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Personalwechsel im Ringer-Weltverband

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Personalwechsel im Ringer-Weltverband

16.02.2013, 15:34 Uhr | dpa

Personalwechsel im Ringer-Weltverband. Raphaël Martinetti ist als Präsident des Ringer-Weltverbandes ist zurückgetreten.

Raphaël Martinetti ist als Präsident des Ringer-Weltverbandes ist zurückgetreten. (Quelle: dpa)

Phuket (dpa) - Nur vier Tage nach dem angekündigten Olympia-Aus für das Ringen treibt der Internationale Verband (FILA) seine personelle Neuausrichtung voran.

Nach dem Rücktritt des umstrittenen Verbandspräsidenten Raphaël Martinetti im thailändischen Phuket wurde die russische Ringer-Legende Alexander Karelin in einem Nachwahlverfahren ins FILA-Führungsgremium aufgenommen, teilte der russische Verband mit. Damit ist der Weg frei für die nötigen Modernisierungsmaßnahmen, mit denen der Traditionssport den Ausschluss aus dem olympischen Programm von 2020 an noch verhindern will. Als FILA-Interimspräsident fungiert der Serbe Nenad Lalovic.

"Diese Entscheidung gibt dem internationalen Ringen die Gelegenheit, sich zu verändern und zu verbessern", sagte der Chef des amerikanischen Verbandes, Rich Bender. Am vergangenen Dienstag hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) empfohlen, Ringen von 2020 aus dem olympischen Programm zu streichen.

Ende April/Anfang Mai soll es auf einem FILA-Kongress in Moskau Neuwahlen geben. Zudem wurde eine Arbeitsgruppe für diese Krisensituation gebildet. Mit Hilfe von Marketingagenturen soll eine Strategie erarbeitet werden, wie Ringen als Sportart weiterentwickelt werden kann.

Die IOC-Vollversammlung muss im September in Buenos Aires endgültig beschließen, welcher der sieben olympischen Ersatzkandidaten (Baseball/Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden, Wushu) nachrückt oder ob Ringen seinen Olympia-Status doch behalten darf. Auf jeden Fall dürfen die Mattenkämpfer der IOC-Exekutive Ende Mai bei deren Sitzung in St. Petersburg demonstrieren, wie die versprochenen Sofortmaßnahmen aussehen.

Schon vor der Tagung in Phuket war der Druck auf Martinetti gewachsen, auch weil viele Präsidiumsmitglieder nichts von den Änderungswünschen des IOC gewusst hatten. Vor allem der Chef der russischen Ringervereinigung, Michail Mamiaschwili, hatte vehement einen Rücktritt des bisherigen Weltverbandspräsidenten gefordert.

Nach russischen Angaben sei Martinetti in Phuket gefragt worden, was zu der IOC-Entscheidung geführt habe. Daraufhin sei der Schweizer aufgestanden und gegangen. Ein anschließendes Misstrauensvotum samt Abwahl auf Antrag Mamiaschwilis sei 11:10 ausgegangen. Martinetti war seit 2002 FILA-Chef. "Unser Sport kann jetzt wieder ein unbelastetes Verhältnis zum IOC aufbauen und sich mit einigen dringenden Herausforderungen und Chancen des Ringens befassen", sagte US-Verbandschef Bender.

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