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Wettskandal: Rummenigge fordert harte Bestrafung

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Kampf gegen Wettbetrug - Rummenigge: Harte Bestrafung

05.02.2013, 21:36 Uhr | dpa

Wettskandal: Rummenigge fordert harte Bestrafung. Karl-Heinz Rummenigge nimmt das Thema Wettbetrug sehr ernst.

Karl-Heinz Rummenigge nimmt das Thema Wettbetrug sehr ernst. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Der größte Wettskandal in der Sportgeschichte setzt auch Politik und Justiz unter Zugzwang. Nach den alarmierenden Untersuchungserkenntnissen der Polizeibehörde Europol werden Appelle nach noch intensiveren Maßnahmen im Kampf gegen die Machenschaften der Wettmafia laut.

Die Bundesregierung setzt sich für internationale Konsequenzen ein, Karl-Heinz Rummenigge forderte eine "lückenlose" Aufklärung und eine "harte Bestrafung" überführter Betrüger.

"Es geht um die Glaubwürdigkeit des Fußballs. Das ist das höchste Gut, glaube ich, das wir zu verteidigen haben", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München der Nachrichtenagentur dpa in Doha. Das Thema schlage bei der aktuellen Vollversammlung der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) in Katar "hohe Wellen", berichtete der ECA-Vorsitzende. "Wir müssen alle daran arbeiten, dass die Dinge, die von Europol behauptet wurden, lückenlos aufgeklärt werden. Wenn die Leute ins Stadion gehen, müssen sie wissen, dass dort alles sauber und seriös vor sich geht", erklärte Rummenigge.

Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied von Transparency International, sieht nach dem "Weckruf von Europol vor allem auch ein Signal an die politischen Vertreter". In allen Ländern müsse sichergestellt werden, "dass die Staatsanwaltschaft losgeschickt wird", sagte die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer und kritisierte vor allem die FIFA- und UEFA-Bosse: "Joseph Blatter und Michel Platini tun mit Sicherheit nicht genug gegen dieses Problem." Bei der FIFA sei es zu viel Show, bei der UEFA müsste einzelnen Landesverbänden stärker auf die Füße getreten werden. Schenk: "Die Zeit der Tagungen ist vorbei."

Auf Initiative der Bundesregierung wird das Thema Korruption und Manipulation von Wettkämpfen ein Schwerpunkt der 5. Unesco-Weltsportministerkonferenz vom 28. bis 30. Mai in Berlin, teilte das für den Sport zuständige Innenministerium am Dienstag in Berlin mit. Die EU hat bereits reagiert und drei Projekte genehmigt, die mit der Wettproblematik zu haben. Seit dem 1. Januar beschäftigen sich bis Ende Juni 2014 mehrere Arbeitsgruppen eingehender mit die Bedrohung durch die Wettmafia.

Auch Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) sieht Handlungsbedarf und macht sich für einen eigenständigen Straftatbestand gegen Manipulation im Sport stark. Andernfalls drohe die Gefahr, so der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), dass die illegalen Aktivitäten zunehmen. "Das ist die typische Kriminalität von heute und nur ein Vorbote der Straftaten von morgen", meinte BDK-Chef André Schulz. Wolfgang Bosbach (CDU) rief die Strafverfolger auf, alle Fakten so schnell wie möglich zu offenbaren.

Merk plädiert für härtere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung der Problematik, dass zum Beispiel eine Masse von Fußballspielen mit Geld verschoben wurden und werden: "Die Entwicklungen zeigen, dass wir dringend über ein umfassendes Gesetz zum Schutz des Sports nachdenken müssen. Chancengleichheit und Fairness im Sport werden nicht nur durch Doping gefährdet. Auch die Bestechungsskandale der letzten Jahre erschüttern die Glaubwürdigkeit des Sports."

Es beruhigt kaum, dass laut dem Bochumer Ermittler Friedhelm Althans 90 Prozent der neu unter Verdacht stehenden 300 untersuchten Partien nicht in Europa stattfanden. Denn immerhin 151 der weltweit 425 beteiligten Spieler, Funktionäre, Schiedsrichter oder Kriminelle sollen deutsche Wohnsitze haben. 70 Spiele aus unteren heimischen Ligen stehen unter dem Verdacht, verschoben worden zu sein.

Dennoch glaubt etwa Fredi Bobic, Manager des VfB Stuttgart, dass die Bundesliga nicht betroffen ist: "Dafür sind wir wirtschaftlich viel zu gut aufgestellt. Aber natürlich kann man nicht von vornherein für jeden die Hand ins Feuer legen", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten".

Die Spielergewerkschaft VdV rät allen Fußballern, "die Finger von Wetten zu lassen", sagte Geschäftsführer Ulf Baranowsky der dpa. "Es muss in den Köpfen der Spieler anfangen. Aber da sind alle gefordert." Für Betroffene sei es aber schwer, aus der "Falle" des Wettbetrugs wieder herauszukommen.

Die in Deutschland zuständige Staatsanwaltschaft Bochum hält das zur Vorbeugung eingeführte Frühwarnsystem, bei dem Spezialfirmen aufgrund einlaufender Wettquoten auf möglichen Wettbetrug hinweisen, für wenig effektiv: "Die Frühwarnsysteme haben sich als völlig unzureichend erwiesen", sagte Staatsanwalt Andreas Bachmann mit Bezug auf die große Anzahl von Fällen. Dazu sagte Bosbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir müssen dringend überprüfen, ob die von den Verbänden bisher installierten nationalen und internationalen Frühwarnsysteme tatsächlich effektiv sind."

Sollten die betroffenen Spiele und die beteiligten Vereine nicht rasch genannt werden, fürchtet Bosbach Schlimmes. Dann würden nach Abschluss der Ermittlungen Spekulationen Tor und Tür geöffnet, eine große Zahl von Vereinen, Spielern und Schiedsrichtern würde unter Generalverdacht gestellt,

Für die Grünen-Politikerin Viola von Cramon ist der neue Skandal nur die "Spitze des Eisbergs". Als "heuchlerisch" verurteilte die sportpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion die Blatter-Ankündigung, er wolle scharf gegen Korruption vorgehen. "Warum fängt er nicht bei sich selbst an?" Laut Cramon "stinkt der Fisch vom Kopf her".

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