskorrespondenz des umstrittenen Professors Joseph Keul erhalten habe. Insgesamt soll es sich um zweieinhalb Regalmeter Papier gehandelt haben. Der 2000 gestorbene frühere Olympia-Arzt sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, Doping verharmlost zu haben. In Freiburg wurden zahlreiche Spitzensportler sportwissenschaftlich begleitet.

"Es wird der Eindruck erweckt, dass das die Unterlagen schlechthin sind", sagte Dreier. Bei den Dokumenten handele es sich um die der sogenannten "kleinen Kommission", die nach den Doping-Geständnissen einiger Telekom-Radprofis die Verstrickung von Sportärzten der Uni Freiburg in diesen Skandal aufklären sollte. Diese Unterlagen seien damals einer Geschäftsstellenleiterin übergeben worden, die an die Geheimhaltungspflicht gebunden gewesen sei.

Außerdem wären darin sowohl datenrechtlich geschützte Patientenakten als auch Zeugenaussagen, die vor der kleinen Kommission gemacht worden seien, enthalten gewesen. "Deshalb konnte man die Akten nicht einfach nur so übergeben", sagte Dreier. "Man hätte auch einfach die kleine Kommission bitten können, die Geschäftsstellenleiterin von ihre Geheimhaltungspflicht zu entbinden."

Auf Unverständnis trifft bei der Uni-Führung auch die von Paoli erhobene Anschuldigung, dass zwei verschiedene Arbeitsaufträge an die Kommission existierten: ein umfangreicher, nämlich die Freiburger Sportmedizin während der vergangenen 50 Jahre insgesamt zu untersuchen. Dieser Auftrag, behauptet Paoli, sei der Kommission so nicht bekanntgewesen. Stattdessen sei ihr ein in den Details stark reduzierter Arbeitsauftrag genannt worden. Dazu Uni-Sprecher Dreier: "Die Kommission konnte sich den Auftrag selbst wählen und ohne zeitliche Limitierung arbeiten. Die Idee, dass sie nach fünf Jahren nicht weiß, was ihre Aufgabe war, ist sicher deplatziert."

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