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Empörung über drohendes Olympia-Aus für Ringen

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Empörung über drohendes Olympia-Aus für Ringen

13.02.2013, 15:26 Uhr | dpa

Empörung über drohendes Olympia-Aus für Ringen. Der Traditionssportart Ringen droht das Olympia-Aus.

Der Traditionssportart Ringen droht das Olympia-Aus. (Quelle: dpa)

 

Lausanne (dpa) - Mit harscher Kritik, Protest und Wut hat die Ringer-Szene auf das angekündigte Olympia-Aus reagiert. Keine 24 Stunden nach ihrer historischen Entscheidung brach auf die IOC-Exekutive eine internationale Empörungswelle herein.

"Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien, aber mir scheint, dass die wahren Gründe für diese Entscheidung offensichtlich sind", erklärte Russlands Ringer-Legende Alexander Karelin. Der dreimalige Olympiasieger vermutet, die Überlegenheit Russlands und der ehemaligen Sowjetunion, die bisher 77 olympische Goldmedaillen im Ringen gesammelt haben, sei ausschlaggebend gewesen.

Der Iran und Russland wollen gegen den drohenden Olympia-Ausschluss Protest einlegen, versprachen Sportfunktionäre beider Länder. Mikhail Mamiaschwili, Präsident des russischen Ringer-Verbandes, zeigte sich "völlig entsetzt" über die Empfehlung der IOC-Exekutive, den Traditionssport von 2020 an aus dem Olympia-Programm zu streichen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sah sich weltweiten Vorwürfen ausgesetzt, die jahrhundertealte Sportkultur Ringen für die Modernisierung und Kommerzialisierung des Premium-Produkts Olympia geopfert zu haben.

Mit großer Gelassenheit hat IOC-Präsident Jacques Rogge auf die weltweite Kritik reagiert. "Wir sind uns der heftigen Reaktionen bewusst. Wir wussten, dass wir Kritik einstecken müssen, egal, welche Sportart es erwischt", sagte der belgische Boss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne.

Er bestätigte, mit dem Präsidenten des Internationalen Ringer-Verbandes (FILA), Raphaël Martinetti, bereits Kontakt aufgenommen zu haben. "Wir haben vereinbart, dass wir uns zeitnah austauschen. Ich muss sagen, FILA hat sehr gut auf diese schwere Entscheidung reagiert", sagte Rogge weiter. "Sie haben versprochen, ihren Sport weiterzuentwickeln und zu kämpfen, um im Programm für 2020 bleiben zu können."

"Ich hege keinen Zweifel, dass unsere Eintracht und Solidarität es uns ermöglicht, diese Feuerprobe zu bestehen", erklärte Martinetti, dem vom IOC inoffiziell fehlende Innovationsbereitschaft vorgeworfen wurde. "Er hat katastrophale Arbeit abgeliefert und unseren Sport vor dem IOC nicht verteidigt", wetterte Mamiaschwili.

In den USA wurde nur Minuten nach Bekanntwerden des IOC-Entscheidung eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der das Weiße Haus aufgefordert werden soll, sich für Ringen einzusetzen. Bereits am Mittwochmorgen hatten die Bittsteller mehr als 14 000 Unterschriften für den "ältesten Sport der Welt" gesammelt. 100 000 Stimmen werden benötigt, damit sich die Obama-Regierung mit dem Thema befasst.

"Die Herren des IOC töten den Olympischen Geist", schimpfte der Präsident des griechischen Verbandes, Kostas Thanos, im griechischen Fernsehen. Die Führung des IOC habe mittlerweile so wenig mit dem Olympischen Geist zu tun, dass sie den Text der eigenen Olympischen Hymne ignoriere. Dort heiße es im zweiten Vers: "..... Beim Laufen, Ringen und beim Weitwurf", sagte Thanos. Sollte Ringen abgeschafft werden, dann sollten sie nicht mehr Olympische Spiele heißen, sondern in Olympische "Business Games" umbenannt werden, sagte der Funktionär.

Die Weltpresse quittierte das überraschende Urteil unterdessen mit Unverständnis für das IOC. "Die Olympier haben Ringen von den Spielen abgekakt", schrieb die "Los Angeles Times". Die "Chicago Tribune" kommentierte martialisch: "Ode ans Ringen: Das IOC bringt den Sport um." Ringen ist in den USA bereits in den Colleges ein weit verbreiteter Sport. "Das IOC schmeißt den ältesten olympischen Sport raus", war die Überschrift in der "Gazzetta dello Sport".

"Für Russland war Ringen eine der wichtigsten Quellen seines sportlichen Nationalstolzes seit Sowjetzeiten", meinte das russische Blatt "Kommersant". Auch andere Ex-Sowjetrepubliken wie Aserbaidschan, Georgien und Kasachstan fürchten um den Olympia-Status. Der aserbaidschanische Olympiasieger Farid Mansurow warnte im Internetportal azerisport.com vor einem "historischen Fehler".

 
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