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Politik fordert weitere Maßnahmen gegen Wettbetrug

05.02.2013, 14:46 Uhr | dpa

Politik fordert weitere Maßnahmen gegen Wettbetrug. Europol deckt in Den Hag den Wettskandal auf.

Europol deckt in Den Hag den Wettskandal auf. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Der größte Wettskandal in der Geschichte setzt Sport, Justiz und Politik unter Zugzwang. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) fordert einen eigenständigen Straftatbestand gegen Manipulation im Sport.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sieht die Gefahr, dass die illegalen Aktivitäten zunehmen. "Das ist die typische Kriminalität von heute und nur ein Vorbote der Straftaten von morgen", meinte der BDK-Chef André Schulz. Wolfgang Bosbach (CDU) rief die Strafverfolger auf, alle Fakten so schnell wie möglich zu offenbaren.

Merk plädiert für härtere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung der Problematik, dass zum Beispiel eine Masse von Fußballspielen mit Geld verschoben wurden und werden: "Die Entwicklungen zeigen, dass wir dringend über ein umfassendes Gesetz zum Schutz des Sports nachdenken müssen. Chancengleichheit und Fairness im Sport werden nicht nur durch Doping gefährdet. Auch die Bestechungsskandale der letzten Jahre erschüttern die Glaubwürdigkeit des Sports."

Auch der BDK fordert juristische Folgen. "Durch die Verweigerung einer Gesetzesanpassung macht die Bundesregierung deutlich, dass sie offensichtlich lediglich das Vermögen der Wettanbieter für schutzwürdig hält, obgleich der lautere Wettkampf im Sport sowie die Vermögensinteressen aller übrigen Beteiligten ebenso mit den Mitteln des Strafrechts geschützt werden müssen", erklärte der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz.

Es trägt nur bedingt zur Beruhigung bei, dass laut dem Bochumer Ermittler Friedhelm Althans 90 Prozent der neu unter Verdacht stehenden 300 untersuchten Partien nicht in Europa stattfanden. Denn immerhin 151 der weltweit 425 beteiligten Spieler, Funktionäre, Schiedsrichter oder Kriminelle sollen deutsche Wohnsitze haben. 70 Spiele aus unteren heimischen Ligen stehen unter dem Verdacht, gegen Bares verschoben worden zu sein.

Dennoch glaubt etwa Fredi Bobic, Manager des VfB Stuttgart, dass die Bundesliga nicht betroffen ist: "Dafür sind wir wirtschaftlich viel zu gut aufgestellt. Aber natürlich kann man nicht von vornherein für jeden die Hand ins Feuer legen", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten".

Viele Spuren im Wettskandalsumpf führen nach Asien. Erst vor wenigen Wochen sperrte der Weltverband FIFA über 40 südkoreanische Spieler. Vor einem Jahr ging der Singapurer Wilson Raj Perumal, einer der schillerndsten Drahtzieher der Szene, der finnischen Polizei ins Netz.

Nicht nur der Fußball ist betroffen. Nach Angaben des Präsidenten des Kricketverbandes von Singapur, Imran Hamid, hat Korruption im Sport längst weite Kreise gezogen. "Eine globale Krankheit, die sich in viele Sportarten gefressen hat", sagte er. 2011 wurden in Großbritannien drei pakistanische Kricketspieler wegen illegaler Matchabsprachen zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Für die Ermittler kommt erschwerend hinzu, dass die Szene international vernetzt ist. Wie die Europol-Ermittlungen zeigen, können bei einem einzigen manipulierten Fußballspiel bis zu 50 Akteure aus zehn verschiedenen Ländern im Verdacht sein. "Es ist nicht einfach, diese Manipulateure festzunageln", sagte der Singapurer Journalist Zaihan Yusof, der die Beteiligung seiner Landsleute an Wettskandalen im großen Stil vor zwei Jahren aufdeckte.

Sollten die betroffenen Spiele und die beteiligten Vereine nicht rasch genannt werden, fürchtet CDU-Mann Bosbach Schlimmes. Dann würden nach Abschluss der Ermittlungen Spekulationen Tor und Tür geöffnet, eine große Zahl von Vereinen, Spielern und Schiedsrichtern würde unter Generalverdacht gestellt, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir müssen dringend überprüfen, ob die von den Verbänden bisher installierten nationalen und internationalen Frühwarnsysteme tatsächlich effektiv sind."

Für die Grünen-Politikerin Viola von Cramon ist der neue Skandal nur die "Spitze des Eisbergs". Als "heuchlerisch" verurteilte die sportpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion die Ankündigung von FIFA-Präsident Joseph Blatter, er wolle scharf gegen Korruption vorgehen. "Warum fängt er nicht bei sich selbst an?" Laut Cramon "stinkt der Fisch vom Kopf her".

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