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Strombach: Ich weiß nicht, wer der Kläger sein soll

03.02.2013, 15:21 Uhr | dpa

Strombach: Ich weiß nicht, wer der Kläger sein soll. Die Klage der Bundesliga-Clubs kann Ulrich Strombach nicht nachvollziehen.

Die Klage der Bundesliga-Clubs kann Ulrich Strombach nicht nachvollziehen. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Mit finanzieller Hilfe der Vereinsorganisation Forum Club Handball wollen zwölf Bundesliga-Clubs den Deutschen Handballbund (DHB) verklagen.

Ziel ist es, vom Weltverband IHF als Gesprächspartner anerkannt zu werden und so unter anderem schriftliche Vereinbarungen über die Abstellgebühr von Spielern aushandeln zu können. DHB-Präsident Ulrich Strombach sieht im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa der angekündigten Klage gelassen entgegen und seinen Verband für den Rechtsstreit gerüstet.

Was sagen Sie zu der angekündigten Klage?

"Ich kenne die Klage noch nicht. Wenn sie mir zugestellt wird, dann werde ich mich damit befassen. Ich kann mir im Moment keinen Streitgegenstand zwischen den Mannschaften der Bundesliga und dem DHB vorstellen."

Sind Sie über die Klageabsicht informiert worden?

"Ich weiß davon, aber förmlich, von wem auch immer, nicht. Dass etwa ein offizielles Schreiben an den DHB gegangen wäre, in dem man etwas vom DHB verlangt, was jetzt Gegenstand der Klage sein soll, gibt es nicht."

Wie sind Sie informiert worden?

"Ich bin mündlich informiert worden, wobei ich bis heute nicht weiß, wer der Kläger sein soll. Ich habe auch gehört, dass es ein die Bundesliga vertretender Verein sein kann."

Ziel der Klage ist nicht der DHB, sondern die IHF. Sehen Sie Ihren Verband in der Zwickmühle zwischen IHF und Clubs?

"Nein, eigentlich nicht. Ich sehe keinen Grund, wie ich das schon eingangs gesagt habe, weshalb die Vereine den DHB verklagen sollten. Weil alles das, was zugunsten der Vereine in Bezug auf Abstellung von Spielern für die Nationalmannschaften sehr positiv und von den Vereinen auch sehr gern angenommen wurde, vom DHB in Kooperation mit der Liga verhandelt worden ist. Die Vereine bekommen Abstellprämien für die Spieler, auch für ihre ausländischen Nationalspieler, und die Gehälter fließen ganz korrekt den Vereinen zu und nicht dem Verband, weil der Verein ja auch die Kosten während der Abstellung der Spieler getragen hat. Im Arbeitsrecht nennt man das Lohnfortzahlung. Die Vereine haben ja ihre Spieler weiter bezahlt. Deswegen bekommen die Vereine auch die Zahlungen der IHF und der EHF. Da sehe ich eigentlich nichts, was die Vereine oder irgendjemand sonst, geändert haben möchte."

Den Vereinen geht es nach eigenem Bekunden darum, unter anderem eine schriftliche Vereinbarung mit der IHF über die Abstellgebühren zu bekommen.

"Eine schriftliche Vereinbarung in der Form existiert nicht. Es gibt Entscheidungen der Beschlussgremien der IHF darüber. Ich glaube auch nicht, dass das Ziel des Prozesses etwa eine schriftliche Vereinbarung ist. Die Frage ist doch: Mit wem?"

Das Forum Club Handball hat erklärt, dass die Vereine als Gesprächs- und Verhandlungspartner von der IHF anerkannt werden wollen.

"Das Forum Club Handball vertritt, so weit ich weiß, eine Gruppe von 25 europäischen Clubs, aber nicht alle Clubs der Welt. Die Verbände als Mitglieder der IHF dagegen vertreten die Spieler ihrer Vereine - alle. Dass der DHB davon am meisten betroffen ist, hat damit zu tun, dass in unseren Vereinen die meisten Nationalspieler spielen, nicht nur deutsche, sondern auch ausländische. Wenn der DHB verklagt wird, dann wird er den Prozess aufnehmen. Was die Sache juristisch anbetrifft, habe ich meine eigenen Gedanken. Aber darüber äußere ich mich erst, wenn ich die Klage kenne. Das wird mir vielleicht in den letzten sechs Monaten meiner Tätigkeit als Präsident eine meinem Fachwissen entsprechende Beschäftigung geben."

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