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Sotschi ruft: Deutsche zwischen Zuversicht und Bangen

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Sotschi ruft: Deutsche zwischen Zuversicht und Bangen

18.02.2013, 13:28 Uhr | dpa

Die Erwartungen der deutschen Wintersportler unterscheiden sich vor Sotschi stark.

Die Erwartungen der deutschen Wintersportler unterscheiden sich vor Sotschi stark. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Viel Optimismus bei den alpinen Ski-Assen, Sorgenfalten bei den Biathleten: Ein Jahr vor Olympia im russischen Sotschi gibt es im deutschen Wintersport viel Licht, aber auch bedenklich viel Schatten.

Die Nachrichtenagentur dpa fasst den derzeitigen Stand in den einzelnen Disziplinen zusammen.

Ski alpin: Vier Medaillen bei der WM in Schladming machen Hoffnung für die Winterspiele - zumal auch die Herren endlich auf dem Podest standen. Aussichtsreichste Kandidatin ist Maria Höfl-Riesch, aber auch Felix Neureuther, Fritz Dopfer und Viktoria Rebensburg sind für Spitzenränge gut. Schade für den Deutschen Skiverband, dass der Team-Wettbewerb nicht olympisch ist.

Rodeln: Die größten Gewinner des Winters sind einmal mehr die Rodler. Bei der WM räumten Felix Loch und Co. alle Titel und acht von zehn Podesträngen ab. Auch im Gesamt-Weltcup jubeln nur die Deutschen. Doch Sportdirektor Thomas Schwab warnt: "In Sotschi werden die Karten neu gemischt." Wie sehr, das wird sich erstmals an diesem Wochenende bei der Olympia-Generalprobe zeigen.

Bob/Skeleton: Auch im Bob machte die WM Mut für Sotschi. Francesco Friedrich siegte im kleinen Schlitten, Maximilian Arndt gewann im Vierer. Beim Weltcup-Finale in Sotschi fuhr Thomas Florschütz im Zweier und im Vierer auf Rang zwei. "Olympia kann kommen", freute sich der Riesaer. Im Skeleton lief bei der WM nichts zusammen, in Sotschi gab es aber immerhin zwei dritte Plätze durch Anja Huber und Frank Rommel.

Snowboard: Einmal Gold, zweimal Bronze - so gut wie bei der WM im Januar waren die deutschen Snowboarder seit 1997 nicht mehr. In Sotschi wollen Weltmeisterin Isabella Laböck & Co. dreimal auf das Podest. Wie sich olympische Ehren anfühlen, erlebte die jetzt 25-Jährige Amelie Kober bei Olympia 2006 als Zweite. Der Verband hofft, dass Verletzungspech wie in diesem Winter ausbleibt.

Biathlon: Sorgen machen im Jahr eins nach Magdalena Neuner vor allem die Biathleten. Die WM verlief enttäuschend, Silber für Andrea Henkel sowie Bronze für die Herren-Staffel waren weit unter den Erwartungen. Vor allem die Leistungen am Schießstand geben mit Blick auf Sotschi zu denken. "Wir sind nicht abgezockt und kaltschnäuzig genug beim letzten Schießen", analysierte Damen-Coach Gerald Hönig.

Eishockey: Mit ihrer erstmals seit 1948 verpassten Qualifikation für die Winterspiele haben die Kufen-Cracks aus deutscher Sicht für den Tiefpunkt im vorolympischen Winter gesorgt. Die nächste Enttäuschung könnte schon im Mai bei der WM anstehen - dann geht es für die Männer-Auswahl von Trainer Pat Cortina wohl nur gegen den Abstieg. Immerhin: Die Frauen dürfen 2014 in Sotschi aufs Olympia-Eis.

Eisschnelllauf: Auch im Eisschnelllauf - lange eine Medaillenbank bei Winterspielen - läuft es alles andere als glatt. Die Sprinter verbuchten bei der WM ihr schlechtestes Abschneiden seit 36 Jahren, die Mehrkämpfer blieben erstmals seit 41 Jahren ohne Finalplatz. Bei der im März anstehenden Einzelstrecken-WM hoffen die Kufen-Flitzer um Claudia Pechstein und Stephanie Beckert auf einen positiven Fingerzeig.

Skispringen: Für die deutschen Skispringer steht von Mitte dieser Woche an die Nagelprobe auf dem Programm. Die WM in Val di Fiemme ist der Höhepunkt der vorolympischen Saison - da gilt's ein Jahr vor Sotschi. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Richard Freitag und Severin Freund. Sorgen bereiten die Frauen, die ein Jahr vor den Winterspielen die Weltspitze aus den Augen verloren haben.

Nordische Kombination: Auf dem starken Team um Weltmeister Eric Frenzel und Co. ruhen die größten Hoffnungen bei der am Mittwoch beginnenden WM. Im Weltcup kamen die Athleten im Endspurt auf den Saisonhöhepunkt zuletzt immer besser in Schuss. "Die Kombinierer sind eine Medaillenbank", sagt denn auch Sportdirektor Thomas Pfüller. "In dieser Disziplin sind wir bestens aufgestellt."

Langlauf: Eine wahre Wundertüte stellen derzeit die Langläufer dar. Seine Männer sieht Sportdirektor Pfüller in einer "Umbruchphase". WM-Medaillen sind angesichts der starken Konkurrenz aus Norwegen und Russland sowie überragender Einzelkönner wie Dario Cologna nicht einplanbar. Dies gilt auch für die Frauen, wo die meisten Hoffnungen auf der Staffel und dem Teamsprint ruhen.

Skicross/Freestyle: Die WM als Prüfstein des vorolympischen Winters steht erst im März an. Während die Skicrosser mit drei Weltcup-Podestplätzen in dieser Saison für Freude sorgten, sind die Deutschen in den anderen Freestyle-Disziplinen insgesamt weit weg von der internationalen Spitze. Hier und bei den Snowboardern punktete Kanada als Medaillenspiegelgewinner von 2010 reichlich.

Eiskunstlauf: Aljona Savchenko und Robin Szolkowy wollen nach EM-Silber bei der WM im März in Kanada zum fünften Mal Weltmeister werden. Die Chemnitzer richten aber alle Planungen auf Olympia-Gold aus. Bei den Europameisterschaften lieferten auch Eistänzer und Einzelläufer gute Leistungen ab. Bei der WM kämpfen sie um Starplätze für Olympia. Für den neuen Team-Wettbewerb wären die Deutschen momentan qualifiziert.

Quelle: dpa

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