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Nach Olympia-Aus: Ringer-Gemeinde im Schockzustand

12.02.2013, 17:17 Uhr | dpa

Nach Olympia-Aus: Ringer-Gemeinde im Schockzustand. Ex-Bundestrainer Alexander Leipold reagierte geschockt auf das wahrscheinliche Olympia-Aus der Ringer.

Ex-Bundestrainer Alexander Leipold reagierte geschockt auf das wahrscheinliche Olympia-Aus der Ringer. (Quelle: dpa)

Leipzig (dpa) - Mit Fassungslosigkeit und Enttäuschung haben die deutschen Ringer auf das wahrscheinliche Olympia-Aus für 2020 reagiert.

Der internationale Ringer-Verband (FILA) hat mit "großem Erstaunen" auf die Entscheidung der IOC-Exekutive reagiert, den Traditionssport von 2020 an aus dem Olympia-Programm streichen zu lassen. "FILA wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, die IOC-Exekutive und IOC-Mitglieder vom Irrtum ihrer Entscheidung gegen eine der ursprünglichen Sportarten der antiken und modernen Olympischen Spiele zu überzeugen", hieß es in einer Pressemitteilung vom Dienstag.

Der Sport habe stets alle Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eingehalten und sei in 180 Ländern vertreten. Auf seiner Sitzung am 17. und 18. Februar in Phuket/Thailand will der FILA-Vorstand die nächsten Schritte besprechen.

"Ich bin geschockt, ich kann es gar nicht glauben. Wir sind ein taktisch, technischer Zweikampfsport, der es nicht zum Ziel hat, den Gegner zu verletzen. Gerade in der Gewaltprävention ist diese Sportart so wertvoll", sagte Deutschlands langjähriger Vorzeige-Ringer Alexander Leipold der Nachrichtenagentur dpa.

Der vor wenigen Wochen zurückgetretene Freistil-Bundestrainer sieht seine jahrelange Aufbauarbeit im Nachwuchs gefährdet - selbst seine Söhne Tim und Neo gehen mittlerweile auf die Matte. "Doch wie wollen wir unseren Nachwuchs, den wir in den vergangenen Jahren in mühsamer Kleinarbeit langsam wieder an die Weltspitze herangeführt haben, dieses Olympia-Aus vermitteln? 2016 und gerade 2020 waren ihre Ziele. Für einen Sportler ist es das Größte, Olympia zu erreichen", ergänzte der 21-malige deutsche Meister. Doch der 43-Jährige, der sich selbst nach drei Schlaganfällen als Stehaufmännchen zurückkämpfte, will nicht so einfach aufgeben: "Es ist nicht das Ende des Sports, Ringen wird es immer geben."

Leipold kann die überraschende Entscheidung der IOC-Exekutive in Lausanne nicht nachvollziehen. "Ringen ist Schach auf der Matte, Ringen ist die Traditionssportart, die von Anfang an dabei war. In den USA, im Iran, Aserbaidschan, Georgien, Russland oder Kasachstan sind es Volkssportarten. Man kann nicht nur aus westeuropäischer Sicht rangehen. Auch Deutschland ist da kein Maßstab", betonte der vierfache Europameister und zweimalige Weltmeister, der 2000 das olympische Turnier in der Kategorie bis 74 Kilogramm gewann. Nach einem positiven Dopingbefund wurde er gesperrt, dann wieder freigesprochen und mittlerweile rehabilitiert.

In London kehrte Leipold im vergangenen Sommer als Bundestrainer an die olympische Matte zurück. "Es waren geniale Spiele. Die Halle war voll, wir hatten eine Klasse-Stimmung und haben packende Zweikämpfe gesehen", erinnerte sich Leipold. Doch das IOC begründete seine Empfehlung unter anderem mit den niedrigen Werten, die das Ringen bei einer detaillierten Analyse aller 26 olympischen Sommersportarten bekam.

Manfred Werner, Präsident des Deutschen Ringer-Bundes, reagierte am Dienstag völlig überrascht: "Das kommt für mich aus dem heiteren Himmel. Wir müssen jetzt die Reaktion des Weltverbandes FILA abwarten." Der erst im Januar dieses Jahres neu berufene DRB-Sportdirektor Jannis Zamanduridis meinte: "Für mich ist das ein absoluter Schock, mit dieser Entscheidung stirbt ein Stück olympischer Gedanke."

Ähnlich sieht es der ehemalige Nationalmannschafts-Ringer Benedict Rehbein, heute Präsident des Ringer-Verbandes Sachsen: "Die Entscheidung des IOC hat uns sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weggezogen. Es ist für mich vollkommen unverständlich, wie eine der olympischen Sportarten überhaupt aus dem Programm fallen kann, ohne den Sinn dieses Sportereignisses insgesamt infrage zu stellen. Damit hat das Komitee aus meiner Sicht die Tradition und den olympischen Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes verkauft. Klar ist: Als Kampfsportler werden wir diese Entscheidung sicherlich nicht kampflos hinnehmen."

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