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Ältester Marathonläufer der Welt läuft letztes Rennen

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Letzter Lauf des ältesten Marathonläufers der Welt

25.02.2013, 14:59 Uhr | Michael Donhauser, dpa

Ältester Marathonläufer der Welt läuft letztes Rennen. Fauja Singh beim 10. Standard Chartered Mumbai Marathon in Indien. (Quelle: dpa/ Divyakant Solanki)

Mit gelbem Turban und seinem langen Bart war Fauja Singh auf allen Laufveranstaltungen gern gesehen. (Quelle: Divyakant Solanki/dpa)

Wer in den letzten zehn Jahren die Läufer-Szene beobachtet hat, der ist um den Namen Fauja Singh sicher nicht herumgekommen. Regelmäßig tauchte er auf den großen Laufveranstaltungen auf, neun Mal hat er die Königsdisziplin, den Marathon, geknackt - und einen sogar im stolzen Alter von 101 Jahren! Der Inder mit dem bunten Turban und dem langen Bart fällt auf, wird als ältester Marathonläufer der Welt gefeiert und beendet jetzt seine Karriere: Am vergangenen Sonntag (24. Februar) lief er sein letztes Rennen in Hongkong.

Ältester Marathonläufer der Welt Fauja Singh

"Man muss ja auch mal vernünftig sein", wird sich Fauja Singh gedacht haben. Wenn man älter wird, muss man ein bisschen kürzer treten und sich schonen. Gesagt getan: Fauja Singh macht Schluss. Am Sonntag, dem 24. Februar, lief der älteste Marathon-Läufer der Welt mit 101 Jahren in Hongkong sein letztes Rennen - zehn Kilometer in einer Stunde und 32 Minuten. Der "Turban-Tornado", wie ihn sein Biograph taufte, ist mit safranfarbenem Kopfschmuck und langem grauen Bart seit Jahren ein willkommener Farbtupfer bei vielen großen Marathonveranstaltungen und bereits Läufer-Geschichte.

"Ich werde es vermissen", sagte Fauja Singh, als er mit der Startnummer G0001 die Ziellinie in Hongkong überquert hatte. Auf seiner Facebook-Seite, wo Fans aus aller Welt den alten Mann als "Legende" verehren, schrieb der gläubige Sikh aus dem indischen Bundesstat Punjab: "Heute war mein letztes Rennen. Aber ich habe ein vollkommenes Leben gelebt."

Erster Marathon mit 89 Jahren

Fauja Singh ist ein Läuferwunder - obwohl er sich Zeit gelassen hat, sein Hobby zu finden. Erst mit 89 Jahren lief er seinen ersten Marathon. Damals brauchte er für die 42,196 Kilometer sechs Stunden und 54 Minuten. Wie guter Wein wurde auch Fauja im Alter besser. Drei Jahre später, als er bereits 92 Jahre alt war, gelang dem nur 52 Kilogramm schweren Vegetarier seine Bestzeit: 5 Stunden, 40 Minuten und vier Sekunden.

Insgesamt erreichte er neun Mal das Ziel eines vollen Marathons, darunter in London, New York und Toronto. In London lief er auch seinen Rekord-Marathon im Alter von 101 Jahren und einer Zeit von sieben Stunden, 49 Minuten und 21 Sekunden. Damit ist Fauja Singh der älteste Marathonläufer in der Geschichte. Das Guinness-Buch erkennt seinen Rekord jedoch nicht an - er hat keine Geburtsurkunde, sondern nur einen Reisepass.

Fauja Singh - der älteste Marathonläufer der Welt. (Quelle: dpa/Arne Dedert)Fauja Singh - der älteste Marathonläufer der Welt. (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Laufen gegen Depressionen

Fauja Singh stammt aus einem Dorf in Punjab, wo er als Bauernsohn aufwuchs. Als er 84 Jahre alt war und sein ältester Sohn bei einem tragischen Unfall starb, suchte er einen Ausweg aus der Depression - er zog nach England und begann zu laufen. Noch heute besucht er sein Dorf regelmäßig. Über seinen Abschied von der Marathonszene ist er keineswegs glücklich. Das Alter verlange seinen Tribut. "Ich will das Wort Ruhestand nicht wirklich hören", sagte er der indischen Zeitung "Hindustan Times" vor seinem letzten Lauf. "Ich kann noch immer laufen und auf einen Bus aufspringen."

Das Laufen hat ihn in aller Welt berühmt gemacht. Die Nachricht von seinem Läufer-Ruhestand ging am Sonntag durch Medien rund um den Globus. Schon im vergangenen Sommer wurde Singh zum Helden, als er unter dem Jubel von Tausenden das Olympische Feuer als einer der Fackelläufer ein Stück durch London tragen durfte.

Angst vor dem Vergessen werden

Auf Facobook hat Singh mehr als 50 000 Freunde. Regelmäßig ist er im Fernsehen und in Zeitungen zu sehen. Dem Marathon-Methusalem schwant, dass es damit bald vorbei sein könnte. "Ich habe Angst, dass mich keiner mehr mag, wenn ich aufhöre zu laufen. Ich hoffe, dass niemand mich vergisst oder ignoriert", sagte der Ur-Ur-Großvater der Zeitung. "Wenn man älter wird, wird man wie ein Kind und braucht die Aufmerksamkeit."

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