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Formel 1: So gefährlich ist Kimi Räikkönen für Sebastian Vettel

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So gefährlich ist Räikkönen für Vettel

18.03.2013, 12:13 Uhr | dpa, t-online.de

Formel 1: So gefährlich ist Kimi Räikkönen für Sebastian Vettel. Prost! Wer auf wen am Ende der Saison anstoßen kann, wird sich zeigen. (Quelle: imago/Sven Simon)

Prost! Wer auf wen am Ende der Saison anstoßen kann, wird sich zeigen. (Quelle: Sven Simon/imago)

Die dauernden Niederlagen beim Badminton nerven Sebastian Vettel schon genug, jetzt aber wird Kimi Räikkönen dem dreimaligen Weltmeister auch im Formel-1-Titelrennen gefährlich. Sein beeindruckender Auftaktsieg in Melbourne hat den Finnen vorerst zu Vettels zweitem Hauptrivalen neben Ferrari-Star Fernando Alonso befördert. "Es gibt keinen Grund, auf und ab zu hüpfen. Es wird ein langes Jahr. Wir wollen am Ende vorn sein", murmelte Räikkönen gewohnt unterkühlt vor der Weiterreise zum nächsten Rennen in Malaysia am Sonntag.

Sitznachbar Vettel dürfte genau zugehört haben. "Den Kimi hatten wir überhaupt nicht auf dem Schirm", gestand der Red-Bull-Pilot nach seinem dritten Platz in Australien. Dieses Versäumnis dürfte dem Deutschen so schnell nicht wieder passieren. Denn sein Lotus-Rivale, gegen den er einst jahrelang beim Federball verlor, bewies mit seiner souveränen Fahrt im Albert Park ungeahnte Qualitäten, die den 32-Jährigen in dieser Saison zum heißen Mitfavoriten machen können.

Lotus droht der Konkurrenz

Der "Iceman" glänzt nämlich plötzlich auch als Reifenflüsterer. Keiner der Topfahrer schonte die empfindlichen Pneus in Melbourne so wie Räikkönen - und war trotzdem so schnell. Ein Erfolgsrezept auch für die kommenden Wochen, wie Vettel nur zu gut weiß. "Es kommt darauf an, wer am besten mit den Reifen Haus hält", urteilte der 25-Jährige. Sein neuer Dienstwagen mit Spitznamen "hungrige Heidi" erwies sich im Vergleich zu Räikkönens Lotus als Reifenfresser - dennoch gratulierte Vornamensgeberin Heidi Klum prompt via Twitter.

Bei Lotus beglückwünschten sie sich dagegen bereits zu ihrer gelungenen Konstruktion. "Es geht, weil das Design des Autos und das Setup es zulassen. Das war schon im vergangenen Jahr unsere Stärke", erklärte Teamchef Eric Boullier. Kein Wunder, dass der Franzose umgehend der Konkurrenz drohte: "Wir werden versuchen, noch mehr Rennen zu gewinnen."

Räikkönen als Partyheld bekannt

Für den britischen Rennstall hat sich die riskante Reaktivierung von Räikkönen längst bezahlt gemacht. So mancher Experte hatte zu Beginn der Vorsaison noch Zweifel geäußert, ob der Weltmeister von 2007 nach einer zweijährigen Rallye-Auszeit noch gut genug für die Formel 1 sei. Hinzu kam Räikkönens Ruf als Partyheld. Mit Saufgelagen, dem Striptease in einer Bar oder dem Sturz vom Oberdeck einer Yacht im Vollrausch hatte der Schweiger aus Espoo einst für Schlagzeilen gesorgt.

Doch Lotus setzte voll auf Räikkönen - zurecht. Denn er ist auch ein begnadeter Racer. Nach mehreren Podestplätzen holte der Heavy-Metal-Fan in Abu Dhabi 2012 seinen ersten Sieg nach dem Comeback. Längst Kult ist sein genervter Funkspruch: "Lasst mich in Ruhe, ich weiß, was ich tue."

Vettel ist gewarnt

Auch Vettel mag diesen schrägen Typen. Eine Zeit lang waren die beiden praktisch Nachbarn in ihrer Schweizer Wahlheimat. "Ja, wir sind Freunde", sagte Räikkönen jüngst. "Aber sobald Du ein Rennen fährst, spielt das einfach keine Rolle mehr", fügte er hinzu.

Ganz klar, dieser Räikkönen kann auf Vettels Weg zum vierten Titel in Serie zum Stolperstein werden. Schon vor der Saison hatte der neue Gesamtführende gesagt: "Wenn Du einmal gewonnen hast, willst Du immer mehr, auch die WM." Spätestens jetzt ist Vettel gewarnt.

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