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Doping-Aufklärung in Freiburg - "Kein Imageschaden"

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Doping-Aufklärung in Freiburg - "Kein Imageschaden"

07.02.2013, 16:39 Uhr | dpa

Düsseldorf (dpa) - Manipulation und Vertuschung statt Aufklärung? Die Aufarbeitung der Dopingvorgänge an der Universität Freiburg ist längst selbst zu einer Affäre geworden.

Trotz der Vorwürfe der Untersuchungskommission und ihrer Leiterin Letizia Paoli glauben das baden-württembergische Wissenschaftsministerium und Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer nicht, das alles umsonst war. Paoli hatte beklagt, einen manipulierten Arbeitsauftrag erhalten zu haben und bei den Nachforschungen behindert worden zu sein.

"Wir gehen davon aus, dass es eine konstruktive Verständigung zwischen der Universität Freiburg und der von Frau Professor Paoli geleiteten Kommission kommen wird", hieß es am Donnerstag in einer Antwort des Stuttgarter Ministeriums auf eine dpa-Anfrage. "Insofern ist kein Imageschaden für die Universität Freiburg zu befürchten." Das Behörde sei nach wie vor "an einer größtmöglichen und weitestgehenden Aufklärung" interessiert.

Der Konflikt zwischen den acht Gutachtern und der Uni war weiter eskaliert, nachdem die Kommission am Mittwoch eine 87-seitige Pressemitteilung veröffentlicht und darin den Vorwurf erhoben hatte, der Arbeitsauftrag sei manipuliert und die Kommission "getäuscht und hintergangen" worden. Konkret wird Altrektor Wolfgang Jäger verantwortlich gemacht für seine "Nichtinformation über den offiziellen Arbeitsauftrag" - das liegt nun gut fünf Jahre zurück.

Jäger und sein Nachfolger Schiewer reklamieren, es habe einen uneingeschränkten Untersuchungsauftrag gegeben, ohne zeitliche oder personelle Limitierung. Die Kommission behauptet jetzt aber, einen begrenzten Auftrag erhalten zu haben. Dieser klammere brisante Bereiche wie das Thema der "Freiburger Sportmedizin" und die im Zusammenhang mit Doping umstrittenen Sportwissenschaftler wie Joseph Keul, Armin Klümper, Heinz Birnesser oder des Gründers Herbert Reindell aus.

"Als mich Frau Paoli davon in Kenntnis gesetzt hat, habe ich ganz selbstverständlich alle Fragestellungen und Probleme, die sie formuliert hat, untersucht", erklärte Schiewer in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa zu dem Manipulationsvorwurf. Dabei habe er festgestellt, dass "es keinerlei Anhaltspunkte" gab und dass die Kommission den Arbeitsauftrag nicht gekannt oder es Einschränkungen gegeben habe. "Insofern war ich jetzt sehr überrascht über die 87-seitige Presseerklärung der Kommission."

In diesem umfassenden Dossier versuchen die Gutachter, mit fast kriminologischer Akribie den Nachweis zu erbringen, hinters Licht geführt worden zu sein. "Ich habe das Gefühl, dass die Kommissionsvorsitzende ein sehr großes Misstrauen hat gegenüber der Institution Universität", meinte Schiewer. "Das irritiert mich in gewisser Hinsicht schon, weil ich meinerseits alles tue, um die Kommission zu unterstützen." Er habe ein "ganz klares, vorbehaltloses Interesse an der Offenlegung aller Kenntnisse".

Das hatte Letizia Paoli schon zuvor bezweifelt und über "massive Behinderungen" geklagt, die zu erheblichen Verzögerungenen der Arbeit geführt hätten. So sei der Kommission erst im September 2012 Zugang zu Sachakten gewährt worden, die aus dem Umfeld des früheren Olympia-Arztes Keul stammen. Schiewer dagegen verweist darauf, dass er sich bei der Verfügbarkeit von Akten an die datenschutzrechtlichen Gegebenheiten halten müsse. Er kontert: "Wenn man gesetzliche Vorgaben als Behinderungen ansieht, dann sollte man das auch so benennen und nicht die Institution dafür verantwortlich machen."

Angesichts des harschen Streits ist offen, ob, wann oder in welcher Form ein Abschlussbericht der Kommission vorgelegt wird. "Von meiner Seite gibt es nur einen Wunsch, nämlich die Bitte an die Kommission, den Bericht zeitnah abzugeben", sagte Schiewer. "Ich erwarte von der Kommission, dass sie das, was sie ermittelt hat, auch in einem Bericht dokumentiert." Zunächst will er aber, dass Paoli und ihre Kollegen die erhobenen Vorwürfe korrigieren: "Denn sie sind absolut nicht berechtigt."

Inzwischen hat Laetizia Paoli einen 183 Seiten langen sogenannten Rechenschaftsbericht vorgelegt, der noch nicht vollständig ist. "Frau Paoli hat noch einen zweiten Teil angekündigt. Deshalb gehe ich davon von aus, dass darin auch ein Termin für den Abschlussbericht genannt wird", sagte Schiewer.

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